Im Main-Kinzig-Kreis stand ein 26-Jähriger vor Gericht, weil er einen kleinen Jungen angegangen und bedroht haben soll. (Symbolfoto)
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Im Main-Kinzig-Kreis stand ein 26-Jähriger vor Gericht, weil er einen kleinen Jungen angegangen und bedroht haben soll. (Symbolfoto)

Grillabend endet im Streit

Sinntaler soll kleinen Jungen aus dem Bett gezerrt und am Hals gepackt haben

Weil er einen achtjährigen Jungen körperlich angegangen und bedroht haben soll, musste sich ein 26-Jähriger vor dem Amtsgericht Gelnhausen verantworten.

Gelnhausen - Nach einer ausführlichen Beweisaufnahme stellte Richter Wolfgang Ott das Strafverfahren gegen den Mann aus Sinntal (Main-Kinzig-Kreis) schließlich ein. Allerdings muss er 1200 Euro an das Frauenhaus Wächtersbach bezahlen.

Tatort war eine Wohnung in einem Mehrfamilienhaus in der Schlüchterner Innenstadt. Der Angeklagte hatte im Vorfeld eine dort lebende 30-jährige Mutter kennengelernt. Beide trafen sich in der Folge, so auch am Abend des 30. April dieses Jahres. Der 26-Jährige hatte zu dem Treffen Grillgut und alkoholische Getränke mitgebracht. Zu seiner Überraschung tauchte bald auch noch eine 24-jährige Nachbarin der Frau auf. (Lesen Sie auch: Abgemagerte und tote Kühe auf Hof in Schlüchtern - Männer verurteilt)

Main-Kinzig-Kreis: 26-Jähriger soll Jungen körperlich angegangen haben

Nach dem Abendessen und dem Genuss von Spirituosen nahte dann die seinerzeit geltende Corona-Sperrstunde um 22 Uhr. Über den weiteren Verlauf gingen die Aussagen vor Gericht auseinander.

Der Angeklagte behauptete, nach halb zehn Uhr seine Sachen zum Aufbruch gepackt zu haben – obwohl die Gastgeberin ihm angeblich eine Schlafmöglichkeit angeboten hatte. Doch dieses Angebot schlug er aus, weil zwei kleinere Kinder mit in der Wohnung schliefen. Als er dann seine Sachen gepackt, das Haus verlassen und in Richtung Auto gehen wollte, will er den achtjährigen Sohn um Tragehilfe gebeten haben, was dieser allerdings ablehnte.

Die beiden Frauen wollen hingegen folgenden Ablauf mitbekommen haben: Der Angeklagte habe den Wunsch geäußert, bei einer der Damen schlafen zu wollen, was beide ablehnten. Sie drängten ihn eher, wegen der Sperrstunde aufzubrechen.

Nach Grillabend: Sinntaler soll Jungen aus dem Bett gezerrt haben

Der Junge lag schon im Bett und sollte eigentlich schlafen. Der Angeklagte soll ihn dort herausgeholt, fest an Hals und Arm gepackt sowie ihn Richtung Ausgangstür gezogen haben. Dabei soll er dem Steppke gedroht haben, ihn in den Wald zu bringen und dort an einem Stuhl festzubinden. Das wollten die beiden Frauen selbst gesehen beziehungsweise von dem Jungen so gehört haben.

Die Besucherin zog den Kleinen daraufhin von dem Mann weg. Wegen dieses Vorfalls wolle der Junge seitdem nicht mehr alleine im Bett, sondern nur noch bei ihr schlafen, berichtete die Mutter. Seit dem Vorfall besteht die Freundschaft nicht mehr.

Der Angeklagte bestritt die Vorwürfe zunächst. Erst als die Frauen ausgesagt hatten, lenkte sein Verteidiger ein. An den Vorwürfen sei „schon was dran“. Der Beschuldigte sehe ein, einen Fehler gemacht zu haben und entschuldigte sich auch bei dem Jungen, der dazu kurz in den Gerichtssaal geholt wurde. Der Junge habe da „etwas falsch verstanden“, sagte der 26-Jährige. Weil das Kind keine äußeren Verletzungen davontrug und der Beschuldigte bislang nicht vorbestraft ist, stellte der Richter das Verfahren schließlich gegen die Geldauflage ein. (ls)

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