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Main-Kinzig-Kreis: Keine Veranstaltungen in geschlossenen Räumen mit mehr als 300 Teilnehmern

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Main-Kinzig-Kreis - Nachdem im Main-Kinzig-Kreis neun neue Corona-Fälle bestätigt wurden, hat sich der Kreis dazu entschieden, ab Samstag, 14. März, alle Veranstaltungen in geschlossenen Räumen ab 300 Personen und Freiluftveranstaltungen ab 1000 Personen abzusagen sind.

Wie die Pressestelle am späten Donnerstagnachmittag bekannt gab, sei dieses Vorgehen nach Einschätzung der Kreisspitze und der Fachleute im Lenkungsstab des Main-Kinzig-Kreises notwendig, um die Ausbreitung der Erkrankung zu verlangsamen und mögliche Ansteckungswege nachvollziehen zu können.

Zudem soll eine Überlastung des Gesundheitssystems verhindert werden. Diese verbindliche Verfügung des Landrates, die ab Freitag, 13. März, in Kraft gesetzt wird, basiert auf der aktuellen Anordnung des Hessischen Sozialministeriums, Großveranstaltung ab 1000 Personen zu verbieten. Sie gilt ebenfalls zunächst bis zum 10. April.

Absage und Verschiebung empfohlen

Wie die Erste Kreisbeigeordnete und Gesundheitsdezernentin Susanne Simmler sowie Landrat Thorsten erläutern, sei jedoch für die Gesundheitsbehörden bei Veranstaltungen dieser Größenordnung eine zuverlässige Ermittlung von Kontaktpersonen völlig ausgeschlossen. Die jetzt gewählte Anzahl von 300 Personen sei die maximale Größenordnung, die in dieser Situation noch zu bearbeiten sei.

Für kleinere Veranstaltungen mit weniger als 300 Gästen gilt in Absprache mit den Gesundheitsexperten zudem die Empfehlung, eine Absage oder Verschiebung im Einzelfall zu prüfen. Hier könnten als weitere Kriterien der Charakter der Veranstaltung sowie die Zusammensetzung des Publikums herangezogen werden.

Ältere Menschen gefährdet

Kritisch zu bewerten sind dabei Zusammenkünfte mit überwiegend älteren Menschen oder Personen mit Vorerkrankungen, da diese bei einer Erkrankung mit dem Corona-Virus besonders gefährdet seien.

Der Main-Kinzig-Kreis wird daher unter anderem seine Veranstaltungen „Musik hilft“ und „Treffpunkt Alter“ aufgrund der veränderten Situation kurzfristig absagen. Das Spendenkonto zu „Musik hilft“ bleibt jedoch aktiv.

Risikogruppen schützen

„Ein vorrangiges Ziel muss es sein, die Risikogruppen vor einer Ansteckung und den entsprechenden Folgen zu schützen“, sagen Thorsten Stolz, Susanne Simmler und Winfried Ottmann. Insgesamt sei die Ausbreitung des Coronavirus auch im Main-Kinzig-Kreis nicht völlig aufzuhalten, aber die bestmögliche medizinische Versorgung soll in diesem Fall sichergestellt sein. Noch am Donnerstagabend wurden alle Bürgermeister im Main-Kinzig-Kreis im Rahmen einer Dienstversammlung persönlich über diese Entscheidung informiert.

Für die Kreisspitze ist die Verfügung unter den aktuellen Umständen ein sachgerechter Weg, um das öffentliche Leben nicht völlig zu stoppen. „Ein Teil der Öffentlichkeit erwartet Aktionismus. Wir haben unsere Entscheidung jedoch sehr genau abgewogen. Es ist nicht unsere Aufgabe, Erwartungshaltungen auch aktionistisch zu erfüllen. Wir spüren jedoch eine wachsende Verunsicherung und das Bedürfnis nach einer klaren Regelung“, erläutern Simmler und Stolz die vorbeugende Maßnahme.

Schulen von Regelung nicht betroffen

Die Kreisspitze betont ausdrücklich, dass Schulen, Bildungseinrichtungen und auch Betriebe mit mehr als 300 Personen von dieser Verfügung nicht betroffen sind. „Hier haben wir eine ganz andere räumliche und personelle Struktur mit klarer Zuordnung und Nachvollziehbarkeit“, erläutern Thorsten Stolz, Susanne Simmler und Winfried Ottmann. Die Situation werde jeden Tag sehr differenziert bewertet und die Handlungsempfehlungen jeweils entsprechend angepasst.

Beim Umgang mit dem Coronavirus gilt weiterhin die Strategie der Absonderung und Eingrenzung. Trotz des Anstiegs der Infektionen im Main-Kinzig-Kreis seien die Umstände und Kontakte derzeit noch nachvollziehbar und bestätige die bisherige Strategie des Gesundheitsamtes. „Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten und zeitaufwändig daran, die Infektionsketten nachzuverfolgen“, berichtet Gesundheitsdezernentin Susanne Simmler.

Bürgertelefon geschaltet

Fragen rund um den Umgang mit Verdachtsfällen oder zum Coronavirus allgemein liefert das Robert-Koch-Institut auf seiner Homepage www.rki.de. Darüber hinaus gibt es eine Hotline des Landes Hessen, die täglich von 8 bis 20 Uhr unter 0800-5554666 erreichbar ist.

Das Bürgertelefon des Main-Kinzig-Kreises ist von montags bis donnerstags von 9 bis 18 Uhr sowie freitags bis sonntags von 9 bis 15 Uhr unter 06051-8510000 weiterhin geschaltet.

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