Zwei Männer haben im Main-Kinzig-Kreis massiv gegen das Tierschutzgesetz verstoßen. Nun wurden sie verurteilt.
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Zwei Männer haben im Main-Kinzig-Kreis massiv gegen das Tierschutzgesetz verstoßen. Nun wurden sie verurteilt. (Symbolfoto)

Tierhalteverbot auf Lebenszeit

Abgemagerte und tote Kühe auf Hof in Schlüchtern - Männer verurteilt

Zwei Männer im Alter von 42 und 66 Jahren sind vor dem Amtsgericht Gelnhausen verurteilt worden. Beide hatten auf einem Hof im Altkreis Schlüchtern massiv gegen das Tierschutzgesetz verstoßen und die Kühe so vernachlässigt, dass ein Tier starb und zwei weitere Kühe deutlich abgemagert vorgefunden wurden.

Schlüchtern - Der 66-Jährige aus dem Altkreis Schlüchtern (Main-Kinzig-Kreis) muss nach der Gerichtsverhandlung eine Geldstrafe von 3000 Euro (120 Tagessätze à 25 Euro) an die Staatskasse bezahlen. Der zweite Beschuldigte, ein 42-Jähriger aus dem Wetteraukreis, kommt mit einer Geldstrafe von 600 Euro (40 Tagessätze à 15 Euro) davon.

In dem Verfahren ging es um die nicht fachgerechte Versorgung von Kühen auf einem landwirtschaftlichen Anwesen in einem Dorf im Altkreis Schlüchtern. Dadurch waren nach Feststellung des Gerichts mehreren Tieren Leiden zugefügt worden, ein Tier verendete sogar.

Main-Kinzig-Kreis: Abgemagerte und tote Kühe auf Hof - Geldstrafe für Männer

Ein Mitarbeiter des Veterinäramtes des Main-Kinzig-Kreises hatte als Zeuge nach Angaben eines Gerichtssprechers von langanhaltenden Schmerzen und Leiden bei den Tieren gesprochen. Ursache sei eine massive Unterversorgung gewesen. Beispielsweise habe das Vieh offenbar teilweise tagelang nichts zu trinken bekommen. Der Fachmann sprach davon, dass Vierbeiner auf dem Hof irreversibel abgemagert waren. Eine Kuh wog nur noch rund 350 Kilogramm. Das Normalgewicht hätte bei etwa 600 gelegen.

Für den 66-Jährigen hatte die Staatsanwaltschaft eine Bewährungsstrafe von sechs Monaten gefordert, für den jüngeren Angeklagten eine deutliche Geldstrafe. Dessen Verteidiger wollte hingegen einen Freispruch für seinen Mandanten.

Tierhalteverbot auf Lebenszeit für Angeklagten

Richter Andreas Weiß beließ es bei beiden Beschuldigten bei Geldstrafen. Allerdings verhängte er gegen den Älteren zusätzlich eine deutliche Sanktion: Er erlegte ihm ein umfassendes Tierhalteverbot auf Lebenszeit auf. Diesem ist es daher künftig untersagt, jegliche Art von Tieren zu halten. Dennoch nahm er das Urteil noch im Gerichtssaal an.

Bei dem 42-Jährigen verhängte der Vorsitzende dieses Verbot nicht. Der Grund: Bei einer neuerlichen Kontrolle durch das Veterinäramt auf seinem Anwesen in der Wetterau gab es aktuell keinerlei Beanstandungen. (ls)

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