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Bürgermeisterwahl in Sinntal: Kandidaten stehen im KN-Wahlforum Rede und Antwort

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Von: Tim Bachmann

Die Moderatoren des KN-Wahlforums Hanns Szczepanek (links) und Marah Naumann rahmen die drei Sinntaler Bürgermeisterkandidaten (weiter von links) Jochen Koppel, Thomas Henfling und Daniel Klee ein.
Die Moderatoren des KN-Wahlforums Hanns Szczepanek (links) und Marah Naumann rahmen die drei Sinntaler Bürgermeisterkandidaten (weiter von links) Jochen Koppel, Thomas Henfling und Daniel Klee ein. © Alexander Gies

Die gut 230 Sinntaler, die am Dienstag zum Wahlforum der Kinzigtal Nachrichten in die Sterbfritzer Mehrzweckhalle gekommen sind, werden den Besuch nicht bereut haben. 

Sinntal - Die drei Bürgermeisterkandidaten Thomas Henfling (37, parteiunabhängig), Daniel Klee (36, BWG) und Jochen Koppel (55, SPD) punkteten vor den Augen des Sinntaler Noch-Bürgermeisters Carsten Ullrich (SPD) in einer stets fair geführten Podiumsdiskussion mit Fachwissen und starken Statements.

Nach der Begrüßung durch KN-Redaktionsleiter Alexander Gies, der hervorhob, dass dies das einzige öffentliche Aufeinandertreffen der drei Bürgermeisterkandidaten ist, ging es auch direkt ans Eingemachte. Schließlich sollte die Veranstaltung nach zwei Stunden beendet sein, damit jeder noch sehen könne, „wie die Bayern in der Champions League gegen Lewandowski verlieren“, wie Gies orakelte.

Main-Kinzig-Kreis: Sinntaler Bürgermeisterkandidaten im KN-Wahlforum

Die Moderatoren, Sinntal-Redakteurin Marah Naumann und stellvertretender KN-Redaktionsleiter Hanns Szczepanek, fragten zunächst nach der „Eignung“ der drei Kandidaten als Rathauschef auch bezüglich ihrer bisherigen beruflichen Laufbahn. Und schon dort fielen die ersten Unterschiede und Gemeinsamkeiten auf.

Henfling als Mann aus der Wirtschaft, der seit zehn Jahren in leitender Funktion und derzeit als Filialleiter eines Einkaufsmarktes in Schlüchtern Erfahrung in der Führung eines Teams vorweisen kann und einen Einblick hat, was es heißt, Prozesse zu optimieren. Klee, der Mann aus der Verwaltung, der derzeit als Kämmerer der Gemeinde Kalbach beschäftigt ist und so auch einen speziellen Blick auf die Arbeit in einer Gemeindeverwaltung im Allgemeinen und die Finanzen im Speziellen hat. Und Ver.di-Gewerkschaftssekretär Jochen Koppel, der für mehr als 9000 Bus- und Straßenbahnfahrer in Hessen verantwortlich zeichnet.

Sattelfest in den für Sinntal wichtigen Themen zeigten sich alle drei Kandidaten. So ging die Fragerunde über das Thema Freibäder – alle waren sich einig, dass eine Schließung der Bäder in Altengronau und Sterbfritz unter ihrer Ägide nicht zur Debatte stehe – zum Thema Klimawandel und wie diesem begegnet werden könne.

Hier hatten die drei Kandidaten erstmals unterschiedliche Auffassungen: Während Klee die Gemeinde als „Vorbild“ sieht und als wichtigen Faktor das Errichten von Photovoltaikanlagen auf Dächern bezeichnete – gemeindlich wie auch privat – sowie für eine Energiegenossenschaft warb, damit mögliche Gewinne aus Erneuerbaren Energien in der Gemeinde blieben, sah Henfling den Auftrag, die gemeindeeigenen Gebäude klimaneutral auszustatten. Stück für Stück, denn hierfür müsste zwar viel Geld ausgegeben werden, allerdings gäbe es auch ein Einsparpotenzial an Energiekosten in Höhe von schätzungsweise 500.000 Euro. Stand heute. Das werde sich durch die steigenden Energiekosten schnell auf 600.000 bis 700.000 Euro erhöhen, so Henfling.

Koppel meinte, dass dies ein wichtiges Thema sei, man könne aber nicht erst bauen und dann planen. Die Finanzierung müsse gesichert sein.

Votum

Die Zuschauerinnen und Zuschauer des KN-Wahlforums konnten am Ende der Veranstaltung auf einem Stimmzettel vermerken, welcher der drei Kandidaten sie an diesem Abend am meisten überzeugt hat. Teilgenommen haben 230 Besucher (17 ungültige Stimmen).

Das (für die Wahl am Sonntag nicht repräsentative) Ergebnis:

Thomas Henfling (unabhängig): 45,1 Prozent

Daniel Klee (BWG): 36,6 Prozent

Jochen Koppel (SPD): 18,3 Prozent

So diskutierten sich die Kandidaten durch Themen wie Gewerbe-/Baugebiete, Familie und Senioren oder Ehrenamt und Vereine. Unterbrochen durch launige Runden, in denen Halbsätze vervollständigt werden mussten.

Und dann stellten sie sich noch den Fragen des Publikums wie etwa zu einer gymnasialen Oberstufe in Altengronau, persönlichen Führungserfahrungen, der Förderung des Wirtschaftsstandortes oder zum Umgang mit Starkregenereignissen.

Am Sonntag steht die Bürgermeisterwahl in Sinntal an. Und dann gilt – bei aller Eintracht – der Slogan von Connor MacLeod (Highlander): Es kann nur einen geben.

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