Eine Ausgabe des Strafgesetzbuchs und der Strafprozessordnung stehen in einem Gerichtssaal.
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Ein 26-Jähriger wurde nach einem Angriff auf die Polizei zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. (Symbolbild)

Widerstand bei Kontrolle

Bewährungsstrafe nach Angriff auf Polizist: Angeklagter streitet Vorwürfe ab

Einem 26-Jährigen wird vorgeworfen, im Juni 2019 einen Polizeibeamten angegriffen zu haben. Der Beschuldigte stritt die Vorwürfe vor Gericht ab, wurde zum Schluss aber trotzdem verurteilt.

Wächtersbach - Zu einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten ist ein 26-Jähriger vor dem Amtsgericht Gelnhausen im Main-Kinzig-Kreis verurteilt worden. Diese wird auf drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt. Außerdem muss der Bad Orber einem Polizeibeamten ein Schmerzensgeld von 500 Euro bezahlen. Damit wurde eine ganze Latte von Anklagepunkten sanktioniert: Tätlicher Angriff, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, Beleidigung, Körperverletzung und Fahren ohne Fahrerlaubnis.

Main-Kinzig-Kreis: Nach Angriff auf Polizist - Angeklagter verurteilt

Das Ganze geht zurück auf einen Vorfall in den Nachtstunden des 3. Juni 2019. Zu diesem Zeitpunkt war der junge Mann mit einem Kleinkraftrad in der Industriestraße in Wächtersbach unterwegs, als er das Interesse einer Polizeistreife weckte. Die Beamten entschlossen sich zu einer Kontrolle und setzten sich mit ihrem Wagen vor das Bike, so dass der Fahrer abbremsen musste. Als sie ausstiegen, setzte der 26-Jährige laut Anklage zurück, um dann Gas zu geben und auf einen Beamten zuzufahren. Der konnte sich nur durch einen Sprung zur Seite retten, konnte aber dabei den Angeklagten noch am Arm packen und so seine Flucht verhindern.

Mit seiner Kollegin brachte er den jungen Mann anschließend zu Boden und versuchte, ihn zu fesseln, was allerdings nicht einfach war, da dieser versuchte, sich aus dem Festhaltegriff herauszuwinden. Gleichzeitig trat er in Richtung der Polizistin. Schließlich brachten sie gemeinsam den Mann unter Kontrolle. Doch beide Beamte trugen Verletzungen davon. (Lesen Sie hier: 40-Jähriger wegen Betruges angeklagt: Alles dreht sich um einen Maserati)

Angeklagter streitet Vorwürfe ab und sieht sich selbst als Opfer

Der Beschuldigte bestritt einen Großteil der Vorwürfe und sah sich selbst als Opfer. In einer ersten Verhandlung räumte er ein, ohne Führerschein gefahren zu sein. Auch den Versuch zu türmen, gab er zu. Das sei ein „Fluchtinstinkt“ gewesen, weil die Polizeibeamten ihn von der Straße gedrängt hätten. Auf die Einsatzkraft sei er nicht zugefahren. Und er habe sich in keinster Weise gewehrt.

Licht ins Dunkel sollten die beiden Ordnungshüter bringen. Doch nur der männliche Beamte war erschienen. Deswegen wurde ein zweiter Termin anberaumt, an dem nun beide Polizisten als Zeugen zur Verfügung standen – nicht jedoch der Angeklagte. Über seinen Pflichtverteidiger ließ er ausrichten, dass er den Zug verpasst habe und etwa eine Stunde später kommen würde. So lange wollte Richter Wolfgang Ott nicht warten. In Absprache mit Staatsanwaltschaft und Verteidigung verhängte er die Strafe. (ls)

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