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Medizinische Neuerung im Main-Kinzig-Kreis: Mobile Ultraschallgeräte in allen Notarztwagen

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Dr. Manuel Wilhelm, ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes im Main-Kinzig-Kreis, demonstriert im Rettungswagen am „Unfallopfer“ Niklas Klix, Azubi als Notfallsanitäter, den Einsatz des neuen mobilen Ultraschallgeräts.
Dr. Manuel Wilhelm, ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes im Main-Kinzig-Kreis, demonstriert im Rettungswagen am „Unfallopfer“ Niklas Klix, Azubi als Notfallsanitäter, den Einsatz des neuen mobilen Ultraschallgeräts. © Main-Kinzig-Kreis

Ab sofort verfügen alle Notarzteinsatzfahrzeuge im Main-Kinzig-Kreis über kleine Ultraschallgeräte. Dank der Innovation können innere Verletzungen leichter erkannt werden.

Main-Kinzig-Kreis - Die Sonographie-Geräte haben ungefähr die Größe eines Rasierers und können dadurch leicht transportiert werden. „Noch vor wenigen Jahren waren die Geräte beinah kühlschrankgroß und dadurch nicht mobil einsetzbar“, erläutert Dr. Manuel Wilhelm, ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes im Main-Kinzig-Kreis. Nun können die kleinen batteriebetriebenen Geräte einfach per Kabel an das Diensthandy des Notarztes angeschlossen werden, das mithilfe einer App als Bildschirm dient, heißt es in einer Mitteilung des Landkreises.

Der Ultraschall kann insbesondere beim Erkennen innerer Verletzungen weiterhelfen. „Damit können wir beispielsweise bei einem Verkehrsunfall schon außerhalb einer Klinik eine schwere Blutung im Bauch oder die Verletzung innerer Organe feststellen“, sagt Dr. Wolfgang Lenz, Leiter des Amts für Gesundheit und Gefahrenabwehr. „Auch bei einer Reanimation konnte man früher die Ursache oft nur vermuten, mit einer schnellen Ultraschalluntersuchung hingegen kann man konkrete Hinweise auf einen Herzinfarkt oder eine Lungenembolie finden“, so Lenz.

Main-Kinzig-Kreis: Mobile Ultraschallgeräte in allen Notarztwagen

„Wir betrachten die Notfallsonographie als eine wichtige Erweiterung der rettungsdienstlichen Ausrüstung, etwa bei der Versorgung von Verkehrsunfallopfern, und erhoffen uns davon eine zusätzliche Sicherheit in der Diagnostik“, fasst Erste Kreisbeigeordnete und Gesundheitsdezernentin Susanne Simmler zusammen. Finanziert wird diese Investition von den Krankenkassen über die entsprechenden Rettungsdienstbudgets. (Lesen Sie hier: Pilotprojekt im Main-Kinzig-Kreis: Hebammen unterstützen Rettungsdienst)

Die Untersuchung per Ultraschall ist aus der modernen medizinischen Versorgung in Klinik, Arztpraxis und öffentlichem Gesundheitssystem längst nicht mehr wegzudenken und überzeugt mit einer hohen Aussagekraft. Für die Notärzte und das Rettungsdienstfachpersonal sind nun vertiefende Schulungen zur Anwendung der Notfallsonographie geplant. (ah)

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