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Gastronomen, Brunnen und Bepflanzung - 680.000 Euro für Neugestaltung bei Schlüchterns Stadthalle

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Die Projekt-Verantwortlichen bei der Umgestaltung der Schlüchterner Stadthalle.
Zufriedene Gesichter beim offiziellen Start der Umgestaltung des Geländes der Schlüchterner Stadthalle. © Stadt Schlüchtern

Rund um Stadthalle und Schlösschen ist seit einigen Tagen mächtig Betrieb. Bauarbeiter und Bagger sind dort im Einsatz, um nach einer umfassenden Umgestaltung diesen Bereich neu erstrahlen zu lassen.

Schlüchtern - Schlüchterns „Gut Stubb“ ist der zentrale Veranstaltungsort der Stadt im Main-Kinzig-Kreis. Sie steht für die Gegenwart. Das benachbarte Lauter’sche Schlösschen mit Heimatmuseum bietet vielmehr eine Erinnerung an Vergangenes. Rundherum wird nun „ein Außenbereich mit Wohlfühlfaktor für die Zukunft“ gestaltet, wie Bürgermeister Matthias Möller (parteilos) mit Begeisterung die Planungen für die 4800 Quadratmeter große Fläche am Rande der Altstadt beschreibt.

Hier ist ein Handlungsschwerpunkt des Förderprogramms „Aktive Kernbereiche“ zu finden. Ein Frankfurter Planungsbüro hat sich mit örtlicher Verwaltung und Politikern Gedanken gemacht und – unter Einbeziehung der Denkmalpflegebehörde – ein Konzept erarbeitet. Eine Fachfirma aus dem Raum Aschaffenburg ist nun mit der Ausführung betraut. Die Gesamtkosten sind mit 680.000 Euro veranschlagt. (Lesen Sie auch: Baustellen über Baustellen - Droht Schlüchtern der Verkehrskollaps?)

Main-Kinzig-Kreis: Stadthalle Schlüchtern für 680.000 Euro neu gestaltet

Im parkartig gestalteten Schlösschengarten hinter und seitlich der Stadthalle wird mit geschwungenen Formen gearbeitet. Diese werden im Nahbereich der Gebäude durch eine gerade Linienführung ergänzt. Der langgezogene Bereich wird mit einem 2,5 Meter breiten Weg in Richtung Schloßstraße, mit einem Nebenweg zum Vorplatz der Stadthalle, erschlossen. In Richtung Lotichiusstraße wird eine pflegeleichte, freiwachsende Hecke aus Blütengehölzen die Grenze zu den Privatgrundstücke begrünen.

Im Bereich der Kreuzung soll mit einer Rundbank eine Verweilmöglichkeit für die auf die Schulbusse wartenden Schüler entstehen. Das ebenfalls auf dieser Seite des Schlösschens stehende Weitzeldenkmal verbleibt an seinem Standort und erhält eine befestigte Einfassung.

Das zweite Kulturdenkmal, die Grimm’sche Laube im mittleren Parkbereich, soll nach historischem Vorbild wieder hergestellt werden. Dazu werden die noch vorhandenen alten Elemente, wie der Steintisch, nach einer fachgerechten Sanierung von Schäden, sowie die Sandsteinstelen wieder installiert. Die historische Sitzsituation wird mit drei fest installierten Stühlen nachempfunden, während die Laube selbst mit teilweise gärtnerisch vorgeformten Torbogen-Elementen und Heckenelementen aus Hainbuchen-Gewächsen nachempfunden wird.

Zwei Gastronomen im neuen Außenbereich

Der Vorplatz der Stadthalle wird mit Natursteinpflaster ausgelegt. Die Baumstandorte werden erneuert, wobei sich die Positionierungen an die derzeit vorhandene Situation anlehnt. Sie werden unter Anwendung aktueller Erkenntnisse und Bautechniken als „urbane Standorte“ hergestellt, um den Bäumen eine längerfristige Entwicklungsperspektive zu geben als dies bisher der Fall war, heißt es hierzu aus dem Rathaus.

Der Standort des Brunnens wird ein Stück in Richtung Schlösschen verlagert. Heißt: Die „Planemächer-Kinder“ machen etwas Platz, um mehr Raum für die Außengastronomie zur Verfügung zu stellen. Mit einem Blühbeet vor dem historischen Gebäude soll zudem hochwertige und angenehme Aufenthaltsqualität erzeugt werden.

Insgesamt zwei gastronomische Angebote werden in der Stadthalle beheimatet sein: das bereits bestehende Restaurant „Jedermanns“ sowie im vorderen Bereich das Café der Bäckerei Happ, die beide über Flächen für Außengastronomie verfügen. Diese finden sich auf dem Platz gegenüber der Grimm’schen Laube sowie direkt vor der Gebäudefassade unmittelbar an der Schloßstraße.

Vielgestaltige Parkstruktur für Gelände geplant

Für die Bepflanzung wurden pflegeleichte sowie den Auswirkungen des Klimawandels angepasste Arten gewählt. So soll vor der Stadthalle beispielsweise die kleinkronige Winter-Linde „Rancho“ Platz finden, die mit ihrer buttergelben Herbstfärbung einen schönen Farbaspekt setzt.

Im Bereich des Schlösschengartens wird, um eine abwechslungsreiche, natürlich anmutende Baumstruktur zu schaffen und gleichzeitig interessante Früchte anzubieten, ein breiter Kanon an Arten verwendet. Zum Beispiel die Brabanter-Silberlinde, die durch ihre Größe beeindruckt, oder die Hopfenbuche, die mit ihren Zapfen gerade im Biergartenbereich einen interessanten Aspekt bilden soll. Aber auch der Eisenbaum werde durch seine leuchtend rot-gelbe Herbstfärbung bestechen. Mit den Bestandsbäumen bilde sich so eine vielgestaltige interessante Parkstruktur, sind sich die Planer sicher. (tim)

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