Die Stadt Schlüchtern will den sich in freier Trägerschaft befindlichen Kindergarten „Die Arche“ in Niederzell in eigene Trägerschaft übernehmen.
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Die Stadt Schlüchtern will den sich in freier Trägerschaft befindlichen Kindergarten „Die Arche“ in Niederzell in eigene Trägerschaft übernehmen.

Schließung droht

Stadt Schlüchtern will privaten Kindergarten „Die Arche“ übernehmen - profitiert Steinau?

  • Walter Kreuzer
    vonWalter Kreuzer
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Fünf Kindertagesstätten hat die Stadt Schlüchtern in eigener Trägerschaft. Demnächst könnte mit dem Kindergarten „Die Arche“ in Niederzell eine weitere hinzukommen. Der Magistrat hat am Mittwoch einstimmig „grünes Licht“ für Verhandlungen gegeben.

Schlüchtern/Steinau - Die Kinderbetreuung ist eine der wichtigen Pflichtaufgaben der Kommunen. Mädchen und Jungen ab einem Jahr haben einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz – entsprechend steigt seit Jahren die Nachfrage, kommen viele Städte und Gemeinden mit der Bereitstellung von Kita-Plätzen kaum hinterher.

Main-Kinzig-Kreis: Schlüchtern will privaten Kindergarten „Die Arche“ übernehmen

Das gilt auch für Schlüchtern, wenngleich sich Bürgermeister Matthias Möller (parteilos) rühmt, dass in seiner Amtszeit bereits 60 Plätze in eigener Trägerschaft neu geschaffen wurde. Nun droht jedoch der Verlust von 35 Plätzen. 31 Mädchen und Jungen mit ihren Eltern – davon mehrere aus Steinau – sowie vier Erzieherinnen und drei Auszubildende sind betroffen, wenn „Die Arche“ in Niederzell Ende Juli schließt.

Der Kindergarten, der nach der Montessori-Pädagogik arbeitet, befindet sich in privater Trägerschaft.  Diese Situation hat Möller und seinen Steinauer Amtskollegen Christian Zimmermann (parteilos) auf den Plan gerufen. Mit der Leiterin Elvira Radtke haben sie die Lage besprochen.

Das Resultat: Möller bat den Magistrat um ein Verhandlungsmandat, das ihm nach eigener Aussage einstimmig erteilt wurde: „Wir wollen als Stadt ein klares Statement setzen, dass wir auch in Zukunft in die Qualität und Quantität der Kita-Plätze investieren. Die Arche hat ein tolles Konzept und tolle Mitarbeiterinnen. Wir können uns vorstellen, den Kindergarten in städtische Regie zu überführen.“

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Die Entscheidung müssten letztlich die Stadtverordneten treffen – im Mai, um Eltern und Mitarbeitern Planungssicherheit zu geben. Zudem „müssen wir prüfen, ob freie Träger den betroffenen Kindern ein ähnliches Angebot und zu welchen Kosten machen“. Nach dem Fahrplan des Rathauschefs könnte das Stadtparlament am 31. Mai Kaufverhandlungen beschließen und einen Kauf am 12. Juli besiegeln.

„Frau Radtke hat den Erzieherinnen gekündigt. Sie suchen Arbeitsstellen. Daher müssen wir schnell reagieren. Ich denke aber, dass es ganz gut aussieht.“ Wie hoch die Kosten sind, die mit einer Übernahme verbunden sind, sagt Möller nicht. Sie dürften aber im Bereich von einer halben Million Euro liegen, Kaufpreis und Betriebskosten zusammengenommen. Dafür werden laut Betriebsgenehmigung 35 Betreuungsplätze im Stadtgebiet gesichert.

Möller denkt aber schon einige Schritte weiter: „Es besteht die Möglichkeit, in dem Gebäude eine weitere Gruppe mit 15 Kindern unterzubringen. Und von der Arche ausgehend ließe sich ein Wald-Kindergarten einrichten. Das wäre eine schöne Ergänzung für 15 bis 20 Kinder. Dies zu prüfen, wäre eine Aufgabe für den Sozialausschuss.“

Spätestens dann könnte er sich eine engere interkommunale Zusammenarbeit mit der Stadt Steinau vorstellen. Möller: „Das bietet sich in diesem Bereich an. Vielleicht können wir eine Betriebsvereinbarung schließen.“ Sein Kollege Zimmermann „ist daran gelegen, dass der Kindergarten erhalten bleibt. Seit Jahren ist die Arche für viele Eltern aus Steinau die letzte Möglichkeit, einen Platz für ihre Kleinen zu bekommen. Die Kitas sind überall überlaufen“.

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