Die Fassade des Heimatmuseums soll teilweise mit Schindeln gegen Wassereintrag gesichert werden.
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Die Fassade des Heimatmuseums soll teilweise mit Schindeln gegen Wassereintrag gesichert werden.

Kosten übersteigen Möglichkeiten

Teure Flecken im Heimatmuseum in Salmünster: Fassade muss saniert werden

Seit 20 Jahren gibt es das Heimatmuseum in Salmünster, das neben einem Einblick in das Leben um 1900 und kurz danach viele weitere schöne Dinge präsentiert. Nun bedarf die Fassade des alten Gebäudes einer Sanierung.

Grund dafür sind braune Flecken als Folge eines Wassereintritts, der in der Wohnstube und in Räumen darüber zu sehen sind. Durch eine undichte Stelle in der Giebelspitze dringt Regenwasser ein und sickert durch die Wand aus Lehm langsam nach unten.

Die Flecken, die innen an der Giebelwand zur Hirtenstraße hin bestehen, bereiten dem Heimat- und Geschichtsverein Salmünster (HGV) seit einiger Zeit Sorgen. Als Ursache vermutet Vorsitzende Marianne Sperzel Schäden durch große Baumaschinen bei Kanalarbeiten vor vielen Jahren. Es könnten Erschütterungen entstanden sein, bei denen sich ein Teil des Lehmfachwerks lockerte und Regenwasser eintrat. (Lesen Sie auch: Main-Kinzig-Kreis: Fahrschul-Lkw bringt 120 Strohballen ins Flutgebiet)

Main-Kinzig-Kreis: Heimatmuseum Salmünster - Teure Fassaden-Sanierung fällig

Der HGV ließ die möglichen Kosten für eine Sanierung von einer Fachfirma ermitteln. Diese übersteigen die finanziellen Möglichkeiten des Vereins aber erheblich. Ein Grund dafür ist auch die Corona-Pandemie, während der viele Aktivitäten wie die Tombola beim Sodener Weihnachtsmarkt oder das Museumshoffest Anfang August nicht möglich waren.

Der Verein wandte sich daher an die Stadt, die Eigentümerin des Anwesens ist, das vom HGV als Heimatmuseum genutzt und gepflegt wird. Nachdem die Stadtverwaltung auf Anfrage unserer Zeitung auf den Main-Kinzig-Kreis verwiesen hatte, erfolgte vonseiten der Kreispressestelle folgende Antwort: „Die Fassade des denkmalgeschützten Heimatmuseums in Salmünster weist Schäden an der Giebelseite (Richtung Straße) auf und diese soll nun mit Mitteln aus der hessischen Dorferneuerung mit Holzschindeln verkleidet werden, damit bei Schlagregen keine weitere Nässe in die Wände dringen kann.“

Salmünsterer Heimatmuseum: Fassade muss für 26.000 Euro saniert werden

Festgestellt worden seien eine Putzverfärbung und feuchte Stellen auf den Innenwandseiten. „Die hierfür bewilligte Summe liegt bei rund 18.800 Euro. Die Gesamtkosten für das Projekt Fassadenverkleidung liegen bei rund 26.300 Euro“, teilt die Kreispressestelle mit.

Mitglieder des HGV, der Betreiber des Museum ist, haben Ende der 1990er Jahre rund 7500 ehrenamtliche Arbeitsstunden geleistet, um zunächst das Wohnhaus der Hofreite zu renovieren. Ihre Arbeit sowie die der beteiligten Firmen standen unter der Prämisse „Historischer Rückbau“. Dieser war ein Mammutprojekt, dessen Dokumentation in Wort und Bild derzeit als eine von drei Sonderausstellungen im Museum zu sehen ist. Seither wurden auch die Wirtschaftsgebäude gereinigt, saniert, umgestaltet und dienen heute als Museums- sowie Magazinflächen.

Nach wie vor ist das Museum eine Herzensangelegenheit des Heimat- und Geschichtsvereins. Derzeit entsteht in der ehemaligen Scheune eine Ausstellung unter dem Motto „Vom Feld zum Kleid“.

Der Verein, dessen Vorsitzende seit 1983 Marianne Sperzel ist, pflegt von Anfang an das Museum und hält es instand. Viele Jahre mit Monika Betz und, seit deren Rückzug, mit Doris Müller kümmern sich die tatkräftigen und kompetenten Frauen und Männer um die Einrichtung des Heimatmuseums. (von Elisabeth Schmitt)

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