unbekannte Person mit einem Messer in der Hand
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Ein Mann soll in Erlensee eine Frau erstochen haben, um deren Pkw verkaufen zu können. (Symbolfoto)

Prozess ab 1. Juli in Hanau

Leiche weist 25 Einstiche auf: Mord an Online-Bekanntschaft wegen 4000 Euro?

Auf zunächst fünf Tage ist ein Mordprozess angesetzt, der am kommenden Donnerstag vor dem Landgericht Hanau beginnt. Ein Mann soll in Erlensee eine Frau erstochen haben, um deren Pkw verkaufen zu können.

Erlensee/Hanau - Die erste Große Strafkammer hat in der Verhandlung als Schwurgerichtskammer zu klären, ob der zur Tatzeit 40-jährige ledige Angeklagte deutscher Staatsangehörigkeit zwischen dem 20. und 21. Juli vorigen Jahres „heimtückisch und aus Habgier eine Frau mit einem Kampfmesser im Schlaf in den Hals gestochen hat, um ungehindert deren Pkw entwenden und diesen veräußern zu können“, heißt es in einer Pressenotiz des Hanauer Gerichts (Main-Kinzig-Kreis) zur Anklageschrift. Der Mann hatte dabei vor, mit dem Erlös von 4000 Euro seine eigene Freundin mit vermeintlichem Reichtum beeindrucken zu können.

Main-Kinzig-Kreis: Mord an Bekannter aus Online-Portal wegen 4000 Euro?

Zu diesem Zweck spiegelte der damals 40-Jährige wohl dem späteren Opfer, das er über ein Online-Dating-Portal kennengelernt hat, vor, bei ihr übernachten zu wollen. Als die Getötete arglos eingeschlafen war, soll der Angeklagte seinen Plan vollzogen und „in Tötungsabsicht mit einem mitgebrachten Kampfmesser neben der Geschädigten gekniet und zweimal auf deren Hals eingestochen“ haben, so die Schilderung der Anklage.  Durch diesen Angriff geweckt, habe sich die Frau mit den Händen gewehrt und zu flüchten versucht. Der Angeklagte soll sie aber eingeholt und ihr zunächst mehrfach in den Rücken gestochen, sie dann erwürgt und mindestens zehnmal in den Brustkorb und das Herz gestochen haben. Der Leichnam wies laut den Gerichtsakten 25 Stiche auf.

Der Angeklagte habe anschließend das Portemonnaie seines Opfers und die Zulassungsbescheinigungen sowie das Mobiltelefon und Wohnungsschlüssel entwendet und sei mit dem Auto der Getöteten davongefahren. Dieses inserierte der mutmaßliche Täter in einem Internet-Verkaufsportal und veräußerte es für 4000 Euro. (hgs)

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