Sprinter Michael Pohl aus Schlüchtern hat seine Karriere beendet.
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Sprinter Michael Pohl aus Schlüchtern hat seine Karriere beendet.

„Nicht zum Krüppel trainieren“

Sprinter Michael Pohl aus Schlüchtern beendet seine Karriere

Die Entscheidung musste noch ein wenig reifen, nun ist sie gefallen: Michael Pohl aus Schlüchtern zieht einen Strich unter seine Sprinterkarriere. „Es ist jetzt ein guter Zeitpunkt, mit dem Leistungssport aufzuhören“, meint der 32-Jährige. Der Plan nach der Karriere ist gesichert.

Schlüchtern - 2019 hatte der Schlüchterner (Main-Kinzig-Kreis) mit dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft über 100 Meter seinen größten Erfolg gefeiert. „Ich hatte in all den Jahren viele tolle Momente, aber auch schlimme Gefühle“, blickt Michael Pohl auf eine sportliche Laufbahn zurück, die vor zwanzig Jahren in der Leichtathletikabteilung der SG Schlüchtern ihren Anfang genommen hat.

Seitdem sammelte er zahlreiche Medaillen auf Deutschen Meisterschaften, vertrat Deutschland unter anderem bei Welt- und Europameisterschaften in der Halle, durchlebte aber auch immer wieder herbe Rückschläge – allen voran die verpasste Olympiaqualifikation im vergangenen Sommer.

Main-Kinzig-Kreis: Sprinter Michael Pohl aus Schlüchtern beendet seine Karriere

„An Silvester, wenn man ein wenig wehmütig wird, ist mir zum ersten Mal richtig klar geworden, dass ich mir auf sportlicher Basis keine Ziele mehr setzen kann“, berichtet Pohl von massiv wachsender Konkurrenz durch die deutschen Talente im Alter von Anfang 20.

„Da ist jetzt ein guter Zeitpunkt, Schluss zu machen. Ich muss mich ja nicht zum Krüppel trainieren, nur um in persönlicher Bestzeit irgendwo Dritter zu werden“, meint Pohl und betont, sich glücklich zu schätzen, keine dauerhaften körperlichen Schäden davongetragen zu haben. Dem Leistungssport sagt er zwar adieu, dem Deutschen Leichtathletik-Verband aber nicht: Nach Abschluss seines BWL-Studiums arbeitet Pohl fortan im DLV-Controlling. (von Christian Appel)

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