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Main-Kinzig-Kreis: Schuldezernent weist Kritik der Grünen zurück

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Stühle stehen in einem Klassenzimmer auf den Tischen.
Schuldezernent Ottmann weist die Kritik der Grünen im Main-Kinzig-Kreis am „verspäteten Schulentwicklungsplan“ und wegen „fehlender Grundschulen“ zurück. (Symbolbild) © Sebastian Kahnert/dpa

Die Kritik der Grünen im Main-Kinzig-Kreis am „verspäteten Schulentwicklungsplan“ sowie wegen „fehlender Grundschulen“ bewegt sich fernab der Realität. Dies hat Kreis-Schuldezernent Winfried Ottmann (CDU) auf entsprechende Vorwürfe der größten Oppositionsfraktion im Kreistag jetzt mitgeteilt.

Main-Kinzig-Kreis - Ottmanns Amtsvorgänger und nunmehr bildungspolitischer Sprecher der Grünen-Fraktion, Matthias Zach, hatte in einer Pressenotiz kritisiert: „Der Schuldezernent legt den Schulentwicklungsplan, wohlgemerkt für das Jahr 2021, immer noch nicht vor. Großkrotzenburg muss sich bei der Diskussion rund um eine neue Grundschule keine Hoffnungen machen, in Erlensee müssen die Kinder perspektivisch in Containern unterrichtet werden und für das gymnasiale Angebot im Westkreis gibt es nur temporäre Lösungen. Das Arbeitszeugnis des Schuldezernenten weist Chaos statt geordneter Schulentwicklung aus.“

Für den Kreisbeigeordneten Ottmann ist die Aussage, dass die Gemeinde Großkrotzenburg eine weitere Grundschule benötige, nicht nachvollziehbar: „Diese Einschätzung wurde bereits öffentlich widerlegt und ist zudem aus der weitgehend konstanten Zahl der künftigen Schülerinnen und Schüler abzuleiten.“ (Lesen Sie hier: Main-Kinzig-Kreis gibt 69.000 Euro: Aula am Ulrich-von-Hutten-Gymnasium soll modernisiert werden)

Main-Kinzig-Kreis: Schuldezernent Ottmann weist Kritik der Grünen zurück

Investitionen für den Bau einer neuen Schule oder zusätzlicher Klassenräume sei nur aufgrund von langfristigen Prognosen und stabilen Zuwächsen zu verantworten. Dies sei aber in Großkrotzenburg kurz- und mittelfristig nicht sichtbar, wie bereits Ort in entsprechenden Ausschusssitzungen übereinstimmend festgestellt worden sei.

„Anders ist die Ausgangslage in der Stadt Erlensee, wo insbesondere die bauliche Verdichtung einen Bevölkerungszuwachs erwarten lässt. Auch die bereits vorliegenden Zahlen machen eine Erweiterung nötig, sodass der Main-Kinzig-Kreis die umfassenden Planungen für eine weitere Grundschule begonnen hat“, sagt Ottmann. Zunächst müsse der geeignete Standort mit der Stadt festgelegt werden, danach seien weitere Vorstellungen gegenseitig abzustimmen. Für diesen Prozess sei große Sorgfalt nötig, um „eine solide Basis und eine hohe Akzeptanz zu erzielen“.

Als Übergangslösung seien moderne Container als flexible Raumkonzepte eine seit vielen Jahren bewährte und wirtschaftlich sinnvolle Option. „Insbesondere die Grünen mit ihrem ehemaligen Schuldezernenten Matthias Zach sollten sich erinnern, dass es wesentlich leichter ist, eine Schule zu schließen, als einen Neubau zu errichten“, erwidert Ottmann die Kritik.

Kritik an „verspätetem Schulentwicklungsplan“ und wegen „fehlender Grundschulen“

Zudem sei es „schlichtweg falsch“, dass die Verwaltung außer Gesprächen nichts veranlasst habe. Diese Darstellung sorge in Erlensee für großes Unverständnis, denn die Notwendigkeit einer zusätzlichen Grundschule in der Stadt sei unbestritten. Entsprechend engagiert werde das Projekt vorangetrieben.

Die Fortschreibung des Schulentwicklungsplans stehe voraussichtlich am 8. Juli auf der Tagesordnung im Kreistag. Für die „vorgetragene Aufregung der Grünen“ sieht Kreisbeigeordneter Ottmann keinen sachlichen Grund: „Der Main-Kinzig-Kreis als Schulträger ist absolut handlungsfähig, wie die vorgezogene Vereinbarung mit der Stadt Hanau und die Entscheidung zur Bertha-von-Suttner-Schule in Nidderau gezeigt haben“.

Im Übrigen sei die Schulentwicklung ein dynamischer und vielschichtiger Prozess, bei dem neben vielen Parametern zahlreiche Gremien und Interessen zu berücksichtigen seien. Diese Transparenz und Mitwirkung sei am Ende entscheidend. Die Erlenseer Kreistagsabgeordnete Renate Tonecker-Bös (Grüne) hatte kritisiert, dass Ottmanns „Arbeitsnachweis“ in Bezug auf die neue Grundschule sei, dass er „innerhalb eines Jahres über das Führen von Gesprächen nicht herausgekommen ist“ und dadurch ein Baubeginn im Jahr 2024 fraglich würde. (hgs)

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