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Seidenroth erhält Umweltpreis des Main-Kinzig-Kreises - „Vielfalt an Arbeiten“

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Von: Marah Naumann

Die Preisträger des Umweltpreises aus Maintal (links) und Seidenroth (rechts) mit den Organisatoren rund um Susanne Simmler.
Die Preisträger des Umweltpreises aus Maintal (links) und Seidenroth (rechts) mit den Organisatoren rund um Susanne Simmler. © Marah Naumann

Dass Umweltschutz nicht nur mit großen, sondern auch mit vielen kleinen Aktionen umsetzbar ist, beweist seit einigen Jahren die Dorfgemeinschaft von Seidenroth. Dafür erhielten sie und die Kinder- und Jugendfarm Maintal nun den Umweltpreis des Main-Kinzig-Kreises.

Gelnhausen/Seidenroth - Coronabedingt verlieh Umweltdezernentin Susanne Simmler (SPD) den Preis am Montag, 21. März, in kleinstem Rahmen im Barbarossasaal des Main-Kinzig-Forums in Gelnhausen. „Dies ist nicht nur eine Preisverleihung mit Urkunde und Fototermin, sondern auch der Transport des Gedankens einer gesunden und lebenswerten Umwelt“, betonte Simmler und bedankte sich für die vielfältigen Bewerbungen zur diesjährigen Prämierung.

„Auf lokalster Ebene“ erfolge der Einsatz für die Umwelt im Steinauer Ortsteil Seidenroth im Main-Kinzig-Kreis, führte die Umweltdezernentin aus. Besonders hob sie die Pflege des Kulturguts „Streuobstwiese“ im Dorf hervor.

Main-Kinzig-Kreis: Seidenroth erhält Umweltpreis - „Vielfalt an Arbeiten“

Doch auch das gemeinschaftliche Organisieren durch Dorfgemeinschaft und Ortsbeirat stünden im Vordergrund. „Seidenroth ist mit seiner Vielfalt an Arbeiten ein herausragendes Beispiel“, lobte Simmler. Eine Gemeinschaft wie jene in Seidenroth trage die Gesellschaft – auch dies sei „eines Preises mehr als wert“ und stelle vielleicht sogar ein Vorbild für andere Dörfer dar, hoffte sie. (Lesen Sie hier: Maschinenbauunternehmen aus Wallroth stellt auf Ökostrom um)

Sabine Baist und Thomas Mathias aus Seidenroth nahmen stellvertretend für die Dorfgemeinschaft die Urkunde entgegen. Ortsvorsteher Peter Spielmann hatte sein Fehlen entschuldigt, da sein Sohn just am Montag heiratete. Mathias berichtete von den Anfängen der Initiativen im Ort: „Wir haben uns mit Ortsvorsteher Peter Spielmann die Internetseite des Main-Kinzig-Kreises angeschaut und sind auf die Aktion ‚Main.Kinzig.Blüht‘ gestoßen. Es folgte eine Bestandsaufnahme im Dorf, was man verbessern könnte. Dadurch fand ein Umdenken in der gesamten Dorfgemeinschaft statt.“

Preisträger

Der Ortsbeirat und die Dorfgemeinschaft Seidenroth engagieren sich seit einigen Jahren mit verschiedenen Projekten für den Klima- und Umweltschutz. Größte Vorhaben waren bisher die Entsiegelung von Grundflächen und die Anpflanzung von Obstbäumen, die Anlage von Blühflächen auf rund 13.000 Quadratmetern, die Mitwirkung im Arnika-Projekt der Philipps-Universität Marburg und des Landschaftspflegeverbands Main-Kinzig, die Einrichtung von Dutzenden schwalben-, schleiereulen- und fledermausfreundlichen Grundstücken sowie Energiespar- und -erzeugungsprojekte.

Die Kinder- und Jugendfarm in Maintal ist ein Natur- und Abenteuerspielplatz mit kostenfreien Angeboten für Kinder. Diese haben dort die Möglichkeit, die Natur mit allen Sinnen zu entdecken – ob beim Hüttenbau, dem Gärtnern im Gemüsebeet oder bei der Insekten- und Vogelbeobachtung. Betreut wird die Farm von ehrenamtlichen Pädagogen und Helfern. Der nachhaltige Umgang mit Natur und Ressourcen steht im Vordergrund.

Claudia Bäumer, Umweltbeauftragte der Stadt Steinau, richtete stellvertretend für Bürgermeister Christian Zimmermann (parteilos) die Glückwünsche seitens der Stadtverwaltung an die Seidenröther Preisträger aus. „Wir freuen uns über die Initiative des Dorfs und wünschen uns, dass dieses Projekt auch auf andere Ortsgemeinschaften abfärbt.“

Umweltpreis auch für Kinder- und Jugendfarm in Maintal

Neben der Dorfgemeinschaft Seidenroth wurde die Kinder- und Jugendfarm in Maintal ausgezeichnet. Wie Maintals Bürgermeisterin Monika Böttcher (parteilos) berichtete, feiert der Verein nun bereits sein zehnjähriges Bestehen. Im Namen der Stadtverwaltung überreichte sie den Verantwortlichen symbolisch einen Pizzakarton, der als Gutschein zum gemeinsamen Abendessen dient.

Beide Preisträger erhielten einen Geldpreis in Höhe von je 2500 Euro. Wie Thomas Mathias aus Seidenroth verriet, wurde die Summe teilweise bereits verwendet: „Wir haben auf unserem Festplatz einen Spielplatz mit einem Sandkasten für kleine Kinder. Und damit die nicht in der prallen Sonne spielen müssen, haben wir dort einen großen Ahornbaum angepflanzt, der Schatten spenden soll.“ Zudem überlege die Dorfgemeinschaft derzeit, ein „Dorffahrrad“ mit E-Antrieb anzuschaffen, das zum Einkaufen ausgeliehen werden könnte.

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