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SPD und CDU liegen über gymnasiales Angebot im Main-Kinzig-Kreis im Clinch

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Von: Hanns-Georg Szczepanek

Landrat Stolz hat für den Fortbestand der Heinrich-Böll-Schule als Integrierter Gesamtschule plädiert.
Landrat Stolz hat für den Fortbestand der Heinrich-Böll-Schule als Integrierter Gesamtschule plädiert. © Kreisverwaltung

Die Einwohner- und Schülerzahlen im westlichen Main-Kinzig-Kreis steigen. Während Heiko Kasseckert (CDU) ein weiteres gymnasiales Angebot als notwendig betracht, will Landrat Thorsten Stolz (SPD) am Fortbestand der betreffenden Gesamtschulen nicht rütteln.

Bruchköbel/Hanau - Daran hat der CDU-Kreistagsfraktionschef Heiko Kasseckert keinen Zweifel. Insofern sei die CDU von dem „unabgesprochenen Alleingang“ von Landrat Thorsten Stolz (SPD) überrascht, der sich zur Zukunft der Heinrich-Böll-Schule Bruchköbel und den Integrierten Gesamtschulen geäußert hatte.

Für diese Frage hätten die Koalitionspartner SPD und CDU eine Facharbeitsgruppe eingerichtet, der neben den Kreispolitikern Schulfachleute angehörten. Schon jetzt sei absehbar, dass in wenigen Jahren die gymnasialen Plätze im westlichen Main-Kinzig-Kreis (Hessen) trotz der Zusammenarbeit mit der Stadt Hanau nicht mehr ausreichten.

Main-Kinzig-Kreis: SPD und CDU liegen über gymnasiales Angebot im Clinch

Dies sei nach Vorstellung aktueller Zahlen durch Kreis-Schuldezernenten Winfried Ottmann (CDU) klargeworden. An dieser Sitzung habe Landrat Stolz teilgenommen. Laut Kasseckert habe Ottmann bereits im Vorjahr Kontakt mit der Stadt Hanau zur vorzeitigen Verlängerung der bis 2024 geltenden Vereinbarung aufgenommen, um Planungssicherheit für bis zu 350 Plätze in gymnasialen Bildungsgängen an Hanauer Schulen zu erhalten.

„An dieser Vereinbarung wollen wir festhalten“, so Kasseckert. Allerdings könnten die Hanauer Plätze in naher Zukunft nur durch Containerlösungen an bestehenden Schulen bereitgestellt werden, was den Druck zur Schaffung eines erweiterten gymnasialen Bildungsangebots erhöhe (lesen Sie auch hier: Happy End trotz Super-Bowl-Klausur? Ran-Team will für Football-Unterricht nach Fulda kommen).

Die CDU fordere deshalb in der Facharbeitsgruppe eine eigene Lösung im Kreisgebiet. Der von Ottmann eingeleitete Ausbau des Albert-Einstein-Gymnasiums Maintal auf neun Züge schaffe Linderung, reiche aber noch nicht aus. „Es ist die Aufgabe der Facharbeitsgruppe, hierfür geeignete Vorschläge zu unterbreiten“, erklärt Kasseckert.

„Dabei werden die Integrierten Gesamtschulen von der CDU grundsätzlich nicht in Frage gestellt. Aber die Schullandschaft wird sich verändern.“ Die CDU wolle aber nicht, dass Schüler mit gymnasialem Leistungsniveau „gegen den Elternwillen auf Integrierte Gesamtschulen umgelenkt werden“. 

Main-Kinzig-Kreis: Thorsten Stolz (SPD) will Heinrich-Böll-Schule als Gesamtschule belassen

Stolz hatte in einer Pressenotiz „ein klares Bekenntnis zu den Integrierten Gesamtschulen“, den Fortbestand der Heinrich-Böll-Schule sowie den Erhalt der gewachsenen Schullandschaft in Landkreis und Hanau abgegeben. Anlass war ein Gespräch zwischen ihm und Vertretern der Böll-Schule und des Lichtenberg-Oberstufengymnasiums in Bruchköbel.

Es hatte Spekulationen gegeben, die Böll-Schule könne in eine Haupt- und Realschule und die Lichtenberg-Schule zu einem Vollgymnasium ausgebaut werden. Deshalb gab es das Gespräch. „Sie können sich darauf verlassen, dass dies nicht in die Schulentwicklungsplanung einfließen wird, auch nicht durch die Hintertür“, ließ Stolz dazu wissen. 

Zur Schaffung zusätzlicher Gymnasialplätze im westlichen Main-Kinzig-Kreis sei die Kooperation mit Hanau ein zentraler Baustein, es bedürfe darüber hinaus aber einer weiteren Stärkung des Albert-Einstein-Gymnasiums Maintal „und mindestens einer weiteren Alternative“ (lesen Sie auch hier: „Wirtschaft am Markt“ - Kinzigschüler starten Tourismus-Projekt).

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