Derzeit sind auf der Fläche oberhalb des Mühlentals bei Hintersteinau die Ständer für Solarmodule in der Erde verankert worden. Als nächstes folgt die Montage der Module.
+
Derzeit sind auf der Fläche oberhalb des Mühlentals bei Hintersteinau die Ständer für Solarmodule in der Erde verankert worden. Als nächstes folgt die Montage der Module.

Spatenstich für Projekt

Stärkste Photovoltaikanlage im Main-Kinzig-Kreis: In acht Wochen soll der Sonnenstrom fließen

In sechs bis acht Wochen soll oberhalb des Mühlentals bei Hintersteinau die leistungsstärkste Photovoltaikanlage des Main-Kinzig-Kreises in Betrieb gehen.

Hintersteinau - Dies erklärte beim ersten Spatenstich Thorsten Eurich, Geschäftsführer der Firma Next Energy aus Brachttal, die den Solarpark plant, baut und über eine Tochterfirma betreibt. Partner bei dem Projekt sind die Stadt Steinau im Main-Kinzig-Kreis, für die Finanzierung die VR Bank Fulda, der Netzbetreiber Osthessen-Netz und für die Umwelt-Fachplanung das Planungsbüro Dr. Huck aus Gelnhausen.

Die Anlage bedeckt oberhalb des Mühlentals Richtung Wallroth eine Fläche von 50.000 Quadratmetern oder umgerechnet fünf Hektar. Zu den Leistungsdaten erklärte Eurich: „Aufgrund ihrer Größe wird sie die leistungsstärkste Photovoltaikanlage in der Region sein und über die Betriebszeit mehr als 100 Millionen Kilowattstunden sauberen Strom bereitstellen.“ Die jährliche Strommenge aus der Anlage setzte er gleich mit dem Strombedarf von 1400 Haushalten. Eurich rechnete vor, dass die 10.000 Module jährlich einen Ausstoß an Kohlendioxid in Höhe von mehr als 3000 Tonnen einspare. Laut Eurich sind die Bauteile nicht nur zu 100 Prozent wiederverwendbar, eine solche Freiflächen-Anlage stelle auch die „günstigste und sauberste Form der Strombereitstellung dar“. Überdies verfüge die Photovoltaik über das günstigste Verhältnis von Flächenverbrauch und Leistung.

Main-Kinzig-Kreis: In acht Wochen soll Sonnenstrom fließen - Stärkste Photovoltaikanlage

Eurich wandte sich gegen den Eindruck, es würden der Landwirtschaft und dem Naturschutz wertvolle Flächen entzogen. Das Gegenteil sei der Fall: Seine Firma beplane zum einen nur Flächen, die „keine nennenswerte Ertragsfunktion“ hätten und die zum anderen weiter zur Grünfuttergewinnung oder für die Beweidung durch Schafe und Ziegen zur Verfügung stünden. Auch werde man nach der Fertigstellung Blühwiesen und Wildpflanzen ansäen und darüber hinaus Altholzhaufen und Steinhügel für Reptilien anlegen. (Lesen Sie hier: Corona im Main-Kinzig-Kreis: Inzidenz sinkt weiter - Öffnung der Außengastronomie an Pfingsten)

Zum Zeitplan hieß es, dass in der ersten Juni-Woche die Unterkonstruktion und die Module fertig montiert sein sollen. Anfang bis Mitte Juli könnte die Anlage dann ans Netz gehen. Gemeinsam mit dem Steinauer Bürgermeister Christian Zimmermann (parteilos) legte Geschäftsführer Eurich als symbolischen Start der Bauarbeiten das erste Solarmodul auf die Ständer.

Thorsten Eurich: Wird leistungsstärkste Photovoltaikanlage in der Region sein

Der Bürgermeister begrüßte das Projekt als einen Beitrag für eine erfolgreiche Energiewende. Die Anlage sei nicht nur wegen der CO2-Problematik sinnvoll, sondern auch vor dem Hintergrund, dass sich Deutschland damit ein Stück weit unabhängiger von Energieträgern aus anderen Teilen der Welt wie beispielsweise Erdöl mache. Zimmermann berichtete in diesem Zusammenhang von der Anfrage eines anderen Projektierers, der auf einer Fläche zwischen Ulmbach und Rabenstein ebenfalls eine Freiflächen-Anlage errichten möchte. Zimmermann würde es auch gerne sehen, wenn noch mehr Hauseigentümer die Installation einer PV-Anlage prüfen würden. Einen ersten Anhaltspunkt, ob sich das Dach der eigenen Immobilie grundsätzlich dafür eigne, liefere beispielsweise das Solar-Kataster Hessen, das im Internet zu finden sei. (ag)

Das könnte Sie auch interessieren