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Staatsanwältin fordert fast sechs Jahre Haft für „Krawattenräuber“

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Laut Polizei im Zeugen-Aufruf trug der Täter eine „hässlich gemusterte Krawatte im Stil der 80er Jahre“ (Symbolfoto).
Laut Polizei im Zeugen-Aufruf trug der Täter eine „hässlich gemusterte Krawatte im Stil der 80er Jahre“ (Symbolfoto). © Peter Endig/dpa

Das Urteil im großen Raubprozess gegen einen 21-Jährigen am Landgericht Hanau soll am Freitag (25. März 2022) verkündet werden. Tags zuvor wurden weitere Zeugen gehört und die Plädoyers verlesen.

Hanau/Bad Soden-Salmünster - Der angeklagte Deutsch-Russe, der sich selbst als gläubigen Menschen bezeichnet, räumte am ersten Verhandlungstag alle Taten ein. Nach einer umfassenden Beweisaufnahme hatte schließlich die Vertreterin der Staatsanwaltschaft Hanau eine Freiheitsstrafe von fünf Jahren und acht Monaten für den jungen Mann gefordert.

Sie hielt dabei Jugendstrafrecht für angemessen, ebenso wie die Verteidigung, die vor der Zweiten Großen Strafkammer als Jugendstrafkammer für eine milde Strafe plädierte. Ein Gutachter hatte den zur Tatzeit Drogenabhängigen zuvor als voll schuldfähig eingestuft. Die Taten seien nicht „von Drogen geleitet“ gewesen.

Main-Kinzig-Kreis: Staatsanwältin fordert fast sechs Jahre Haft für „Krawattenräuber“

In der Zeit vom 7. März bis 28. Mai 2021 hatte der 21-Jährige auf fünf Bankfilialen, eine Tankstelle und zwei Taxifahrer in Bad Soden-Salmünster, Wächtersbach, Gelnhausen, Fulda und im Raum Karlsruhe Überfälle verübt. Die Gesamtbeute betrug fast 62.000 Euro.

Bei einem Teil der Taten trug er eine auffällige Krawatte aus den 1980er Jahren, die ihm den Namen „Krawattenräuber“ einbrachte (lesen Sie auch hier mehr: „Krawattenräuber“ ist gefasst - Mehrere Überfälle auf Banken, Tankstellen und Taxifahrer in der Region). Laut Polizei im Zeugen-Aufruf habe er eine „hässlich gemusterte Krawatte im Stil der 80er Jahre“ getragen.

Im Tatzeitraum war der Beschuldigte zwar noch polizeilich bei seiner Ex-Freundin in Großenlüder im Landkreis Fulda gemeldet, wohnte jedoch überwiegend bei einem Angehörigen in Bad Soden-Salmünster im Main-Kinzig-Kreis. (ls)

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