Der Angeklagte aus Schlüchtern soll eine damals 15-Jährige sexuell belästigt haben. (Symbolfoto)
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Der Angeklagte aus Schlüchtern soll eine damals 15-Jährige sexuell belästigt haben. (Symbolfoto)

Neuer Verhandlungstermin

Familienvater soll 15-Jährige sexuell belästigt haben - Angeklagter weist schwere Vorwürfe zurück

Schwere Vorwürfe gegen einen verheirateten Mann aus dem Altkreis Schlüchtern: Er soll ein zur Tatzeit 15-jähriges Mädchen sexuell belästigt haben.

Schlüchtern - Das wirft ihm jedenfalls die Staatsanwaltschaft Hanau vor. Der 35-Jährige bestreitet die Vorwürfe allerdings weitgehend. Am ersten Prozesstag gab es noch kein Urteil. Bei einem zweiten Termin sollen weitere Zeugen gehört werden.

Zu den Übergriffen soll es in den späten Vormittagsstunden des 11. Dezember vergangenen Jahres gekommen sein. Zu dieser Zeit soll die Jugendliche aus Steinau (Main-Kinzig-Kreis) - wie schon mehrfach zuvor - zu einer Behandlung bei dem Familienvater gewesen sein, dieses Mal allerdings anders als sonst in seiner Privatwohnung. Im Zuge dessen soll der Mann nach dem Handy des Mädchens gegriffen haben, was diese zwischen ihre Beine geklemmt hatte. Dabei soll er laut Anklage mit dem Handrücken ihren Intimbereich berührt haben – ebenso beim Zurückklemmen an diese Stelle. (Lesen Sie auch: Mädchen (12) vor den Augen des Vaters missbraucht - Täter bekommt Bewährungsstrafe)

Main-Kinzig-Kreis: Familienvater soll 15-Jährige sexuell belästigt haben

Später beim Verabschieden im Flur der Wohnung soll der Mann insgesamt dreimal mit der rechten Hand an ihre linke Brust gefasst haben, einmal davon unter ihr T-Shirt. Sie wehrte diese Annäherungsversuche ab. Schließlich umarmte er sie und gab ihr einen Kuss auf die Wange.

Über seinen Verteidiger ließ er den Großteil der Vorwürfe bestreiten. Lediglich die Umarmung und den Kuss räumte er ein. Und bei beiden Handlungen habe er sich vorab ihre Zustimmung eingeholt. Auch Komplimente über das Aussehen will er der 15-Jährigen gemacht haben. Selbst den Griff nach dem Handy habe es gegeben. Das Mobiltelefon sei zu diesem Zeitpunkt aber im vorderen Kniebereich platziert gewesen. Er sei also mit seiner Hand nicht in die Nähe ihres Intimbereichs gekommen. Er habe auf dem Handy noch einmal nach einem Foto schauen wollen, was sie ihm vorher gezeigt hatte.

Nach dem Verlassen der Wohnung schrieb er ihr per Handy eine Nachricht, wonach sie die Behandlung in ihrem Umfeld geheim halten solle - angeblich weil nicht publik werden sollte, dass er während der Corona-Beschränkungen dennoch Kundinnen bediente.

Prozess um sexuelle Belästigung: Opfer sagt unter Tränen aus

Anfang Januar dieses Jahres sei dann plötzlich die Mutter der Jugendlichen mit einem fremden Mann an seiner Haustür erschienen. Sie warf ihm sexuelle Belästigung ihrer Tochter vor, schlug ihm zweimal ins Gesicht und trat ihm zwischen die Beine. Den Vorfall brachte er nicht zur Anzeige, weil er angeblich kein großes Aufsehen um die Sache machen wollte.

Das mutmaßliche Opfer schilderte im Zeugenstand die Details des sexuellen Übergriffs – teilweise unter Tränen. Eine Zustimmung zu Umarmung und Kuss bestritt sie. Sie wirkte weiterhin von dem Vorfall mitgenommen. An einem weiteren Verhandlungstag soll nun die Mutter des Mädchens, die ihre Tochter zu der Behandlung gebracht und später wieder abgeholt hatte, sowie die Ehefrau des Angeklagten vernommen werden. (ls)

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