Zwei Rinder stehen auf einer Wiese.
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Vor dem Amtsgericht Gelnhausen müssen sich zwei Männer verantworten die Kühe vernachlässigt haben sollen. (Symbolfoto)

Prozess in Gelnhausen

Zwei Kühe abgemagert und ein Tier tot: Veterinäramt aus dem Main-Kinzig-Kreis deckt Missstände auf

Wegen eines Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz sollen sich zwei Männer vor dem Amtsgericht Gelnhausen verantworten. Doch der Prozessauftakt ging schief.

Schlüchtern - Der eine Beschuldigte, ein 41-Jähriger aus dem Wetteraukreis, war pünktlich mit seinem Verteidiger vor Gericht erschienen. Der zweite Angeklagte, ein 66-Jähriger aus dem Altkreis Schlüchtern, fehlte – jedoch entschuldigt. Am Nachmittag zuvor hatte er ein ärztliches Attest vorgelegt.

Zwar konnte Richter Andreas Weiß so nicht regulär in die Verhandlung einsteigen und die Anklage verlesen lassen. Er nutzte aber den Termin, informatorisch Staatsanwaltschaft und den jüngeren Angeklagten beziehungsweise seinen Verteidiger zu hören.

Main-Kinzig-Kreis: Männer sollen Kühe vernachlässigt haben - Ein Tier sei gestorben

In dem Verfahren geht es um die angeblich nicht fachgerechte Versorgung von Kühen auf einem landwirtschaftlichen Anwesen im Altkreis Schlüchtern im Main-Kinzig-Kreis. Dadurch soll mehreren Tieren Leiden zugefügt worden, eines gar gestorben sein.

Der Verteidiger regte an, das Verfahren gegen seinen Mandanten einzustellen. Dieser sei sein gesamtes bisheriges Leben als Tierhalter tätig und fachkundig. Trotz einer räumlichen Distanz zu dem Hof im Altkreis Schlüchtern sei er alle paar Tage dort gewesen und habe sich um die Kühe gekümmert. Von Seiten des kontrollierenden Veterinäramtes seien falsche Schlüsse gezogen worden. (Lesen Sie hier: Entzündungen, Eiter, Parasiten im Körper: Mehrere Schafe verwahrlost - Geldstrafe für 53-jährige Halterin)

Prozessauftakt ging schief: Amtsgerichtsdirektor will neue Verhandlungstermine ansetzen

Dem entgegnete die Vertreterin der Staatsanwaltschaft Hanau, dass es Bilder von zwei Kühen gebe, die offenbar deutlich abgemagert seien. Die Anklageseite argumentierte, dass es solchen Vierbeinern innerhalb kurzer Zeit schlecht gehen könnte. Mit einer sofortigen Einstellung des Verfahrens ohne Beweisaufnahme waren jedenfalls Anklagebehörde und Richter nicht einverstanden. Dafür wiege der Vorwurf zu schwer, sagte der Vorsitzende. Er wunderte sich auch, warum der 66-Jähriger trotz eines bereits verhängten Tierhalteverbots angeblich derzeit weiterhin Vierbeiner in seinem Bestand halte.

Amtsgerichtsdirektor Andreas Weiß vertagte und will einen neuen Verhandlungstermin ansetzen, wenn der 66-Jährige wieder gesund ist. Bis dahin will sich der Vorsitzende Richter auch darum kümmern, dass kurzfristig eine Kontrolle des zuständigen Veterinäramtes auf dem Anwesen des 41-Jährigen in der Wetterau stattfindet, um einen Überblick über dessen aktuelle Arbeit zu bekommen. (ls)

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