Ueberfall-VR-Bank-Soden Die VR-Bank-Filiale in Bad Soden-Salmünster ist überfallen worden.
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Die VR-Bank-Filiale in Bad Soden-Salmünster ist überfallen worden.

Mit Beute entkommen

Bewaffneter Banküberfall in Bad Soden-Salmünster: Täter verwirrt mit „hässlicher Krawatte“

  • Hanns-Georg Szczepanek
    vonHanns-Georg Szczepanek
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Ein Mann hat in Bad Soden-Salmünster im Main-Kinzig-Kreis eine Bank überfallen. Kurioses Detail: Der Täter, der zwei Bankangestellte mit einer Waffe bedrohte, habe laut Polizei eine „hässliche Krawatte“ getragen.

Bad Soden-Salmünster - Auffallend bunt gemustert war offenbar die Krawatte, die der Bankräuber am späten Dienstagnachmittag getragen hat, als er die Filiale der VR Bank Main-Kinzig/Büdingen in der Thermalstraße in Bad Soden-Salmünster überfallen hat. Der sonst dunkel gekleidete Mann betrat kurz vor 17 Uhr den Schalterraum und bedrohte dort zwei junge Bankangestellte mit einer Schusswaffe, um die Herausgabe des vorhandenen Bargelds zu erzwingen. Das berichtet das Polizeipräsidium Südosthessen zu dem Banküberfall im Main-Kinzig-Kreis.

Der Bankräuber steckte das Geld in einen dunklen Rucksack und flüchtete danach zu Fuß in nördlicher Richtung. Bei der Beute soll es sich laut der Polizei im Main-Kinzig-Kreis um einen höheren vierstelligen Euro-Betrag handeln. Die beiden Angestellten blieben bei dem Banküberfall in Bad Soden-Salmünster physisch unverletzt.

Main-Kinzig-Kreis: Bankräuber verwirrt laut Polizei mit „hässlicher Krawatte“

Der Überfall auf die VR-Bank-Filiale dauerte nach Angaben der Polizei nur wenige Minuten, doch die Bankmitarbeiter konnten sich bei der späteren Befragung durch Kriminalbeamte nicht nur an die farbenfrohe Krawatte im Stil der 1980er Jahre erinnern. Ein Polizeisprecher sagte dazu am Mittwochmorgen laut der Deutschen Presse-Agentur: „Der hat das geschickt gemacht: Alle haben sich auf die hässliche Krawatte fokussiert und nicht auf sein Gesicht geachtet“.

Dies war allerdings auch nicht wirklich möglich, denn der Räuber trug bei dem Banküberfall im Main-Kinzig-Kreis nach den Zeugenaussagen einen Mund-Nasen-Schutz sowie eine Mütze. Unter dieser sei auffallend blondes Haar zu sehen gewesen. Außerdem sei der Täter, den die beiden Zeugen laut Polizei auf etwa 20 Jahre geschätzt haben, hellhäutig gewesen und habe akzentfreies Hochdeutsch gesprochen.

Video: Kurioser Überfall: Resolute Angestellte klaut Räuber seine Waffe

Eine sofort eingeleitete Fahndung blieb bislang erfolglos. Die Polizei sucht deshalb nach Zeugen, die den Täter gegen 16.45 Uhr womöglich vor der Bankfiliale gesehen haben. Nach Angaben der Polizei soll sich der schlanke Mann, zu dessen Größe die Polizei noch keine Angaben machen konnte, vor dem Überfall einige Zeit vor dem Bankgebäude aufgehalten haben – offenbar um das Geschehen in der Bank auszukundschaften. Wer hierzu nähere Angaben machen kann, meldet sich am besten direkt bei der Kripo in Gelnhausen unter Telefon (06051) 8270.

Der Banküberfall im Main-Kinzig-Kreis stößt auf großes mediales Interesse. Auch der Spiegel, die Süddeutsche Zeitung und op-online. de berichten über den Bankräuber mit der hässlichen Krawatte*. Erst vor rund einem Monat ist in Bad Soden-Salmünster eine Tankstelle überfallen worden.

Banküberfall in Bad Soden-Salmünster: Angestellte arbeiten am Tag danach wieder

Der Vorstandsvorsitzende der VR Bank Main-Kinzig-Büdingen, Andreas Hof, suchte die Filiale in Bad Soden noch am Dienstagabend auf, um Informationen aus erster Hand zu erhalten und die betroffenen Angestellten zu unterstützen. Er könne sich in eine solche Situation sehr gut hineinversetzen, sagte er auf Anfrage unserer Zeitung, weil er in seiner Zeit als Bankmitarbeiter in Schalterräumen selbst schon viermal überfallen worden sei.

Seiner Erfahrung nach setzen Bankräuber gern auffällige Utensilien - wie jetzt in Bad Soden eine bunt gemusterte Krawatte - ein, um den Opfern des Überfalls die Personenbeschreibung zu erschweren, wenn sie als Zeugen bei der Polizei aussagen. Die beiden jungen Angestellten hätten aber recht präzise Beobachtungen zu Protokoll geben können. Die Aufnahmen der Überwachungskameras seien der Kripo ebenfalls zur Verfügung gestellt worden.

Bank-Chef berichtet: Bankräuber setzen gern auffällige Utensilien ein

Laut Vorstandschef Hof sind die beiden Angestellten auch am Tag nach dem Überfall zu ihrem halbtägigen Dienst angetreten, obwohl ihn dies freigestellt gewesen sei. Betroffene von Überfällen können den psychologischen Dienst des genossenschaftlichen R+V-Konzerns in Anspruch nehmen. Dies geschieht laut Hof aber freiwillig. Von Therapieterminen sowie deren Ergebnissen werde der jeweilige Arbeitgeber aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nicht automatisch informiert.

Während des Überfalls sind laut Andreas Hof noch weitere Beschäftigte in der Bankfiliale in der Thermalstraße gewesen, allerdings im ersten Obergeschoss, sodass diese von dem Geschehen im Schalterraum zunächst nicht mitbekommen hätten. *op-online.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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