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Helle Markt in Schlüchtern: Kleiner und regionaler kommt bei den Besuchern an

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Nach zwei Jahren Corona-Pause haben die Schlüchterner am Wochenende ihren Helle Markt zurückbekommen. Der war diesmal zwar etwas kleiner, kam aber nicht minder gut an.
Nach zwei Jahren Corona-Pause haben die Schlüchterner am Wochenende ihren Helle Markt zurückbekommen. Der war diesmal zwar etwas kleiner, kam aber nicht minder gut an. © Alexander Gies; Ulrich Schwind

Der erste Helle Markt nach zwei Jahren Corona-Pause hat die Erwartungen der Organisatoren übertroffen. Das etwas veränderte Konzept kam offenbar gut an.

Schlüchtern - Die Stadt Schlüchtern (Main-Kinzig-Kreis) und der Gewerbeverein Wito hatten darauf verzichtet, auch die Schlossstraße entlang der Stadthalle mit in die Marktmeile einzubeziehen. Dadurch reduzierte sich die Zahl der Stände von 100 auf 80. Im Gegenzug wurde auf dem Parkplatz am Untertor eine Bühne platziert, auf der abends Rockmusik und tagsüber Tanzgruppen und Musikschulen präsent waren. Die Idee funktionierte: Der Platz war regelmäßig gut frequentiert.

Der Helle Markt, der seine Eröffnung am Freitag feierte, war nicht nur gut besucht, sondern auch sicher. Weder das DRK mit seiner Sanitätsstation noch die Polizei verzeichneten nennenswerte Vorfälle. „Die Leute waren einfach froh, mal wieder rausgehen zu können“, sagte Axel Ruppert (Wito). Seine Erwartungen an den Markt waren eindeutig übertroffen worden.

Gefreut habe er sich auch, dass „Leute bis aus Fulda“ gekommen seien. Und zum Glück habe das Wetter mitgespielt: „Wenn sich schon morgens gutes Wetter andeutet, dann kommt der Schlüchterner auch. Dann macht so ein bisschen Gefussel wie am Samstagabend nichts aus. Aber wehe, wenn es morgens regnerisch ist ...“, lautet Rupperts jahrelange Erfahrung.

Main-Kinzig-Kreis: Abgewandelter Helle Markt in Schlüchtern kommt gut an

Die Erkenntnis für Bürgermeister Matthias Möller (parteilos) heißt: „Kleine, feine Familienfeste sind besser als einen XXL-Gedanken zu verfolgen.“ Insofern seien die Konzentration auf Obertorstraße und Unter den Linden sowie die gut besuchte Rock-Bühne am Untertor genau richtig gewesen. Für Ruppert hatte sich hier so etwas wie eine Festival-Atmosphäre entwickelt, die gut angekommen sei. Für Möller hat es sich auch bewährt, stärker auf Stände regionaler Gastronomen und Anbieter zu setzen.

Am Samstagnachmittag hatte der Nachwuchs „Am Untertor“ das Sagen. Die Jugendkapelle der Stadtkapelle präsentierte ihr musikalisches Können, mehrere Gruppen des Turnvereins 1861 Schlüchtern sowie des Ballettsaals von Monica Opsahl zeigten ihre tänzerischen Talente. Für die Runde über den Markt im Bereich „Unter den Linden“ und Obertorstraße musste an diesem Tag eine dickere Jacke herhalten. „Das sind ja Temperaturen wie am Kalten Markt“, entfuhr es einer Besucherin – nur dass kein Glühwein im Angebot war.

Mambo KingX und BBC Rock begeistern am Schlüchterner Untertor

Am frühen Samstagabend war dann Regen in Schlüchtern angesagt. Doch das Feier-Defizit der Menschen nach der langen Corona-Zeit war größer. Und nachdem der Himmel ein paar Tropfen losgeworden war, kamen sie in großer Zahl auf die Straße zurück. Beim „Gasthof Hausmann“ sorgte das Duo Johannes Schneider und Malte Strietzel für Straßenmusikfestival-Atmosphäre.

Haupt-Treffpunkt war allerdings wie schon am Abend zuvor der große Platz am Untertor. Nach den „Mambo KingX“ heizte am Samstag „BBC Rock“ kräftig ein. Vereine sorgten für die Versorgung der Gäste, so mixten beispielsweise Aktive der evangelischen Kirchengemeinde St. Michael am Freitag alkoholfreie Cocktails, um damit Spenden für die Innenrenovierung der Stadtkirche zu sammeln.

Jeweils mehrere hundert Menschen füllten den Platz und sorgten für ein tolles Fest-Feeling. Spätestens jetzt avancierte das Areal zur schönsten Open Air-Bühne Schlüchterns. (usd, ag)

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