Ein Polizeifahrzeug steht vor einer Polizeidienststelle.
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Die Polizei in Schlüchtern sucht nach einer Gruppe Jugendlicher, die einen 57-Jährigen rassistisch beleidigt und bedroht haben sollen. (Symbolfoto)

Vorfall in Schlüchtern

57-Jähriger rassistisch beleidigt und bedroht - Opfer berichtet: „Ich hatte Todesangst“

Ein 57 Jahre alter Mann ist in Schlüchtern von einer Gruppe Jugendlicher in seinem Auto bedroht und offenbar rassistisch beleidigt worden. Die Polizei ermittelt. Gegenüber der „Frankfurter Rundschau“ hat sich der 57-Jährige jetzt zu dem Fall geäußert.

Update vom 28. Mai, 15.39 Uhr: Nach einem rassistischen Übergriff auf einen 57-Jährigen in der Straße „Amtsberg“ in der Schlüchterner Innenstadt ermittelt der Staatsschutz. Offenbar ist der Fall gravierender als zunächst angenommen. Die „Frankfurter Rundschau“ hat in dieser Woche online einen Bericht veröffentlicht, in dem das Opfer zu Wort kommt*.

„Es geht mir wieder ganz gut. Aber ich habe weiter Schmerzen am Hals und bin erschrocken über das, was da passiert ist“, wird der Schlüchterner zitiert. Am Mittwochabend vor einer Woche habe er um sein Leben gefürchtet: „Ich wurde lange gewürgt, kriegte keine Luft mehr. Es hätte schlimm ausgehen können. Ich hatte Todesangst.“

Main-Kinzig-Kreis: Rassistische Beleidigung - 57-Jähriger äußert sich

Der Betroffene schildert den Fall in der „FR“ so: Er fuhr nach Hause, als fünf junge Leute „einfach so“ vor sein Auto sprangen und ihn zwangen anzuhalten. Nicht alle hätten ihn angegriffen, aber einer sei besonders aggressiv gewesen. „Ich fragte: ,Was ist los mit euch?‘ Die Antwort: ‚Ich will dich umbringen.‘“ Der Schlüchterner, in den 80er Jahren aus Südasien nach Deutschland gekommen, fragte, warum, und habe sinngemäß zu hören bekommen: „Weil du Ausländer bist und schwarz.“

Später kam ein Auto mit einer Frau und einem Mann, der Vater eines der etwa 17- bis 20-Jährigen gewesen sein soll. Dieser habe den 57-Jährigen in dessen Auto körperlich attackiert und angefangen, ihn in den Sitz zu drücken und zu würgen.

Vorfall in Schlüchtern: Staatsschutz ermittelt

Laut Polizeibericht soll die Frau mit einer Jacke versucht haben, die Tat vor den Blicken anderer abzuschirmen. Jetzt mischten sich Zeugen ein: Eine Passantin habe sich nicht einschüchtern lassen und schließlich gesagt: „Ich bin Polizistin und rufe jetzt meine Kollegen an.“ Kurz darauf habe der Angreifer von ihm abgelassen, berichtet das Opfer.

Der Staatsschutz ermittelt. Ein Polizeisprecher erklärte laut „FR“, wegen laufender Ermittlungen könne er keine weiteren Details mitteilen.

Erstmeldung vom 20. Mai:

Schlüchtern - Die Hintergründe eines Übergriffs auf einen Autofahrer, der sich am Mittwochabend in der Innenstadt in Schlüchtern ereignet hat, sind für die Ermittler noch weitgehend unklar. Wie das Polizeipräsidium Südosthessen in einer Pressemitteilung berichtet, ist der 57-Jährige, der mit seinem Peugeot gegen 19.45 Uhr auf der Straße „Amtsberg“ fuhr, in Höhe einer Metzgerei von einer fünfköpfigen Gruppe durch Blockieren der Straße zunächst zum Anhalten gezwungen worden.

Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei im Main-Kinzig-Kreis sei der Schlüchterner anschließend aus der Gruppe heraus rassistisch beleidigt und bedroht worden. Nachdem ein anderes Auto, ein Ford Focus mit SLÜ-Kennzeichen besetzt mit einer Frau und einem Mann, dazu kam, sei es auch zu Schlägen gegen das Auto den 57-Jährigen gekommen. Zu der jugendlichen Tätergruppe ist bislang nur bekannt, dass es sich um vier männliche und eine weibliche Person handelte und alle etwa 17 bis 20 Jahre alt waren. (Lesen Sie hier: Wohl Brandstiftung an Obdachlosen-Container in Schlüchtern: Tatverdächtiger in Untersuchungshaft)

Main-Kinzig-Kreis: 57-Jähriger in Auto von Jugendgruppe rassistisch beleidigt und bedroht

Einer der Jugendlichen soll etwa 1,70 Meter groß und mit einem dunklen T-Shirt und einer Jogginghose bekleidet gewesen sein. Die weibliche Person aus dieser Gruppe trug eine dunkle Jacke. Außerdem soll die aus dem Ford ausgestiegene Frau mit ihrer ausgebreiteten Jacke versucht haben, die Tat vor Blicken abzuschirmen, teilte das Polizeipräsidium Südosthessen mit.

Der 57-Jährige konnte letztlich, auch dank des Einschreitens von Zeugen, mit seinem Auto wegfahren. Die zuständige Staatsschutzabteilung bei der Kriminalpolizei hat die Ermittlungen bereits aufgenommen und bittet nun um weitere Zeugenhinweise unter der Telefonnummer (069) 8098-1234. (sec/zen) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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