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Nach dem Urteil gegen eine Sekten-Chefin, die einen Vierjährigen in einem Sack erstickt haben soll, beginnt heute im Main-Kinzig-Kreis der Prozess gegen die Mutter. (Symbolbild)

Sekten-Chefin bereits verurteilt

Vierjähriger in Sack erstickt: Prozess gegen Mutter beginnt heute in Hanau

Knapp ein Jahr nach dem Mordurteil gegen eine mutmaßliche Sekten-Chefin, die einen vierjährigen Jungen in einem Sack erstickt haben soll, beginnt an diesem Dienstag um 14 Uhr vor dem Landgericht Hanau der Prozess gegen die Mutter des Kindes.

Hanau - Die Staatsanwaltschaft wirft der Mutter vor, ihren Sohn am 17. August 1988 aus niedrigen Beweggründen getötet zu haben. Die Kammer hatte die Anklage zugelassen unter der Maßgabe, dass sowohl der Vorwurf des gemeinschaftlichen Mordes als auch eine Beihilfe zum Mord in Betracht kommen kann.

Die 60-jährige Deutsche soll das Kind in einem verschnürten Sack in die Obhut der im vergangenen September verurteilten, mutmaßlichen Sekten-Chefin gegeben haben, die dem Kind nach dem Leben getrachtet haben soll. Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft hatte die Frau auf die Mutter des Jungen eingeredet und sie davon überzeugt, dass ihr Sohn die „Reinkarnation Hitlers, ein Machtsadist und von den Dunklen besessen“ sei.

Main-Kinzig-Kreis: Kind in Sack erstickt - Prozess gegen Mutter beginnt heute

Deshalb habe die Mutter den Tod des kleinen Jungen billigend in Kauf genommen. Die 60-Jährige war einen Tag nach dem Mordurteil gegen die mittlerweile 74 Jahre alte mutmaßliche Sekten-Chefin in Leipzig festgenommen worden und sitzt seither in Untersuchungshaft.

Das Hanauer Landgericht hatte die mutmaßliche Sekten-Chefin wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt, wogegen diese Revision eingelegt hatte, über die noch nicht entschieden ist. Sie soll den bis über den Kopf eingeschnürten Jungen seinem Schicksal überlassen haben, obwohl sie die Schreie des Kindes und dessen Panik wahrgenommen habe. Das Kind soll ohnmächtig geworden und an seinem Erbrochenen erstickt sein.

Ermittler hatten den Tod des Jungen lange Jahre für einen Unfall gehalten - erst 2015 war der Fall nach Hinweisen von Sekten-Aussteigern wieder aufgerollt worden. (dpa)

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