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Landratswahl im Main-Kinzig-Kreis: Große Irritation nach Ablauf der Bewerbungsfrist

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Von: Hanns-Georg Szczepanek

Thorsten Stolz (SPD) und Gabriele Stenger (CDU) treten im Main-Kinzig-Kreis zur Landratswahl an.
Thorsten Stolz (SPD) und Gabriele Stenger (CDU) treten im Main-Kinzig-Kreis zur Landratswahl an. © privat; Tobias Koch

Mit einer Überraschung ist am Montagabend die Bewerbungsfrist zur Landratswahl im Main-Kinzig-Kreis am 29. Januar 2023 abgelaufen. Statt drei Kandidaten gibt es nur noch zwei.

Main-Kinzig-Kreis - Eine Kandidatin und zwei Kandidaten hatten ihre Absicht, sich um den Chefposten im Landratsamt im Main-Kinzig-Kreis zu bewerben, bereits vor Wochen öffentlich bekundet und sich seither durch publikumswirksame Termine oder auch eine intensive Öffentlichkeitsarbeit bekanntgemacht.

Main-Kinzig-Kreis: Irritation beim Kampf um den Posten des Landrats

Einer von ihnen, der Hasselrother Matthias Okon von der Linkspartei Main-Kinzig, hat aber gar keine Bewerbungsunterlagen abgegeben. Wie die Kreisverwaltung am Montagabend nach Fristende mitteilte, liegen nur zwei Bewerbungen im Kreishaus vor: die von Amtsinhaber Thorsten Stolz (SPD) aus Gelnhausen und die von Gabriele Stenger (CDU) aus Hanau.

Die Parteien der beiden bilden im Kreistag eine große Koalition. Die Wählergruppen und Parteien der Opposition im Kreistag, also Grüne, FDP, Freie Wähler, AfD und Linke, haben somit keine eigene Kandidaten „im Ring“.

Matthias Okon (Die Linke) wollte wohl kandidieren, es gingen aber weder von ihm noch von seiner Partei entsprechende Unterlagen im Kreiswahlamt ein.
Matthias Okon (Die Linke) wollte wohl kandidieren, es gingen aber weder von ihm noch von seiner Partei entsprechende Unterlagen im Kreiswahlamt ein. © privat

Irritiert zeigte sich auf Anfrage unserer Zeitung am Abend auch Linken-Kreistagsfraktionschef Andreas Müller. Er sei fest davon ausgegangen, dass Okons Bewerbung eingereicht worden sei. Am späten Nachmittag habe er noch einen Wahlkampftermin mit Okon absolviert. Dieser hatte unserer Zeitung sogar kurz nach Bewerbungsende eine E-Mail mit der Signatur „Landratskandidat der Partei Die Linke Main-Kinzig-Kreis“ übersandt. Eine Nachfrage zu den fehlenden Unterlagen blieb bis Redaktionsschluss aber unbeantwortet.

Stenger und Stolz stellen sich am 29. Januar dem Votum der mehr als 300.000 Wahlberechtigten im Main-Kinzig-Kreis. Eine Stichwahl war für den 12. Februar angesetzt, dieser Termin entfällt nun aber. Der Kreiswahlausschuss wird am 2. Dezember, um 10 Uhr, im Main-Kinzig-Forum in öffentlicher Sitzung über die formale Zulässigkeit der Bewerbungen entscheiden. Per Gesetz muss ab dem 19. Dezember die Ausgabe von Wahlscheinen möglich sein, etwa zur Briefwahl.

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