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Schmuck und Geld: Rentner darf wertvollen Fund aus Gartenhecke behalten

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Von: Sophie Brosch

Den Schmuck hat ein Rentner aus Hanau zusammen mit einer ansehnlichen Summe Bargeld in einer Mülltüte gefunden.
Die Schmuckstücke wurden laut Polizei in den 50er und 60er Jahren in den USA hergestellt. © Polizeipräsidium Südosthessen

Ein Rentner aus der Nähe von Hanau hatte im November bei Gartenarbeiten auf seinem Grundstück einen Müllbeutel gefunden. Inhalt: Goldschmuck und eine knapp sechsstellige Summe Bargeld. Da die Polizei den Eigentümer nicht ermitteln konnte, darf der Finder den Schatz nun behalten.

Hanau - Seit dem ungewöhnlichen Fund im November 2021 hatte die Hanauer Polizei versucht, die Herkunft der Wertsachen zu klären. Auch wenn Geld und Schmuck in der Hecke nach Einschätzung der Polizei wohl kaum „verloren“ wurden, ließ sich kein konkreter Bezug zu einer möglichen Straftat herstellen.

Main-Kinzig-Kreis: Müllsack mit Schmuck und Geld - Rentner darf Fund behalten

Die Beamten hatten sich nach dem Fund auch an die Öffentlichkeit gewandt, um den Besitzer von Schmuck und Geld ausfindig zu machen. Aufgrund des äußerlichen Zustandes der Tüte vermutete die Polizei, dass die Wertsachen wohl mehrere Jahre in der Hecke lagen, ohne dass sie jemand entdeckt hat. (Lesen Sie auch: Ehrliche Finder: Vier Jungs geben Geldbörse mit fast 1000 Euro Bargeld bei Polizei ab)

Bei dem Schmuck handelt es sich überwiegend um Damen- und Herrenringe sowie mehrere Taschenuhren, aber auch Halsketten und Ohrstecker, wie die Polizei in einer Pressenotiz im November mitteilte. Die Schmuckstücke wurden in einem Fachbetrieb begutachtet und auf rund 20.000 Euro geschätzt. Es handelt sich um sogenannte Massenware, die in den 50er und 60er Jahren in den USA hergestellt worden sein dürfte. Wie Hit-Radio FFH berichtet, beläuft sich der Gesamtwert des Fundes auf etwa 120.000 Euro.

Da sich nach einem halben Jahr niemand bei der Polizei oder dem kommunalen Fundbüro gemeldet hat, der sich glaubhaft als Besitzer von Schmuck und Bargeld ausgeben konnte, wurde die Mülltüte samt Inhalt nun wie jede andere „normale“ Fundsache behandelt: Sie wurde dem Finder aus dem Main-Kinzig-Kreis übergeben.

Rentner in Hanau findet Goldschmuck und Geld in Gartenhecke

Dieser war jedoch laut Rudolf Neu, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Südosthessen, über den Finderlohn nicht so erfreut wie erwartet: „Es ist kein grenzenloser Jubel ausgebrochen.“ Neu kann dies verstehen. „Die Herkunft der Fundsachen bleibt unklar - man kann nicht ausschließen, dass es sich um eine illegale Angelegenheit handelt.“

Selbst wenn der Finder nicht ganz glücklich sein sollte, kann die Polizei mit dem Fund nicht anders verfahren. „Das ist alles genau rechtlich geregelt, wir können es nicht einfach behalten oder spenden“, erklärt Pressesprecher Rudolf Neu auf Anfrage unserer Zeitung. Er wisse nicht, was der Finder nun mit dem Schatz aus der Gartenhecke machen werde.

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