In der Gemarkung Ulmbach will die Ingolstädter Firma Anumar einen Solarpark errichten.
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In der Gemarkung Ulmbach will die Ingolstädter Firma Anumar einen Solarpark errichten.

Vorrang für Ortsbeirat

Solarpark in Ulmbach muss warten - Entscheidung wird vertagt

  • Walter Kreuzer
    VonWalter Kreuzer
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Der Prokurist der Firma Anumar, Alexander Fuß reiste extra nach Steinau, um den Mitgliedern von gleich drei Steinauer Ausschüssen Rede und Antwort zu stehen. Das Ergebnis: Die Kommunalpolitiker vertagen die Entscheidung.

Ulmbach/Steinau - Fuß’ Chef stellte das ins Auge gefasste Fünf-Millionen-Euro-Projekt bereits im September im Magistrat vor. Wenig später äußerte sich Fuß ausführlich in unserer Zeitung zu dem Vorhaben. Im kommunalpolitischen Raum ist seitdem nichts geschehen. Im Hintergrund liefen allerdings Gespräche der Stadtverwaltung mit dem Unternehmen. Der Grund: Nach Möglichkeit soll bereits im kommenden Herbst mit dem Bau der zehn Hektar großen Freiflächen-Photovoltaikanlage begonnen werden.

Zuvor muss aber ein vorhabenbezogener Bebauungsplan aufgestellt, der Flächennutzungsplan geändert und ein Abweichungsverfahren zum Regionalplan beim RP Darmstadt durchgezogen werden. Aus diesem Grund befassten sich nun der Haupt- und Finanzausschuss, der Bauausschuss sowie der Landwirtschaftsausschuss gemeinsam mit der Thematik.

Main-Kinzig-Kreis: Solarpark bei Ulmbach muss warten

Noch nicht eingebunden war bislang dagegen der Ortsbeirat. Dieser hat zwar lediglich beratende Funktion und kann, so wie jeder Bürger, im Zuge der Verfahren seine Meinung äußern. Allerdings wurde in der Diskussion deutlich, dass es auch darum geht, die Bevölkerung mitzunehmen. Diese könnte während einer Ortsbeiratssitzung einbezogen sowie Fragen und Meinungsäußerungen zugelassen werden.

Diese Überlegung wurde während der Sitzung von Elena Frischkorn (SPD) aufgebracht, nachdem der Vorsitzende des Landwirtschaftsausschusses, Alexander Happ (UBL), in seiner Funktion als Ortsvorsteher von Ulmbach ein positives Stimmungsbild in dem Dorf im Main-Kinzig-Kreis wiedergegeben hatte.

Bauausschuss-Vorsitzender Hans-Joachim Knobeloch (SPD) hatte da auch gegenteilige Meinungen aus dem Stadtteil gehört. Hintergrund ist, dass die von Anumar inzwischen erworbene Fläche bisher von einem Landwirt gepachtet gewesen ist und bewirtschaftet wurde. Er verliere „15 Prozent seiner Nutzfläche“, argumentierte Elena Frischkorn.

Solarpark bei Ulmbach: Aufstellungsbeschluss im November erneut Thema

Anumar-Vertreter Fuß machte gute Miene zu dieser Entwicklung und bot an, in einer Ortsbeiratssitzung erneut in den Bergwinkel zu reisen. Bürgermeister Christian Zimmermann (parteilos) zeigte sich ebenfalls einverstanden und zog den Antrag, einen Aufstellungsbeschluss für die Bauleitverfahren zu fassen, zurück. Er soll im November erneut auf die Tagesordnung kommen, nachdem das Thema zuvor in einer relativ kurzfristig einzuberufenden Ortsbeiratssitzung behandelt wurde.

Der Rathauschef stellte in seiner Stellungnahme heraus, dass es darum gehe, die Bevölkerung bei diesem Projekt mitzunehmen. Ebenso deutlich machte er jedoch auch, dass er voll und ganz hinter dem Vorhaben stehe und dessen Umsetzung für ihn nicht in Frage stehe.

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