Diskussion der Direktkandidaten

KN-Forum Steinau: An der Windkraft scheiden sich die Geister - Welcher Kandidat hat am meisten überzeugt?

  • Tim Bachmann
    VonTim Bachmann
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  • Marah Naumann
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In der Sache teils hart, aber dennoch fair im Umgang miteinander diskutierten am Montagabend sechs Direktkandidaten im Wahlkreis 175 während des Podiums unserer Zeitung in der Steinauer Halle am Steines. Die 100 Bürgerinnen und Bürger durften zum Abschluss votieren, welcher Kandidat sie am meisten überzeugt hatte.

Steinau - Eines der zentralen Themen des Abends war der Ausbau von Windkraft in der Region. Stella Smith (20, Linke, Nidda) und Knut Kiesel (32, Grüne, Maintal) waren sich relativ einig darin, dass diese im Hinblick auf das „1,5-Grad-Ziel“ nötig ist. Und gerade junge Menschen stünden dem Thema positiv gegenüber. Bettina Müller (62, SPD) stellte große Kontroversen in der Thematik fest und betonte, dass ein Windkraft-Ausbau nicht gegen den Willen der Bürger erfolgen könne. Zudem merkte sie an: „Der Taunus könnte auch das ein oder andere Windrad verkraften. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.“

Stella Smith, Knut Kiesel und Bettina Müller bildeten die „linke Seite“.

In den Augen von Andrea Rahn-Farr (49, FDP, Kerbersdorf/Büdingen) und Johannes Wiegelmann (28, CDU, Salmünster) sind die Anlagen im Kinzigtal (Main-Kinzig-Kreis) bereits jetzt an vielen Stellen nicht rentabel, und ein weiterer Ausbau in der Region sei es erst recht nicht. Wiegelmann: „Es langt.“

Auch Mariana Harder-Kühnel  (47, AfD, Gelnhausen) sprach sich gegen einen Ausbau aus und ging sogar so weit, einen Rückbau zu fordern: „Energie kann nicht von Wetter und dem Ausland abhängig sein. Es braucht einen klugen Energiemix.“ Zu einem solchen sieht die AfD-Kandidatin den Einbezug von Braun- und Steinkohle sowie Atomenergie als nötig an.

Main-Kinzig-Kreis: Kandidaten diskutieren im KN-Forum über Windkraft

Auf die Frage, warum die Wähler im ländlich geprägten Ostkreis gerade sie wählen sollten, gaben die Direktkandidaten folgende Antwort:

Wiegelmann: „Ich bin hier groß geworden und bringe den Blick der Generation mit, die diese Region in den nächsten 30, 40 Jahren prägen wird. Wir haben die beste Zeit noch vor uns.“

Johannes Wiegelmann, Andrea Rahn-Farr und Mariana Harder-Kühnel saßen „rechts“.

Kiesel: „Wir wollen für alle ein besseres Leben. Ich würde meinen technischen Verstand dafür gern einbringen.“

Smith: „Wie komme ich von Büdingen-Düdelsheim nach Steinau? Wir müssen den ÖPNV ausbauen. Mein Ziel ist es auch, die Schulen in Schuss zu bringen.“ (Lesen Sie hier: KN-Forum in Steinau - Das sind die Direktkandidaten des Wahlkreis 175)

„Warum sollten die Wähler gerade Sie wählen?“ Diese Antworten gaben die Kandidaten

Harder-Kühnel: „Ich bin hier geboren, tief verwurzelt und eng verbunden mit der Region.“ Ihre Ziele seien Freiheit, Wohlstand und Sicherheit. Rahn-Farr „möchte, dass der ländliche Raum in Berlin besser repräsentiert wird“.

Gut 100 Gäste verfolgten das unter der 3G-Regel veranstaltete Wahlforum.

Müller: „Ich komme aus einem Ort mit 2300 Einwohnern und vier Ortsteilen. Ich kenne die Probleme des ländlichen Raums. Die Läden machen dicht, die Ärzte gehen weg, die Straßen sind schlecht. Das alles eng verzahnt mit meinem Herzensthema Gesundheit.“

Auf dem Podium in der Halle am Steines diskutierten sechs Direktkandidaten im Bundestagswahlkreis 175: Stella Smith (von links), Knut Kiesel und Bettina Müller sowie Mariana Harder Kühnel (von rechts), Andrea Rahn-Farr und Johannes Wiegelmann. Sie stellten sich den Fragen von KN-Redaktionsleiter Alexander Gies (Vierter von links) und dessen Stellvertreter Hanns Szczepanek.

Die Diskussionen verliefen zumeist sachlich. Einzig vermeintliche Affären um Finanzminister Scholz ließen Emotionen hochkochen. Das Publikum verfolgte die Debatte gesittet – von wenigen Zwischenrufen abgesehen. Mit Applaus wurden vor allem diejenigen bedacht, die sich gegen den weiteren Windkraftausbau aussprachen.

„Welcher Kandidat hat Sie am meisten überzeugt?“ - So stimmten die Zuschauer ab

Nach dem Ende des KN-Wahlforums in Steinau hatten die gut 100 Besucherinnen und Besucher Gelegenheit, für jenen Bewerber mit einem „Stimmzettel“ zu votieren, der sie in der Podiumsrunde am meisten überzeugt hat. An dieser – selbstverständlich nicht repräsentativen – Abstimmung nahmen 95 Personen teil. Zwei Stimmzettel waren nicht auswertbar, aus den übrigen ergab sich folgendes Resultat:

Johannes Wiegelmann (CDU) – 36,6 Prozent

Andrea Rahn-Farr (FDP) – 28,0 Prozent

Bettina Müller (SPD) – 19,4 Prozent

Knut Kiesel (Die Grünen) – 7,5 Prozent

Mariana Harder-Kühnel (AfD) – 6,4 Prozent

Stella Smith (Linke) – 2,1 Prozent. / hgs

Rubriklistenbild: © Tim Bachmann

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