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Kostenloser Glasfaser-Anschluss bis ins Haus: Bereits mehr als 1000 Anmeldungen

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Landrat Thorsten Stolz und Breitband-Geschäftsführerin Simone Roth freuen sich über den Start der Gigabit-Kampagne.
Landrat Thorsten Stolz und Breitband-Geschäftsführerin Simone Roth freuen sich über den Start der Gigabit-Kampagne. © Pressestelle Main-Kinzig-Kreis

Der Main-Kinzig-Kreis treibt mit seiner Tochterfirma Breitband Main-Kinzig den Glasfaserausbau im Landkreis voran. Deshalb wurde nun die Kampagne „Einmal GIGA BITte“ ins Leben gerufen. Mit Zuschüssen von Bund und Land soll allen Menschen ein Anschluss ermöglicht werden, die aktuell noch keinen haben.

Main-Kinzig-Kreis - „Bei uns sind schon mehr als 1000 Glasfaser-Bestellungen eingegangen“, blickt Thorsten Stolz zufrieden auf den Start der Gigabit-Kampagne. Wie Kreisbeigeordneter Winfried Ottmann erläutert, ist das Großprojekt des Kreises auf fünf Jahre angelegt. Bis 2026 sollen jährlich circa 10.000 Gebäude an das schnelle Netz angeschlossen werden, insgesamt sind dies bis zu 50.000 Stück, heißt es in einer Mitteilung von Breitband Main-Kinzig.

Die Reihenfolge – also wo zuerst und wo anschließend ausgebaut wird – wird Schritt für Schritt festgelegt. Sie hängt auch davon ab, wo schon viele Bestellungen eingegangen sind. Ottmann: „Wir können in jedem Ort nur ein einziges Mal tätig werden und wollen dann so viele Häuser wie möglich anschließen.“ Heißt auch: Wer einen Glasfaseranschluss will, muss sich unter Umständen bis 2026 gedulden.

Main-Kinzig-Kreis: Kostenloser Glasfaser-Anschluss - Über 1000 Anmeldungen

In manchen Kommunen darf der Main-Kinzig-Kreis allerdings nicht tätig werden. Nach aktuellem Stand sind das Bad Soden-Salmünster, Brachttal, Großkrotzenburg, Hammersbach, Langenselbold, Maintal, Neuberg, Niederdorfelden, Rodenbach, Ronneburg, Schöneck und Wächtersbach.

Warum das so ist, erklärt Breitband-Geschäftsführerin Simone Roth: „Orte, die bereits mit einem Gigabit-Anschluss versorgt sind oder in denen ein Unternehmen aus der Privatwirtschaft gerade den Ausbau plant, sind für uns tabu. Der Gesetzgeber verbietet es uns dann, in diesen Gemeinden aktiv zu werden und entsprechende Fördergelder einzusetzen.“

Neben den Kommunen, in denen der Kreis gar nicht aktiv werden darf, gibt es noch Ausnahmen, in denen er zwar ausbauen darf, aber nicht kostenlos. Das sind zum Beispiel Neubaugebiete, die von den Fördergeldern ausgeschlossen sind. (Lesen Sie hier: Schnelleres Internet für den Main-Kinzig-Kreis: 75.000 Haushalte sollen profitieren)

Wer in den Genuss eines Ausbaus von Kreis und Breitband Main-Kinzig kommt, der profitiert von einigen Vorteilen, zählt Stolz auf: „Wir können dank der Fördergelder in nahezu allen Fällen kostenlos ausbauen. Das gibt es bei den privaten Anbietern natürlich nicht. Bei uns muss man außerdem keinen Internetvertrag abschließen. Und drittens betreiben wir keine Rosinenpickerei, sondern schließen alle an, die die Grundstückseigentümererklärung ausfüllen und die damit einen Anschluss bestellen. Voraussetzung ist natürlich, dass wir dort nach dem Gesetz und nach den Förderkriterien ausbauen dürfen.“

Video: Bundestag beschließt Recht auf schnelles Internet

Die Kommunen profitierten ebenfalls, wenn Breitband Main-Kinzig ausbaut: Denn das Netz gehört dann keinem Privatanbieter, sondern dem Landkreis. Und deshalb könnten die Bürgerinnen und Bürger später auch frei entscheiden, welchen Internetanbieter sie nutzen wollen.

Wer einen Anschluss haben will, füllt über die Homepage breitband-mkk.de die Grundstückseigentümererklärung aus. Diese ist nichts anderes als die Erlaubnis dafür, das Glasfaserkabel bis ins Haus zu legen und dabei gegebenenfalls auch den Hof auf- und wieder zuzumachen. Bei wem ein Anschluss seitens Breitband Main-Kinzig nicht oder nicht kostenlos möglich ist, der erfährt dies bereits im ersten Schritt des Bestellprozesses – und bekommt auch die Alternativen genannt. (ah)

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