Der erste gewählte Vorstand des „Vereins der Freunde der Synagoge Schlüchtern“
+
Der erste gewählte Vorstand des „Vereins der Freunde der Synagoge Schlüchtern“(von links): Werner Hölzer, Peter Büttner, Schriftführerin Ines Schwarzer sowie der stellvertretende Vorsitzende Hans Konrad Neuroth.

Zur Förderung von Kunst und Kultur

„Verein der Freunde der Synagoge Schlüchtern“ gegründet - Peter Büttner ist Vorsitzender

  • Alexander Gies
    VonAlexander Gies
    schließen

Die ehemalige Synagoge zu erhalten sowie Kunst und Kultur in der historischen Stätte zu fördern, das sind die wichtigsten Ziele des „Vereins der Freunde der Synagoge Schlüchtern“, der gestern Abend aus der Taufe gehoben worden ist. 

Schlüchtern - Um 18.52 Uhr war der historische Moment erreicht: Als Versammlungsleiter Bürgermeister Matthias Möller (parteilos) die entscheidende Abstimmung aufrief, votierten 22 Schlüchterner Bürgerinnen und Bürger einstimmig für die Gründung des Vereins.

Der erste – und wie die anderen Vorstandsmitglieder einstimmig – gewählte Vorsitzende Dr. Peter Büttner erinnerte daran, dass er und Hans Konrad Neuroth nach dem Beschluss der Stadtverordneten, die Synagoge zu kaufen, die Notwendigkeit formuliert hätten, dass ein Förderverein im Main-Kinzig-Kreis sich mit zivilgesellschaftlichem Engagement in die Konzeption und den Betrieb der Synagoge einbringen müsse. Dieser Tag sei gekommen. Auch Bürgermeister Möller betonte, es sei wichtig, dass neben der Stadt „ein Partner dem Gebäude eine Seele gibt und es wiederbelebt“. Er fügte an: „Ich habe von Anfang an gespürt, wie ernst ihr es mit dieser Aufgabe meint.“ (Lesen Sie hier: Erinnerung an das jüdische Leben: Ab November sollen Stolpersteine in Wüstensachsen verlegt werden)

Main-Kinzig-Kreis: „Verein der Freunde der Synagoge Schlüchtern“ gegründet

Zu den vordringlichen Aufgaben des Vereins zählte Büttner das Erstellen eines Nutzungskonzepts, die Organisation des Umbaus und daraufhin den Betrieb der Synagoge als Ort für Konzerte, Lesungen, Ausstellungen und Unterricht. Sein Traum sei, so sagte Büttner, eines Tages den vollständigen Kuppelsaal der Synagoge ohne die später eingezogene Zwischendecke erleben zu können. Deshalb sei es wichtig, Spender zu gewinnen.

Der Vorstand

Vorsitzender: Dr. Peter Büttner
Stellvertreter: Hans Konrad Neuroth
Kassenwart: Werner Hölzer
Schriftführer: Ines Schwarzer
Beisitzer: Amöne Nowottny, Joachim Truß, Matthias Hebeler, Ernst Müller-Marschhausen, Bernd Ullrich Kassenprüfer: Claus Werckmeister, Karl Friedrich Rudolf.
Stellvertreter: Norbert Wuthenow, Mariluise Schönherr

Die Mitglieder zahlen pro Jahr mindestens 60 Euro, Schüler und Studenten die Hälfte. „Gerne darf der eigene Beitrag aufgestockt werden“, animierte Büttner. Interessierte können sich an die E-Mail-Adresse am Textende wenden. Büttner betonte, wie sehr ihm und seinen Mitstreitern die Herausforderung bewusst sei, der sie sich stellten – sowohl inhaltlich als auch was das Engagement betreffe.

Mit Hilfe des Vereins soll die ehemalige Synagoge im Main-Kinzig-Kreis erhalten bleiben

Auch wenn der eigene Diskurs beim Nutzungskonzept und dem Umbau Priorität genieße, so wolle man sich professioneller Hilfe bedienen. So stehe der Architekt Professor Nikolas Hirsch, der beispielsweise die Neue Synagoge in Dresden errichtet hat, bereit, ein Gutachten zu erstellen, mit dem man bei Spendern und Sponsoren vorsprechen könne. Auch die Jüdische Gemeinde Frankfurt verfolge das Schlüchterner Projekt mit großer Sympathie. Die Kontakt, die man bereits vor der Gründung geknüpft habe, ließen die Hoffnung aufkeimen, dass sich Türen öffnen, die sonst womöglich verschlossen blieben.

Aus der Satzung

Zweck des Vereins:
- Förderung von Kunst und Kultur sowie Erhalt der ehemaligen Synagoge.

Aufgaben:
- Sanierung, Pflege und Betreiben des Gebäudes.
- Nutzungs- sowie museumspädagogische Konzepte entwickeln für Besucher aus dem schulischen und dem Erwachsenenbereich.
- Verbreitung von Wissen über die jüdische Religion und der Traditionen des Judentums.
- Aufarbeitung der nationalsozialistischen Vergangenheit am Beispiel Schlüchtern
- Förderung des Dialogs zwischen allen Religionen

Weitere Regelungen:
- Der Verein erfolgt nur gemeinnützige Zwecke.
- Mitglieder können natürliche oder juristische Personen sowie Personengesellschaften werden
- Den Mindest-Jahresbeitrag legt die Mitgliederversammlung fest.
- Der Vorstand wird für zwei Jahre gewählt. (ag)

Aufgabe jedes Mitglieds müsse es sein, neue und möglichst junge Mitglieder zu gewinnen, um den Verein und seine Aufgaben in die Zukunft zu tragen. Büttners Dank galt dem Notar Hans Konrad Neuroth, der die Satzung erarbeitet hatte, sowie Matthias Hebeler, der zwar nicht persönlich anwesend sein konnte, aber das Logo des Vereins entwickelt hatte.

Das könnte Sie auch interessieren