Noch einmal listete sie alle 13 angeklagten Taten auf, darunter versuchte und vollendete Körperverletzung, Nötigung, Bedrohung, Beleidigung und Sachbeschädigung, wobei letztlich drei Anklagen eingestellt wurden. Wegen einer Erkrankung verübte er diese im Zustand der Schuldunfähigkeit und bei erheblich verminderter Steuerungsfähigkeit. Nach Ansicht der Anklägerin habe die Intensität dabei zugenommen. Aus anfänglichen Spuckattacken sei es später zu körperlichen Übergriffen gekommen.
Bei einer Vielzahl der Taten handele es sich um schwere Delikte. Eine hohe Rückfallgeschwindigkeit sei feststellbar, auch in Zukunft sei von ihm mit erheblichen Taten zu rechnen. Deswegen sei die Einweisung vonnöten.
Verteidiger Peter Oberländer räumte ein, eine Gefährlichkeit gehe von seinem Mandanten aus. Eine Steigerung in diesem Bereich konnte er allerdings nicht ausmachen. Eine Behandlung des 37-Jährigen sei dennoch unbedingt nötig. Und das werde ein langer Weg. Er wünschte dem Wächtersbacher, dass er die Stimmen, die er immer wieder höre, loswerde. Oberländer stellte keinen konkreten Antrag.
Die Taten trugen sich über einen langen Zeitraum von Juni 2018 bis Januar dieses Jahres zu. Tatort war vorwiegend die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie in Schlüchtern, wo der Mann schon häufig Patient war. Andere Vorfälle ereigneten sich in seinem Wohnort. Stets ging es um verbale oder körperliche Übergriffe auf Ärzte und Mitarbeiter der Klinik, seine Mutter und weitere Personen. (Lesen Sie auch: „Vollkommen sinnloser Tod“ - Raser (20) aus Kreis Fulda nach Höllenritt verurteilt)
Der Angeklagte selbst räumte ein, immer wieder Stimmen zu hören, speziell vom Satan, der für ihn weiblich sei. Und den müsse er bekämpfen, beispielsweise indem er ihn anschreie „verpiss Dich“. Oder indem er speziell Frauen anspucke. Der Satan komme in seinen Körper durch Ohren, Nasen und Mund hinein. Im Kampf gegen ihn habe er eigene Dämonen entwickelt, die ihm helfen. Eine Krankheit sieht er bei sich nicht. „Ich bin nicht psychisch krank, sondern nur psychisch belastet“, so seine Einschätzung.
Hauptopfer seiner Attacken war die eigene Mutter. Die 73-Jährige musste mehrfach verbale und körperliche Übergriffe – vorwiegend in der seinerzeit gemeinsamen Wohnung in einem Mehrfamilienhaus in Wächtersbach – über sich ergehen lassen. Aus Angst vor ihrem Sohn wohnt sie nun an einem geheimen Ort.
Ein psychiatrischer Gutachter hatte bei dem Angeklagten eine paranoide Schizophrenie diagnostiziert. Die Steuerungsfähigkeit sei bei ihm beeinträchtigt, das Unrechtsbewusstsein aufgehoben. (ls)