Rudi Mihm (links) moderierte die Diskussion mit SPD-Bundestagsabgeordneter Bettina Müller (rote Lederjacke) und Landtagsabgeordnetem Heinz Lotz (Bildmitte), die sich ein Bild über die Situation in Herolz machten.
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Rudi Mihm (links) moderierte die Diskussion mit SPD-Bundestagsabgeordneter Bettina Müller (rote Lederjacke) und Landtagsabgeordnetem Heinz Lotz (Bildmitte), die sich ein Bild über die Situation in Herolz machten.

Blitzer soll kommen

Lärm-Konflikt in Herolz: SPD-Abgeordnete sagen „Bürger-Allianz“ Unterstützung zu

  • Tim Bachmann
    VonTim Bachmann
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Mit Landtagsabgeordnetem Heinz Lotz und Bundestagsabgeordneter Bettina Müller haben gestern zwei hochrangige SPD-Politiker den „Lärmgeplagten“ in Herolz ihre Unterstützung zugesichert.

Herolz - „Wir kriegen keine Antworten“, klagte Rudi Mihm, Sprecher der Herolzer „Bürger-Allianz gegen Lärm und Raserei“, über das große Dilemma, dem sich die Herolzer gegenübersehen. Denn die Anwohner wüssten nicht, was sie noch tun könnten. Seit mehr als 20 Jahren prangern sie das Problem der zunehmenden Verkehrs- und Lärmbelastung am Ortsausgang des Schlüchterner Stadtteils in Richtung Sinntal (Main-Kinzig-Kreis) an – doch ohne bleibenden Erfolg.

Auf „unserer Landesautobahn durch Herolz“, wie Mihm die Brückenauer Straße titulierte, herrsche von morgens um 3 Uhr bis weit nach Mitternacht so viel Verkehr, dass die Herolzer im Sommer kein Auge zumachen könnten. Ein Thema, das durchaus ins Fachgebiet von Bettina Müller als Gesundheitspolitikerin fällt, wie sie berichtete.

Main-Kinzig-Kreis: SPD-Abgeordnete sagen Herolz Hilfe in Lärm-Konflikt zu

Die Flörsbachtalerin sprach den etwa 25 Anwesenden wohl aus der Seele, als sie von einem ähnlichen Fall aus ihrer Heimat berichtete, wo „eine Lärmmessung nach der anderen“ stattgefunden habe. „Man muss viele dicke Bretter bohren. Aber ich bin gern bereit, Sie dabei zu unterstützen. Was in meiner Macht steht, sichere ich Ihnen zu“, richtete die Bundestagsabgeordnete aufbauende Worte an die Anwohner.

Heinz Lotz, der die Problematik in Herolz seit Jahren mitverfolgt, hatte 2020 eine kleine Anfrage an Hessens Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) gerichtet, deren Beantwortung „total unbefriedigend“ sei. Lotz forderte, dass vor Ort anständige Messungen erfolgen sollen. Über einen Zeitraum „24/7“ – also eine Woche lang rund um die Uhr.

Nach Kritik an Hessen Mobil: Bettina Müller will „Bürger-Allianz“ unterstützen

Die gewünschte Blitzeranlage wollte er nach eigener Aussage gar nicht andiskutieren, denn „da ist was auf der ‚Rille‘ “. Dies bestätigte Schlüchterns SPD-Fraktionschef Helmut Meister. Mihm berichtete, dass vonseiten des Landrats die Bitte an die Polizei gerichtet worden wäre, häufiger an der Landesstraße zu blitzen. Und Lotz machte den Vorschlag, in diesem Jahr noch alle Behörden an einen Tisch zu bringen, Regierungspräsidium, Hessen Mobil, Stadt Schlüchtern und Bürger-Allianz.

Zwar wurde mitunter leidenschaftlich diskutiert, aber einige der Anwohner brachten auch klar ihren Ärger über „die Politiker“ und ihren Verdruss zum Ausdruck. So wurde „durch die Blume“ angedeutet, dass die Bundestagswahl bevorstehe und sich danach sicher auch noch nichts tue – wogegen sich Müller vehement wehrte. Helmut Meister versprach, dass der Blitzer kommen werde. Und da die Stadtverordneten gerade erst gewählt worden seien, werde es „keine fünf Jahre dauern“, bis dieser Wunsch erfüllt sei. Per Handschlag wurde eine Wette besiegelt.

„Wir brauchen Emotionen, um etwas zu bewegen“, schloss Mihm, der wusste, dass man den Straßenverkehr nicht wie bei Raumschiff Enterprise „wegbeamen“ könne.

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