Das Dorferneuerungs-Programm in Schlüchtern bietet auch Fördermöglichkeiten für private Bauvorhaben.
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Das Dorferneuerungs-Programm in Schlüchtern bietet auch Fördermöglichkeiten für private Bauvorhaben.

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Förderungen in Schlüchtern und Umgebung: Geld für Um- und Neubauten - Auch Privatleute begünstigt

  • Tim Bachmann
    vonTim Bachmann
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Die Bau-Branche boomt. Und das soll sich in Schlüchtern nicht ändern. Das Dorfentwicklungsprogramm soll als Fortsetzung von Ikek unmittelbar den Bürgern und mittelbar der Stadt gut tun, erklärte Bürgermeister Matthias Möller (parteilos). Denn durch die Förderung von Sanierungen, Erweiterungen, Um-, Neu- und Ersatzbauten würden die Stadtteile aufgewertet.

Schlüchtern - Der „Verfahrensbegleiter der Dorferneuerung“, wie Möller Hartmut Kind von SW Plus vorstellte, moderierte die Veranstaltung in der Schlüchterner Stadthalle und gab zudem einen Überblick über den aktuellen Sachstand in Bezug auf die Dorfentwicklung: „Wir haben das Entwicklungskonzept im Laufe des Frühjahrs/Sommers 2020 fertiggestellt. Das wurde von der WI-Bank bestätigt. Es ist ein großes Werk geworden.“

Inzwischen sei die städtebauliche Beratung bewilligt und durch Architekt Klaus Heim begonnen worden. Heim wiederum wird private Vorhaben als Berater begleiten, wie er es schon für den Main-Kinzig-Kreis und dessen Förderprogramm „Ländlicher Raum“ tut.

Main-Kinzig-Kreis: Geld in Schlüchtern und Umgebung für Um- und Neubauten

Kind: „Es läuft alles hervorragend unkompliziert.“ Inzwischen sei man in der Umsetzungsphase angelangt: „Jetzt wird ein Gebäudeleerstand- und Flächenmanagement aufgebaut. Gerade was die alten Gebäude in den Ortskernen angeht, bedarf es einer Hinwendung.“ Kind sprach diesbezüglich auch von Leerständen und Wirtschaftsgebäuden, über deren Nutzung man sich Gedanken machen müsse. Manchmal bedeute dies „bereinigen und ersetzen von Gebäuden, die man nicht mehr benötigt“. (Lesen Sie hier: Dorferneuerung trägt Früchte - Viele Investitionen in Hünfelder Stadtteilen)

Vonseiten der Stadt werde Personal bereitgestellt, um Mängel an Gebäuden und Grundstücken zu katalogisieren. Dies soll im Frühsommer starten. Hierfür stünden 30.000 Euro zur Verfügung. Es solle jedoch nicht bei der reinen Kartierung bleiben. Nun müssten die Bürger an die Hand genommen werden. Wenn Eigentümer von leerstehenden Häusern oder freien Bauplätzen nicht wüssten, was sie mit ihren Immobilien machen sollen, dann sollten sie diese auf den Markt bringen. Das wäre dies die beste Lösung, bemerkte der „Dorfentwickler“. Die acht anwesenden Mitglieder der Ikek-Steuerungsgruppe stimmten dem zu.

Kontakt

Beratungsbüro Klaus Heim, Telefon (0 61 81) 9 37 10; E-Mail: heim@klaus-heim.com

Dorfentwicklungsbehörde (MKK), Viola Reusing, (0 60 51) 8 51 56 20, viola.reusing@mkk.de

Stadt Schlüchtern Liegenschaftsverwaltung, Moritz Föller, (0 66 61) 8 52 17; m.foeller@schluechtern.de

Ein weiteres Projekt, das von der Gruppe avisiert wurde, ist der Anbau ans Feuerwehrhaus in Ahlersbach. Kind: „Der Versammlungsraum in der ‚Alten Schule‘ soll aufgegeben werden.“ Für den geplanten Anbau ist die Antragsstellung im letzten Jahr erfolgt, vor Weihnachten gab es die Bewilligung, sodass vonseiten der Stadt nun die Planer ausgesucht werden können.

Förderung soll auch Privatleuten zu Gute kommen

„Auch Hutten ist ein Thema, das schon lange im Rohr ist“, erklärte Kind. Das Gemeinschaftshaus müsse im größeren Rahmen saniert werden, „unter dem Gesichtspunkt, die Nutzung auf die Zukunft vorzubereiten“. Ein Nutzungskonzept soll erstellt und ein Antrag für die Planung gestellt werden. Das Votum der Steuerungsgruppe: einstimmig.

Weiteres Projekt: Dorfgemeinschaftshaus Elm. „Wir wissen alle, dass das Haus einer starken Sanierung bedarf, wenn man es denn erhalten möchte“. Die Frage, die zu klären sei, ist nun, will man es sanieren, umbauen oder eher einen Neubau verwirklichen?

Nächster Punkt: Gestaltung des Platzes an der Friedenseiche am Hinkelhof. „Kleinere Maßnahmen, die aber wichtig wären“, meinte Kind. Auch hierfür erfolgte ein einstimmiges Votum.

Über Fördermodalitäten für private Bauvorhaben (Kasten) referierte Viola Reusing vom Main-Kinzig-Kreis und Architekt Klaus Heim über regionaltypisches Bauen. Heim ist seit Anfang Januar in der Region unterwegs, „und ich habe noch nie einen so guten Start einer Dorfentwicklung und von privaten Nachfragen erlebt wie hier. Und ich mache das schon einige Jahre“, erklärte Heim, der dafür warb, sich um Förderungen zu bewerben: „Es lohnt sich!“

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