Der Ausbau des Glasfasernetzes ist geplant.
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Der Main-Kinzig-Kreis soll umfassend mit Glasfaser ausgestattet werden. (Symbolfoto)

Neun Millionen ab 2022

Glasfaser bis in jedes Haus - Mammutprojekt im Main-Kinzig-Kreis soll im Frühjahr starten

Bei der Vorstellung des Haushaltsplans für 2022 erläuterte Landrat Thorsten Stolz (SPD) am Freitag vor dem Kreistag auch die geplanten Investitionen in den Breitbandausbau.

Main-Kinzig-Kreis - Beim Glasfaserausbau in den Gewerbegebieten und im privaten Bereich greife der Landkreis Main-Kinzig tief in die Tasche. Bis kommenden Sommer sollen 1800 Unternehmen in 124 Gewerbegebieten einen Glasfaseranschluss erhalten. Bereits im Frühjahr soll das Mammutprojekt „FTTH-Ausbau für die Privathaushalte“ beginnen.

Die Abkürzung steht für „Fiber to the house“, also Glasfaserkabel bis ins Haus – und nicht nur bis zum nächstgelegenen Verteilerkasten. Über fünf Jahre hinweg will der Kreis rund 232 Millionen Euro investieren, gefördert von Bund und Land.

Main-Kinzig-Kreis: Glasfaser in jedem Haus - Mammutprojekt startet 2022

Stolz spricht vom größten Infrastrukturprojekt in Verantwortung des Landkreises seit dessen Bestehen. Der Ausbau soll in 24 von kreisweit 29 Städten und Gemeinden erfolgen. Ab 2022 stellt der Kreishaushalt pro Jahr neun Millionen Euro für das Projekt bereit. Weitere vier Millionen sind für die Stärkung des Eigenkapitals der Kreiskliniken vorgesehen. (Lesen Sie hier: Auf dem Schlüchterner Langer-Areal soll ein Rückzugsort für Jugendliche entstehen)

Zwischen 2021 und 2024 zahlt der Kreis hierfür insgesamt 22 Millionen Euro. Stolz forderte in seiner Haushaltsrede ein Umdenken in Berlin und Wiesbaden, damit kommunale Krankenhäuser eine Zukunft hätten: „Die wirtschaftliche Situation in den Kliniken ist katastrophal, weil die Förderung durch die Länder unzureichend und im Hinblick auf den laufenden Betrieb das System der Fallpauschalen oft nicht auskömmlich ist.“

Ungedeckte Kosten in Sozial- und Jugendhilfe steigen an

Die Schlüsselzuweisungen, die der Kreis vom Land erhalte, lägen derweil auf einem stabilen Niveau zwischen 208 und 231 Millionen Euro. Demgegenüber steigen den Angaben zufolge die ungedeckten Kosten im Bereich der Sozial- und Jugendhilfe kontinuierlich von 110 Millionen im Jahr 2018 auf 145 Millionen Euro im Nachtrags-Etat 2021. Dieser Trend habe zur Folge, dass die Jahresergebnisse insgesamt rückläufig sind. Üppige Jahresüberschüsse dürften vorerst der Vergangenheit angehören. (Passend zum Thema: Schockstarre nach Kostenschätzung - So teuer soll der Kita-Neubau in Steinau werden)

Die Ertragsseite sei längst nicht mehr so stark wie in der Zeit vor der Pandemie, gleichzeitig stiegen die Ausgaben, was künftige Investitionen erschwere.

Die kommunalen Spitzenverbände mahnten bereits, dass den Kommunen bundesweit eine neue Haushaltskrise drohe. Der Steuereinbruch im Zuge der Corona-Krise habe das Einnahmen-Niveau um rund neun Milliarden Euro reduziert. (mab, hgs)

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