Pfarrer Daniel Göller (Mitte) wird von Kaplan Risto Samardziski aus Mazedonien (rechts) und Praktikant Michael Iljazovic aus Oberndorf unterstützt. Immer mit dabei: Mops Hugo.
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Pfarrer Daniel Göller (Mitte) wird von Kaplan Risto Samardziski aus Mazedonien (rechts) und Praktikant Michael Iljazovic aus Oberndorf unterstützt. Immer mit dabei: Mops Hugo.

Hund im Jossgrund beliebt

Wichtiger Helfer bei der Seelsorge - Mops Hugo unterstützt Pfarrer Daniel Göller

  • Andreas Ungermann
    VonAndreas Ungermann
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Der Jossgrund und Mernes sind eine katholische Enklave inmitten des eher evangelisch geprägten Spessart. Im kirchlichen Leben kommt es auf dem Land darauf an, „sich beheimatet zu fühlen“, sagt Pfarrer Daniel Göller (45).

Bad Soden-Salmünster - „Für manche Mitbrüder mag die Stadt ihren Reiz haben. Ich mag das Ländliche“, sagt Pfarrer Daniel Göller. Seit August 2017 ist der gebürtige Mackenzeller, der in Fulda aufwuchs und dort das Domgymnasium besuchte, im Jossgrund tätig.

Dass es in seiner Gemeinde noch viele Menschen gibt, die mit anpacken, hat er schon früh festgestellt, nachdem er nach seiner Kaplanszeit in Bimbach und Somborn in den Spessart kam. Bei der Einführungsmesse halfen damals Menschen aus immerhin vier Gemeinden mit: Sankt Martin Jossgrund, Herz-Jesu Pfaffenhausen, Zum kostbaren Blut Burgjoß und Pfarrkuratie Sankt Peter in Mernes.

Main-Kinzig-Kreis: Mops Hugo hilft Pfarrer bei der Seelsorge

Das Pfarrhaus bezog Göller nicht allein. Im Schlepptau hatte er Hugo. Der schwarze Mops, dessen Halsband mitunter schon an den Priesterkragen erinnerte, ist für den 45-Jährigen eine wichtige Unterstützung in der Seelsorge und darf sogar mit zum Religionsunterricht in die Schule.

„Ein Hund ist immer ein dankbares Gesprächsthema. Wenn ich mit Hugo unterwegs bin, bin ich ja für die Leute ansprechbar. Das habe ich schon in Bimbach bemerkt“, sagt der Pfarrer, für den es wichtig war und ist, sich in seiner Pfarrgemeinde zu beheimaten. Wie beliebt dort auch Hugo ist, zeigt der Verkauf von mehr als 100 Stoffhunden, die Jossgründer Frauen anlässlich einer Stall-, Landmaschinen- und Tiersegnung gehäkelt hatten. Der Erlös daraus floss in die Messdienerarbeit.

Seelsorge, aber vor allem Verkündigung findet für Göller, der während Corona mit einem Golfplatz-Mobil und Monstranz durch die Dörfer fuhr, jedoch nicht nur auf der Straße und in den Gassen, in Feld und Flur sowie an Altar und Ambo statt. Als „pfarrer_jossgrund“ ist er im sozialen Netzwerk Instagram und damit auch über den Jossgrund hinaus unterwegs. (Lesen Sie hier: Drei Hunde helfen im Klinikum Fulda Patienten)

Seelsorge im Jossgrund - Pfarrer Daniel Göller ist auf Instagram aktiv

Häufig und mit wahrnehmbarer Freude gratuliert er bildreich Hochzeitspaaren, begrüßt Täuflinge in der Kirche und dokumentiert die Verbundenheit zu den Familien in seiner Gemeinde mit den Worten: „Willkommen in der Kirche Gottes. Ein Wochenende ohne Taufe ist ein verlorenes Wochenende.“

Auch Erstkommunion-Feiern, Messdienerstunden, Prozessionen oder die Kier – also die Kirmes – sind digital festgehalten. „Das ist für mich ganz wichtig, um meine Gemeindemitglieder zu erreichen – Facebook für die ältere Generation, Instagram für die Jugend“, erklärt Göller, der auf die Unterstützung von Franziskanerpater Robert Jauch, Kaplan Risto Samardziski und Praktikant Michael Iljazovic zählen kann.

Es sind aber auch die Ereignisse im analogen Leben, die Göller immer wieder daran erinnern, dass es wohl keinen abwechslungsreicheren Beruf als Landpfarrer gebe. „Von der Taufe über die Erstkommunion und die Hochzeit begleite ich die Familien und bin damit Teil von ihnen“, sagt er. (Lesen Sie auch: Hundebesitzer Gary Hines zu Gast in RLT-Sendung „Take me out“)

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Aktuell freuen sie sich darauf, Gemeinschaft nach Corona wieder zu erleben – freilich unter den gebotenen Schutzkonzepten. Aber das Dorfleben lebe halt einfach vom Miteinander, beispielsweise mit den Vereinen. „Nach der Kirchturmbegehung etwa grillt die Feuerwehr im Pfarrgarten.

Zu Vereinsjubiläen gehört der Gottesdienst ganz selbstverständlich dazu“, berichtet der Spessartpfarrer. Als jüngst das Mikrofon für den Friedhof kaputt war, habe die Vereinsgemeinschaft eine neue Anlage angeschafft, die auch die Kirche nutzen kann.

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