Sarah Köhler
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Sarah Köhler freut sich über ihre Bronzemedaille.

Über 1500 Meter

Olympia-Bann der Schwimmer gebrochen: Sarah Köhler aus Bruchköbel holt in Tokio Bronze

„Wir haben es geschafft!“ - Sarah Köhler aus Bruchköbel beendet die lange Medaillen-Durststrecke der deutschen Beckenschwimmer bei Olympischen Spielen.

Tokio/Bruchköbel - Sarah Köhler zitterte am ganzen Körper und weinte vor Freude. Mit Bronze um den Hals fiel die riesige sportliche Last der vergangenen Jahre in inniger Umarmung mit dem Bundestrainer von ihr ab. „Wir haben es geschafft!“ Mehr brauchte Köhler nicht zu sagen.

Mit ihrem formidablen Auftritt über 1500 Meter Freistil gewann die 27-Jährige am Mittwoch die erste Olympia-Medaille der deutschen Beckenschwimmer seit Doppel-Gold von Britta Steffen vor 13 Jahren. „Das ist auf jeden Fall etwas Besonderes - gerade weil es Britta war und wir uns so nahestehen und uns so gut verstehen“, sagte sie.

Olympia: Sarah Köhler aus Bruchköbel schwimmt zu Bronze

Ratgeberin und Freundin Steffen fieberte vor dem Fernseher mit. „Ich bin stolz wie eine ältere Schwester auf ihre jüngere“, sagte die 37-Jährige der Deutschen Presse-Agentur. „Sie hat das fantastisch gemeistert. Ich bin sehr glücklich, dass sie endlich den Bann vom Team genommen hat.“ Auch Bundestrainer Bernd Berkhahn war merklich bewegt. „Das ist schon ein toller Moment“, sagte er.

In klarer deutscher Rekordzeit musste sich die Verlobte von Schwimmstar Florian Wellbrock nur den Amerikanerinnen Katie Ledecky und Erica Sullivan geschlagen geben. „Ich wollte unbedingt diese Medaille und habe versucht, den Schmerz zu ignorieren“, sagte Köhler und sprach vom „Rennen meines Lebens“ - bis jetzt. (Lesen Sie hier: TV-Kommentator bei den Olympischen Spielen - Neue Aufgabe für Ex-Schwimmer Jan-Philip Glania)

Medaille für Schwimmerin Köhler: Auch Britta Steffen voll des Lobes

Bei der Siegerehrung küsste sie ihre Medaille, dann setzte sie wieder ihre Schutzmaske von der deutschen Mannschaft auf. Mit der nun sechsmaligen Olympiasiegerin Ledecky plauderte sie fröhlich am Beckenrand.

Tief gerührt warf Köhler Kusshände zu den Teamkollegen auf der Tribüne, wo die 15:42,91 Minuten lautstark und mit schwarz-rot-goldenen Fahnen bejubelt wurden. „Ab 900 etwa tat es richtig weh, irgendwann ist es ein Kampf gegen den inneren Schweinehund“, sagte Köhler.

Video: Erste Beckenschwimm-Medaille seit 2008: Bronze für Sarah Köhler

Die ersehnte Medaille, mit der sich Köhler einen „Kindheitstraum“ erfüllte, bewies endgültig, dass sich die Veränderungen der vergangenen Jahre gelohnt haben. Köhler wechselte im Sommer 2018 von Frankfurt/Main in die starke Trainingsgruppe Berkhahns nach Magdeburg. Dort machte die Athletensprecherin noch einmal einen deutlichen Leistungssprung. Angefangen hat die Karriere von Sarah Köhler im Schwimmbad in Brucköbel im Main-Kinzig-Kreis.

Der Vize-Weltmeisterschaft über 1500 Meter Freistil und dem Titel mit der Freiwasserstaffel im Sommer 2019 folgte ein Kurzbahn-Weltrekord über 1500 Meter Freistil im Winter. Als Olympia 2020 wegen der Corona-Pandemie verschoben wurde, verlegte die meinungsstarke Jura-Studentin auch ihr Staatsexamen um ein Jahr nach hinten. (dpa)

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