So soll die Bebauung auf dem Knothe-Areal aussehen. „Elmland1“ ist ein 20-Millionen-Projekt. Nun wurden die Baugenehmigungen übergeben. Die Häuser „3“ und „4“ werden zuerst gebaut.
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So soll die Bebauung auf dem Knothe-Areal aussehen. „Elmland1“ ist ein 20-Millionen-Projekt. Nun wurden die Baugenehmigungen übergeben.

„Elmland1“ in Schlüchtern

Wohnungen für 20 Millionen Euro auf dem Knothe-Areal erhalten Baugenehmigung

  • vonUlrich Schwind
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„Städtebaulich ist das eine Riesenbereicherung für Schlüchtern.“ Landrat Thorsten Stolz (SPD) war voll des Lobes über das Projekt „Elmland1“. Um die ersten Baugenehmigungen des Main-Kinzig-Kreises für dieses Vorhaben an den Bauherrn zu übergeben, war er persönlich in den Bergwinkel gekommen.

Schlüchtern - Der Landrat im Main-Kinzig-Kreis sprach von einer „attraktiven Wohngegend“ in dem Abschnitt zwischen Brückenauer Straße hinunter bis zum Elmbach. Er „ziehe den Hut“ vor diesem gelungenen Vorhaben. Es sei ein weiterer wichtiger Baustein zur Stärkung Schlüchterns – auch des hiesigen Gesundheitsstandortes.

Unter der Leitung von Bauherr Carsten Kulbe sollen auf dem ehemaligen Knothe-Areal allein mehr als 20 Millionen Euro in vier neue Wohngebäude investiert werden. Dafür liegen jetzt die Baugenehmigungen vor.

Ein weiterer Investitionsbereich betrifft dann das noch vorhandene Knothe-Verwaltungsgebäude, aus dem ein Gesundheitszentrum entstehen soll. Hier sollen eine Arzt- sowie eine Physiopraxis mit Fitnessbereich untergebracht werden. Außerdem soll hier ein kleines Café integriert werden. Laut Kulbe hat er dafür schon einen auswärtigen Pächter an der Hand. Ferner sind dort Appartements vorgesehen, die beispielsweise Handwerkern, die vorübergehend in der Region tätig sind, als Unterkunft dienen können. (Lesen Sie hier: Schlüchtern sucht Investoren für fünf neue Gebäude in der „Neuen Mitte“)

Main-Kinzig-Kreis: Wohnungen für 20 Millionen Euro entstehen auf Knothe-Areal in Schlüchtern

In etwa vier bis sechs Wochen soll es mit den Baumaßnahmen zum ersten Abschnitt konkret losgehen, stellte Kulbe in Aussicht. In zwei Häusern entstehen insgesamt 41 Wohnungen. In das eine Gebäude zieht auch ein Pflegedienst ein, der Bausteine zur Tagespflege anbietet.

Von einer „super Nachfrage“ nach diesen Wohnungen sprach bei der Übergabe G. Christopher Dürselen, Immobilienökonom aus Frankfurt, der für den Vertrieb zuständig ist. Noch im Mai stünden bereits elf Beurkundungen für einzelne Wohneinheiten beim Notar an. Darüber hinaus gebe es einige Reservierungen. Wichtig sei den Interessenten, dass sie weiter selbstständig wohnen und bei Bedarf Pflegeleistungen hinzubuchen können.

Stichwort

Nur wenige Gehminuten vom Schlüchterner Zentrum gelegen, entsteht das Projekt Elmland1. Wie um einen kleinen Marktplatz gruppiert, bilden vier Häuser ein offenes Halbrund am Ufer des Elmbachs.

Hier entstehen Ein- bis Vier-Zimmerwohnungen mit 37 bis 147 Quadratmeter Wohnfläche. Bodentiefe Fenster und große Balkone beziehungsweise Terrassen geben den Blick frei auf viel Grün.

Der Entwurf der Häuser 1 und 2 ist dem Thema „Generationen-Wohnen“ gewidmet.

In den Häusern 3 und 4 – der erste Bauabschnitt, mit dem in wenigen Wochen begonnen werden soll – finden Senioren mit Tagespflege und Betreutem Wohnen ihr neues Zuhause. Mit der Wahl, sämtliche Leistungen rund um die häusliche Versorgung und mögliche Pflege je nach Wunsch und Bedarf hinzu zu buchen, soll für die künftigen Bewohner ein selbstbestimmtes Leben möglich sein. Der professionelle Pflegedienst mit einer über 20-jährigen Erfahrung betreibt seine Einrichtung direkt auf dem Areal.

Dürselen ist überrascht, wo überall die Interessenten herkommen: Nicht nur aus Schlüchtern und dem Altkreis sowie dem angrenzenden Landkreis Fulda, sondern beispielsweise auch aus Wiesbaden, Darmstadt und Kassel.

Begeisterung herrscht auch bei Schlüchterns Stadtoberhaupt Matthias Möller (parteilos). Das Projekt sei „genau das, was Schlüchtern braucht“ und ein „Riesen-Meilenstein“ in der Entwicklung der Stadt: „Wir verändern uns positiv.“ Er dankte dem Kreis für die Wertschätzung zu diesem Projekt. Von Seiten der Kommune versprach er, für einen notwendigen Anschluss beispielsweise mit Rad- und Fußweg an das neue Quartier zu sorgen.

Bürgermeister Matthias Möller: Genau das, was Schlüchtern braucht

„Was lange währt…“, leitete Bauherr Carsten Kulbe seine Worte ein. Er freue sich, dass sich die Vorinvestitionen mit einem siebenstelligen Euro-Betrag gelohnt hätten. Die Übergabe der Baugenehmigung sei nun ein ganz entscheidender Schritt. Es sei positiv, dass mit Stolz und Möller Kreis und Stadt hinter dem Vorhaben stehen. Mit regionalen Firmen aus einem Umkreis von rund 50 Kilometern solle es gestemmt werden. Dabei werde eines der modernsten Energiekonzepte im weiten Umkreis umgesetzt.

Kulbe rechnet damit, dass der erste Bauabschnitt mit den beiden Häusern bis Ende 2022 fertiggestellt ist. Die weiteren Abschnitte folgen unmittelbar im Anschluss. Für die Neugestaltung des alten Knothe-Verwaltungsgebäudes ist jetzt der Bauantrag gestellt worden. Das Vorhaben soll parallel umgesetzt werden.

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