1. Fuldaer Zeitung
  2. Kinzigtal

Kälbchen-Drillinge haben Namen bekommen - und sorgen für überregionalen Medienrummel

Erstellt:

Die Drillinge La, Le und Lu sorgen bei Landwirt Michael Schmitt für einigen Medienrummel.
Die Drillinge La, Le und Lu sorgen bei Landwirt Michael Schmitt für einigen Medienrummel. © Ulrich Schwind

„LaLeLu“ – wenn dieser Ausruf auf dem „Eingeriede“-Bauernhof im Main-Kinzig-Kreis erklingt, singt Landwirt Helmut Schmitt nicht etwa seinen Enkelkindern das bekannte Gute-Nacht-Lied vor, sondern er ruft seine drei Kälbchen.

Gundhelm - Wie bereits vergangene Woche berichtet, hat sich auf dem Hof bei Gundhelm ein unerwarteter „Kindersegen“ ereignet: Kuh „Liana“ hat Drillinge zur Welt gebracht. Eine kleine Sensation, denn normalerweise werden maximal zwei Kälber auf einmal geboren. Mittlerweile haben die gut drei Wochen alten Jungtiere nicht nur ihre Ohrmarken bekommen, sondern auch Namen. Das braun-weiß gefleckte Kalb hört fortan auf den Namen „Lu“, die beiden Stiere auf „La“ und „Le“.

Und diese drei haben es mittlerweile zu einiger Berühmtheit gebracht. Nach dem Bericht in unserer Zeitung stand das Telefon im Hause Schmitt nicht mehr still. Nicht nur Bekannte und Freunde gratulierten zu dem Nachwuchs, auch die überregionalen Medien interessierten sich für das seltene Ereignis. Bereits drei Radiosender haben darüber berichtet. Und ein Fernsehsender hat sein Kommen in den nächsten Tagen für einen Dreh angekündigt.

Main-Kinzig-Kreis: Kälbchen-Drillinge La, Le und Lu sorgen für Medienrummel

„Hier hat der Blitz eingeschlagen“, scherzt Helmut Schmitt über das plötzliche Interesse. „Wir sind jetzt hier nicht mehr das Tal der Ahnungslosen“, bezieht er sich auf einen Spruch, den sie sich in der Vergangenheit öfter von Außenstehenden mit einem Augenzwinkern wegen der Abgeschiedenheit des Hofes im Main-Kinzig-Kreis hatten anhören müssen.

Dabei hatte der Geburtstag des Trios unspektakulär begonnen. Junior-Landwirt Michael Schmitt entdeckte die drei Kälbchen beim Gang über das Anwesen. Die frohe Botschaft überbrachte der 42-Jährige unmittelbar seinen Eltern Waltraud und Helmut Schmitt: „Beide Kühe haben gekalbt.“ Zu dieser Zeit war nämlich noch ein weiteres Tier auf dem Hof trächtig. Der Junior ging also davon aus, dass eine Kuh zwei Kinder, die andere eines zur Welt gebracht hatte. Erst als die Landwirtin selbst später noch einmal nachsah, stand die Sensation fest. Denn die zweite Kuh war noch trächtig.

Mutter-Kuh Liana hat das zweite Mal in ihrem Leben gekalbt. Nach ihrer ersten Geburt hatte Helmut Schmitt sie vor etwa einem Jahr auf dem Zuchtviehmarkt in Alsfeld gekauft. Sie stammt ursprünglich aus einem landwirtschaftlichen Betrieb in Oberzent-Airlenbach im südhessischen Odenwaldkreis.

Video: Seltene Geburt: Oberpfälzer Kuh bringt Drillinge zur Welt

Abseits des Medienrummels verläuft das Leben für die Drillinge, die mittlerweile jeweils etwa 30 Kilo wiegen, geruhsam. Mutter Liana wird morgens gegen 5 Uhr das erste Mal gemolken, später noch einmal gegen 17 Uhr. Rund zehn Liter Milch gibt sie dabei pro Tag. Zu viel, um sie den Neugeborenen direkt über den Euter zukommen zu lassen.

Also gibt es gegen 5.30 und nachmittags um 17.30 Uhr frische Milch aus einem Eimer, der mit einem künstlichen Euter versehen wird. Für die Zwischenrationen um 11 und 22 Uhr wird sie zwischengelagert und dann jeweils aufgewärmt. Ansonsten schlafen die drei viel, spielen miteinander oder kabbeln sich gegenseitig.

Zufällig erschien der Bericht über die Drillingsgeburt an Helmut Schmitts 75. Geburtstag. Folglich stand das Telefon an diesem Tag nicht still. Bestimmt 20 Mal habe es geschellt – wobei das Wiegenfest bei dieser Sensations-Geburt im „Tal der Ahnungslosen“ etwas in den Hintergrund rückte. (von Ulrich Schwind)

Auch interessant