Maserati MC20
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Weil er Materialien für seinen Maserati nicht bezahlt haben soll, wurde ein 40-Jähriger in Gelnhausen wegen Betruges angeklagt.

Verfahren eingestellt

40-Jähriger wegen Betruges angeklagt: Alles dreht sich um einen Maserati

Die Zutaten für dieses „Gerichts-Menü“ versprachen Spannung: Ein Angeklagter aus der fränkischen Provinz, sein Anwalt aus dem großstädtischen Köln, ein Betrug mit einem Gesamtschaden von rund 4500 Euro und ein Maserati, um den sich alles drehte.

Gelnhausen - Der 40-Jährige aus Marktheidenfeld wollte den Luxusschlitten auf Vordermann bringen. Dazu benötigte er Materialien, die er bei einem Händler in Gelnhausen im Main-Kinzig-Kreis orderte. Das war bereits vor sechs Jahren. Zwischen Mitte Februar und Anfang Juni 2015 gab der nun Angeklagte insgesamt sieben Bestellungen auf und erhielt die Ware in einem Gesamtwert von knapp 4500 Euro. Allerdings beglich er dafür die Rechnungen nicht.

Main-Kinzig-Kreis: Maserati-Fahrer in Gelnhausen wegen Betruges angeklagt

Die Staatsanwaltschaft warf ihm Betrug vor und hatte dafür auch ein Vermögensverzeichnis parat. Nach diesem Schriftstück war der Angeklagte angeblich schon bei Erteilung der Aufträge nicht in der Lage, die fälligen Beträge zu begleichen. Diesen Vorwurf wies der Anwalt aus der Großstadt entschieden zurück. Das Vermögensverzeichnis stamme nicht von seinem Mandanten, sondern von dessen Neffen – namensgleich, allerdings mit anderem Geburtsdatum und schlechteren finanziellen Rahmenbedingungen. Das musste die Staatsanwältin nach Prüfung auch einräumen.

Außerdem habe der Lieferant aus Gelnhausen qualitativ schlechte Ware geliefert, die bei seinem Mandanten zu Zusatzkosten von rund 7000 Euro geführt hätten. Deswegen habe es auch eine „handfest zivilrechtliche Auseinandersetzung“ gegeben, berichtete der Advokat. Sein Mandant habe zwischenzeitlich einen Betrag von 500 Euro beglichen. (Lesen Sie hier: Ehepaar auf Reiterhof in Maintal getötet - Dritter Prozess bringt überraschende Wende)

Gesamtschaden von rund 4500 Euro - Verfahren ohne weitere Auflagen eingestellt

Um weiter fortfahren zu können, schlug das Gericht die Ladung des Geschäftsführers der Gelnhausener Firma zu einem Fortsetzungstermin vor. Dies schmeckte dem Anwalt nicht. Er wolle schließlich nicht noch einmal die Strecke von Köln nach Gelnhausen zurücklegen, monierte er. Nach längerem Hin und Her - wobei auch bekannt wurde, dass der Mann aus Marktheidenfeld bereits wegen Betruges vorbestraft ist - stellte Richter Wolfgang Ott das Strafverfahren ohne weitere Auflagen ein. (ls)

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