Der Angeklagte wurde beschuldigt, seine Freundin geschlagen zu haben. (Symbolfoto)
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Der Angeklagte wurde beschuldigt, seine Freundin geschlagen zu haben. (Symbolfoto)

Vorfall in Steinau

Hämatome und Kratzspuren: Paar gerät nach Wodka-Konsum in Streit

Beziehungsstress bei einem Paar aus Steinau im Main-Kinzig-Kreis: Weil er angeblich mit einer anderen Frau eine Affäre hatte, wollte seine Partnerin, dass er auszieht. Doch das mochte der Mann nun gar nicht.

Steinau - Stattdessen wollte sich der 53-Jährige in ein Zimmer der gemeinsamen Wohnung in Steinau (Main-Kinzig-Kreis) zurückziehen – ungestört – und deswegen in der Nacht zum 31. Januar dieses Jahres den Schließzylinder einer Zimmertür auswechseln, um abschließen zu können. Das wiederum wollte die 46-Jährige verhindern, weil von ihr auch noch Gegenstände in dem Raum lagerten. So kam es zu einem Gerangel, das nun das Amtsgericht Gelnhausen beschäftigte.

Der 53-Jährige musste sich dort vor Richter Wolfgang Ott wegen Körperverletzung verantworten. Die Staatsanwaltschaft Hanau warf ihm vor, in der betreffenden Nacht morgens früh gegen 1 Uhr nach einem zunächst verbalen Streit seine Partnerin mit der flachen Hand gegen den Kopf und beide Arme geschlagen zu haben. Laut einem ärztlichen Attest trug sie dabei Schmerzen, Hämatome und Kratzspuren davon. (Lesen Sie auch: 51-jährige Mutter aus Schlüchtern muss ins Gefängnis)

Main-Kinzig-Kreis: Paar gerät nach Wodka-Konsum in heftigen Streit

Der Beschuldigte stritt die Anschuldigung vehement ab. Er habe niemanden geschlagen. Gleichwohl räumte er eine Auseinandersetzung ein, weil sie habe verhindern wollen, dass er die Tür abschließt. Die Spuren am Körper der Frau seien vermutlich bei der Rangelei beim Vorbeischrammen an dem alten Türrahmen mit seinen Unebenheiten entstanden. Er habe diesbezüglich auch Blessuren davongetragen. Auf Nachfrage musste der 53-Jährige einräumen, im Vorfeld des Konflikts „zwei bis drei Wodka-Cola“ konsumiert zu haben. Später fasste er vor Gericht die Auseinandersetzung mit diesen Worten zusammen: „Es waren keine Streitigkeiten, sondern nur Meinungsverschiedenheiten.“ Die Anzeige der Freundin sei womöglich aus Rache erfolgt, mutmaßte er.

Gericht in Gelnhausen stellt Strafverfahren ein

Die Geschädigte sprach als Zeugin nicht mehr von „Schlägen“, sondern nur noch von einem gegenseitigen „Schieben“. Bei der Erstattung der Anzeige bei der Polizei habe eine Freundin gedolmetscht und eventuell nicht richtig übersetzt. Sie sei mit dem Angeklagten mittlerweile seit rund sechs Jahren in einer Beziehung, die auch nach dem Vorfall andauere.

Richter Ott stellte schließlich das Strafverfahren ohne Urteil ein. Allerdings muss der 53-Jährige einen Betrag in Höhe von 300 Euro an das Frauenhaus bezahlen. (ls)

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