In diesem schwarzen Renault Clio wurde der Hund (Symbolfoto) am Bahnhof in Steinau entdeckt. Er führte die Ermittler indirekt zu einer Toten in  Schlüchtern.
+
In diesem schwarzen Renault Clio wurde der Hund (Symbolfoto) am Bahnhof in Steinau entdeckt. Er führte die Ermittler indirekt zu einer Toten in Schlüchtern.

Auto stand am Bahnhof

Eingeschlossener Hund führt Polizei zu totem Frauchen - „Nicht wie bei CSI im Fernsehen“

In einem Wohnhaus in Schlüchtern-Niederzell ist am Freitagnachmittag die Leiche einer 70-jährigen Frau gefunden worden. Dass das Wohnhaus überhaupt überprüft wurde, lag allerdings an einem Hund, der am Bahnhof in Steinau zurückgelassen worden war.

Steinau - Zeugen war im Vorfeld der Ermittlungen ein schwarzer Renault Clio aufgefallen, der schon länger am Bahnhof in Steinau (Main-Kinzig-Kreis) abgestellt worden war und in dem sich ein Hund befand. Als die Polizei das Auto aufgrund der Zeugenhinweise näher unter die Lupe nahm und für den Wagen eine Halterabfrage durchgeführt wurde, gerieten die Ermittler zu dem Haus in Schlüchtern.

In einer Wohnung des Hauses wurde am Freitagnachmittag schließlich die tote 70-Jährige gefunden. Wie die Pressestelle des Polizeipräsidiums auf Nachfrage berichtet, sei der Hund in einem schlechten körperlichen Zustand gewesen. Entsprechend hätten die Polizisten sogleich einen Tierarzt informiert. Das Tier war offenbar vom 21. Juni bis zum 2. Juli in dem Wagen.

Main-Kinzig-Kreis: Alleingelassener Hund in Auto führt zu toter Frau in Schlüchtern

Ob sich allerdings Wasser und möglicherweise auch Nahrung für den Hund in dem am Bahnhof geparkten schwarzen Renault Clio befunden hatte, ist unklar. Die Polizei machte dazu keine Angaben. Nach Informationen der „Fuldaer Zeitung“ hatten Zeugen die Frau, die tot in ihrem Haus gefunden worden war, in der Vergangenheit mit einem Schäferhund gesehen.

„Dem Hund geht es gut. Dafür kann ich meine Hand ins Feuer legen“, hebt Schlüchterns Polizei-Dienststellenleiter Frank Uffelmann nun allerdings hervor. Die Schlüchterner Polizisten hatten in Absprache mit der Staatsanwältin einen Veterinär informiert, der das Tier behandelt und aufgenommen hatte. Bei dem Veterinär werde es weiter gut versorgt.

Wie John Mewes, Leiter der Kreispressestelle, erklärt, habe das Veterinäramt einen Notdienst für Tierrettungen. Darüber hinaus stellen Kommunen Zwinger, in denen Fundtiere kurzfristig untergebracht werden können, für die zum Beispiel steht einer in Niederzell. Wenn ein möglicher Verstoß gegen das Tierschutzrecht vorliege, sei aber auch immer die Polizei mit im Boot.

Totes Ehepaar aus Niederzell - Staatsanwältin: „Es ist eben nicht wie bei CSI im Fernsehen“

Wie am Dienstag bekannt wurde, ist die 70-Jährige die Frau des Mannes, der am 21. Juni im Steinauer Bahnhof von einem Zug überrollt wurde. Das Ehepaar hatte gemeinsam in dem Haus in Niederzell gewohnt, in dem der Leichnam der 70-Jährigen entdeckt worden war.

Die Polizei geht im Fall der 70-jährigen von einem Tötungsdelikt aus.. Dass der tote Ehemann (79) auch Hauptverdächtiger im Tötungsfall seiner Frau sei, konnte Lisa Pohlmann, Sprecherin der Staatsanwaltschaft in Hanau, aus formalen Kriterien nicht bestätigen.

Auf die Frage, warum die Identifikation der toten „so lange“ gedauert habe, erklärte Pohlmann, dass der Zeitraum vom Auffinden der Toten bis zur Identifikation aus ihrer Sicht „eben nicht lange“ gedauert habe: Die Gerichtsmedizin sei am Freitag bis in die Nacht am Tatort gewesen.

Dann habe die DNA-Probe angesetzt und schließlich ausgewertet werden müssen. Das benötige eine gewisse Zeit. Es sei eben nicht wie bei „CSI“ im Fernsehen, wo nach drei Minuten noch am Tatort das Untersuchungsergebnis bereitstünde. (tim, akh, sar)

Das könnte Sie auch interessieren