Die Leiche der Frau war im Juli 2020 in Erlensee (Main-Kinzig-Kreis) gefunden worden.
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Die Leiche der Frau war im Juli 2020 in Erlensee (Main-Kinzig-Kreis) gefunden worden. (Archivfoto)

Drei Mordmerkmale

Main-Kinzig-Kreis: Frau im Schlaf erstochen - Lebenslange Haftstrafe für 41-Jährigen

Im Mordprozess um eine in Erlensee im Main-Kinzig-Kreis erstochene Frau hat das Landgericht Hanau einen 41-jährigen Mann zu lebenslanger Haft verurteilt. 

Update vom 3. November, 16.09 Uhr: Die Richter sahen es am Mittwoch nach dem viermonatigen Prozess vor dem Landgericht Hanau als erwiesen an, dass der 41-Jährige seine Bekannte im Juli 2020 in Erlensee (Main-Kinzig-Kreis) getötet hat, um an ihr Auto zu kommen.

Das Schwurgericht stellte in seinem Urteil mit Heimtücke, Habgier und Raubmord drei Mordmerkmale sowie die besondere Schwere der Schuld fest. Damit ist eine vorzeitige Haftentlassung nach 15 Jahren praktisch ausgeschlossen.

Main-Kinzig-Kreis: Frau im Schlaf erstochen - Lebenslang für Täter

Der Angeklagte hatte lediglich eingeräumt, in der Wohnung der 47-Jährigen gewesen zu sein. Im Streit und aus Eifersucht habe ihn die Frau mit einem Messer angegriffen. Die Richter schenkten dieser Version keinen Glauben und folgten mit dem Urteil der Forderung aus dem Plädoyer der Staatsanwaltschaft.

Der Verteidiger hatte eine Verurteilung wegen Totschlags in einem minderschweren Fall beantragt. Er kündigte an, Revision gegen das Urteil, das noch nicht rechtskräftig ist, einzulegen.

Erstmeldung vom 3. November, 12 Uhr:

Hanau - Die Tat hatte sich im Juli 2020 in Erlensee (Main-Kinzig-Kreis) ereignet. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann vor, die Frau getötet zu haben, um an ihr Auto zu kommen. Er soll die 47-jährige Pflegerin in deren Wohnung im Schlaf überrascht und sie mit 25 Messerstichen getötet haben. Zudem sei das Opfer gewürgt worden. Beide hatten sich über ein Online-Dating-Portal kennengelernt.

Ziel des Verbrechens sei es gewesen, das Auto der Frau zu rauben, das er später für 4000 Euro verkauft habe. Mit dem erbeuteten Geld habe der Leiharbeiter seiner Freundin vorgaukeln wollen, er sei ein wohlhabender Mann. Die Hälfte der Beute soll der 41-Jährige an einem verlängerten Wochenende in Hamburg ausgegeben haben - unter anderem mit einer Übernachtung in einer Hotel-Suite.

Main-Kinzig-Kreis: Frau mit 25 Messerstichen getötet - Heute fällt Urteil

In dem seit Juli laufenden Prozess sieht die Staatsanwaltschaft nun mit Habgier, Heimtücke und Raubmord insgesamt drei Mordmerkmale und hat die Verhängung einer lebenslangen Freiheitsstrafe gefordert. Außerdem wurde die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld beantragt. Dies würde bedeuten, dass der Mann nach der Verbüßung von 15 Jahren Gefängnis keine automatische Möglichkeit erhält, um eine vorzeitige Freilassung zu bitten.

Nach 15 Verhandlungstagen hatte der Angeklagte eingeräumt, in der Wohnung der 47-Jährigen in Hanau (Main-Kinzig-Kreis) gewesen zu sein. Die Frau habe ihn jedoch aus Eifersucht mit einem Messer angegriffen. Die Verteidigung des Deutschen vor dem Landgericht Hanau hat eine Verurteilung wegen Totschlags im minderschweren Fall beantragt. (dpa)

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