Eine Vielzahl von Sandsäcken, die auch in speziellen Wechsellader-Behältern angeliefert worden sind, gehören zum wichtigen Equipment bei Hochwassereinsätzen.
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Eine Vielzahl von Sandsäcken, die auch in speziellen Wechsellader-Behältern angeliefert worden sind, gehören zum wichtigen Equipment bei Hochwassereinsätzen.

Bad Soden-Salmünster

Hochwasser beschäftigt Stadtverordnete: Wären Schäden vermeidbar gewesen? - Kritik am Land Hessen

  • Hanns-Georg Szczepanek
    vonHanns-Georg Szczepanek
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Keiner der Titelpunkte von der Tagesordnung, sondern ein aktuelles Thema bewegte am Montagabend die Stadtverordneten im Spessart-Forum: das Hochwasser vom vergangenen Freitag. Einmal mehr hatten sich Lücken im Hochwasserschutz an der Salz fatal ausgewirkt.

Bad Soden-Salmünster - Erneut seien durch das Hochwasser am Freitag vermeidbare Schäden entstanden, speziell in der Innenstadt von Bad Soden, weil die Planung eines großen, in die Landschaft des Huttengrunds integrierten Regenrückhaltebeckens für die Salz aus Sicht der Kurstädter seit Jahren nicht vorangehe. Dafür verantwortlich seien Fachbehörden des Landes Hessen, die noch immer kein „grünes Licht“ für ein Hochwasserschutzbecken gegeben hätten.

In dem Verfahren gibt es widerstreitende Expertenmeinungen über historische Hangrutschungen durch Hochwasser aus dem späten Mittelalter. Trotz Probebohrungen und anderer Erkundungsmaßnahmen ist offenkundig noch nicht klar – oder zumindest nicht entschieden –  , welche Schlussfolgerungen hieraus für die Einrichtung eines solchen Beckens samt notwendigem Dammbau zu ziehen sind.

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In einer gemeinsamen Erklärung stellten die Fraktionen von CDU, GWL und SPD im Haupt- und Finanzausschuss, der am Montag stellvertretend für das Plenum tagte, fest, dass „der Hochwasserschutz nicht auf dem Stand ist, auf dem er sein sollte“. Die Mandatsträger wollen deshalb für „den notwendigen Hochwasserschutz an der Salz und an der Kinzig erneut und mit der gebotenen Vehemenz gegenüber den übergeordneten Fachbehörden und Gremien vortragen“, um zeitnah Verbesserungen zu erreichen, erklärte SPD-Fraktionschef Matthias Schöppner im Namen der drei Fraktionen.

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Bad Sodens Innenstadt steht unter Wasser.
Bad Sodens Innenstadt steht unter Wasser. © Willi Schmitt
Bad Sodens Innenstadt steht unter Wasser.
Bad Sodens Innenstadt steht unter Wasser. © Willi Schmitt
Bad Sodens Innenstadt steht unter Wasser.
Bad Sodens Innenstadt steht unter Wasser. © Willi Schmitt
Eisschollen-Landschaft in Ehrenberg-Reulbach.
Eisschollen-Landschaft in Ehrenberg-Reulbach. © privat
Hochwasser im Huttengrund im Kinzigtal.
Hochwasser im Huttengrund im Kinzigtal. © Elisabeth Schmitt
Hochwasser im Huttengrund im Kinzigtal.
Hochwasser im Huttengrund im Kinzigtal. © Elisabeth Schmitt
Straßensperre in Salmünster wegen dem Hochwasser.
Straßensperre in Salmünster wegen dem Hochwasser. © Barbara Kruse
Das Tauwetter und der Regen sorgen am Freitag für Hochwasser.
Das Tauwetter und der Regen sorgen am Freitag für Hochwasser. © Marius Scherf
Das Tauwetter und der Regen sorgen am Freitag für Hochwasser.
Das Tauwetter und der Regen sorgen am Freitag für Hochwasser. © Marius Scherf
Das Tauwetter und der Regen sorgen am Freitag für Hochwasser.
Das Tauwetter und der Regen sorgen am Freitag für Hochwasser. © Marius Scherf
Das Tauwetter und der Regen sorgen am Freitag für Hochwasser.
Das Tauwetter und der Regen sorgen am Freitag für Hochwasser. © Marius Scherf
Das Tauwetter und der Regen sorgen am Freitag für Hochwasser.
Das Tauwetter und der Regen sorgen am Freitag für Hochwasser. © Marius Scherf
Das Tauwetter und der Regen sorgen am Freitag für Hochwasser.
Das Tauwetter und der Regen sorgen am Freitag für Hochwasser. © Marius Scherf
Das Tauwetter und der Regen sorgen am Freitag für Hochwasser.
Das Tauwetter und der Regen sorgen am Freitag für Hochwasser. © Marius Scherf
Das Tauwetter und der Regen sorgen am Freitag für Hochwasser.
Das Tauwetter und der Regen sorgen am Freitag für Hochwasser. © Marius Scherf
Das Tauwetter und der Regen sorgen am Freitag für Hochwasser.
Das Tauwetter und der Regen sorgen am Freitag für Hochwasser. © Marius Scherf
Das Tauwetter und der Regen sorgen am Freitag für Hochwasser.
Das Tauwetter und der Regen sorgen am Freitag für Hochwasser. © Marius Scherf

Bürgermeister Dominik Brasch (parteilos) sprach von „gefühlt verschleppten“ Maßnahmen. Im Fall des Rückhaltebeckens lägen erste Planungsschritte bereits sechs Jahre zurück. Von einer baulichen Umsetzung „sind wir noch weit entfernt“, bedauerte Brasch. Angesichts der neuerlichen Schäden durch das Hochwasser - sogar Baumärkte durften öffnen - wolle er namens der Stadt Bad Soden-Salmünster gemeinsam mit dem Main-Kinzig-Kreis und dem Wasserverband Kinzig mehr Druck auf die Landesbehörden in Gestalt des Regierungspräsidiums Darmstadt ausüben, damit das Projekt im Huttengrund vorankomme.

Laut dem Bürgermeister geht es zwischen Wahlert und Bad Soden um ein Areal von etwa 25 Hektar, das ein Aufstauvolumen von maximal 700.000 Kubikmeter Wasser aufweise. Das notwendige Dammbauwerk am Ende des Beckens in Richtung Bad Soden wäre wohl bis zu 300 Meter lang.

Das Hochwasser vom vergangenen Freitag habe einmal mehr gezeigt, dass das sonst nur kleine Flüsschen Salz bei andauerndem oder starkem Regen in kurzer Zeit sehr stark anschwellen könne. Das große Rückhaltebecken sei aber meist nur für kurze Zeit notwendig, circa zwischen zwei und zwölf Stunden. Eine Aufstaumöglichkeit hätte jetzt eine Absenkung der Salz um etwa 113 Zentimeter bedeutet. Dies hätte vor allem den Anwohnern in der Sodener Altstadt manches erspart.

GWL-Fraktionschef Hans-Georg Schiesser berichtete aus eigener Anschauung über die Hochwasser-Schäden, denn Familienmitglieder führen in der Altstadt ein Modehaus. Zwei Rohre durch die Thermalstraße am Festplatz und ein zusätzlicher Schutzwall Am Zehnthof/Am Linsenhof könnten laut Schiesser zusätzlichen Wasserabfluss bewirken, was die Innenstadt von Bad Soden entlaste. Dies könne die Stadt ohne größeren Aufwand bewerkstelligen.

Heinrich Hausmann (CDU) mahnte an, dass die Hinterlassenschaften des Hochwassers in Feld und Flur von manchen Grundeigentümern kaum aus eigener Kraft zu beseitigen seien. Hierbei solle die Kurstadt Hilfe leisten. Bürgermeister Brasch wies darauf hin, dass sich neben Vertretern der betroffenen Stadtteile auch Privatpersonen im Rathaus oder bei ihm melden dürften. Gemeinsam werde dann nach einer Lösung anstehender Probleme gesucht.

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