Oberkommissar Christopher Csirak fungiert als Einsatzleiter bei der Kontrollwoche der Polizei. Das Bild zeigt ihn in der Schlüchterner Gartenstraße.
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Oberkommissar Christopher Csirak fungiert als Einsatzleiter bei der Kontrollwoche der Polizei.

Ein Handyverstoß

Kontrollen der Polizei Schlüchtern - 34 Fahrer ohne angelegten Gurt unterwegs

Beamte der Polizeistation Schlüchtern haben am Donnerstagmorgen innerhalb von zwei Stunden 34 Gurtverstöße in der Innenstadt geahndet. „Das zeigt, dass die Verpflichtung zum Anschnallen offenbar nicht so ernst genommen wird“, resümierte Einsatzleiter Oberkommissar Christopher Csirak.

Schlüchtern - Seit Mittwoch und noch bis zum morgigen Samstag machen die Einsatzkräfte im Dienstbezirk Sonderkontrollen mit dem Schwerpunkt Verkehrssicherheit. Am Donnerstag platzierten sich sieben Beamte in der Gartenstraße in Schlüchtern (Main-Kinzig-Kreis) im Bereich der Verbrauchermärkte. In beide Richtungen wurden Autofahrer heraus gewunken, die keinen Gurt angelegt hatten. Und das waren einige, obwohl vorher in unserer Zeitung auf die Aktion hingewiesen wurde.

Interessant, wie die Verkehrsteilnehmer beim Anblick der Polizisten reagierten: Meistens ging schnell der Griff zum Gurt, um noch alles in Ordnung zu bringen. Doch das war dann zu spät, weil vorgelagerte Kräfte den Verstoß schon gesehen hatten. 30 Euro kostet das. Übrigens können diese neuerdings auch bargeldlos bei der Polizei mit EC-Karte beglichen werden.

Main-Kinzig-Kreis: Schlüchterner Polizei erwischt 34 Autofahrer ohne Gurt

Manche Ausrede und Erklärung wurde den Einsatzkräften präsentiert. „Im Trott des Einkaufs habe ich es ganz vergessen“, gab es mehrmals als Begründung zu hören. Dann aber die Spezialausreden: „Ich kann mich nicht so schnell anschnallen“, beteuerte eine Frau, die aber schon ein ganzes Stück Strecke zurückgelegt hatte. 30 Euro waren auch bei einer Verkehrsteilnehmerin fällig, die den Gurt nicht über, sondern unter dem linken Arm vorbeiführte. „Das kann erhebliche Verletzungen zur Folge haben“, so Einsatzleiter Csirak.

Einige nahmen das Ganze völlig entspannt hin. „Man muss eine Strafe zahlen, damit man es lernt. Das ist wie in der Schule“, meinte ein Mann mittleren Alters. „Ich werd’s überleben“, resümierte eine Frau. Und ein älterer Herr: „Manchmal lernt man auch im Alter noch.“

Insgesamt wurden mehr weibliche als männliche Verkehrsteilnehmer „ohne“ erwischt. Morgens ist eben Einkaufszeit und das machen wohl eher die Hausfrauen. Erstaunlich viele Verstöße gab es bei Sprinter- und Lastwagenfahrern. (Lesen Sie hier: Unbekannte sprengen Geldautomat in Gelnhausen - Polizei sucht Zeugen)

Überraschung über Gurtverstöße - Aber lediglich eine Fahrerin am Handy

Ein Mann am Steuer eines solch großen Gefährts fing das Diskutieren mit den Beamten an. Er sei auf jeden Fall angeschnallt gewesen – dabei war es gut zu erkennen, dass kein grauer Riemen auf seiner gelben Warnweste quer verlief. Nach einigem Hin und Her und den Tränen nahe zahlte er schließlich die geforderten 30 Euro – um kurz danach erneut ohne Gurt vorbeizufahren. Auch eine Frau passierte zweimal die Kontrollstelle. Trotzdem war sie bei der Rückfahrt am Telefonieren mit dem Mobiltelefon – und wunderte sich über sich selbst und die hohe Strafe: 100 Euro und ein Punkt im Fahreignungsregister.

Ein Einsehen hatten die Beamten mit einem älteren Mann auf dem Beifahrersitz, der offenbar dement ist. Er musste zwar nicht zahlen, wurde jedoch von ihnen persönlich nachträglich angeschnallt. Ein anderer älterer Herr, ebenfalls ohne Gurt, verwies auf eine Verletzung an seiner Schulter, konnte allerdings dazu kein ärztliches Attest vorlegen. Er musste zahlen.

Ein junger Mann wurde einer Drogenkontrolle unterzogen. Er zeigte sich bei der Begegnung mit der Polizei relativ nervös und somit mögliche Anzeichen für einen Konsum. Ein Urintest bestätigte den Verdacht nicht.

Einsatzleiter Csirak war überrascht über die vielen Gurtverstöße – fand es aber erfreulich, dass nur ein „Telefonverstoß“ geahndet werden musste. (Ulrich Schwind)

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