Blick von der Staumauer auf den Kinzigstausee mit Blick nach Nordosten in Richtung Schlüchtern.
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Blick von der Staumauer auf den Kinzigstausee mit Blick nach Nordosten in Richtung Schlüchtern.

Baustart ab Juli

Lern- und Erlebnispfad „Ardeas Seenwelt“ am Kinzigstausee: Stationen sollen bis September fertig sein

  • Hanns-Georg Szczepanek
    vonHanns-Georg Szczepanek
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Nach der Vorstellung von „Ardeas Seenwelt“ im Spätsommer vorigen Jahres ist es etwas still geworden um den geplanten Lern- und Erlebnispfad, der rund um den Kinzigstausee führen soll. Doch dies gilt nur für die Bauarbeiten. Im Hintergrund wurde die Planung der insgesamt 17 Stationen vorangetrieben. Die Vorbereitungen erreichen in Kürze die finale Phase. 

Ahl/Steinau - Mit den Bauarbeiten dürfte ab kommenden Juli allseits sichtbar werden, dass das neue touristische Angebot rund um den Stausee im Main-Kinzig-Kreis durch die Firma Agrotec aus Österreich in die Tat umgesetzt wird. Ziel ist es, zum Ende der Schulsommerferien Anfang September die familiengerecht konzipierten Themeninseln und Erlebnisstationen eröffnen zu können. Dies gilt auch für die neue Tretboot-Steganlage, wenngleich der Gastronomiebetrieb vermutlich erst zur Saison 2022 vollständig wird starten können. Derzeit läuft nach Angaben der Kreisverwaltung die Ausschreibung, auf welche dann möglichst zeitnah Vergabe und Baubeginn folgen sollen.

Weil der in puncto Kapazität überschaubare Parkplatz vor dem Umspannwerk an der Landesstraße zwischen Steinau und Ahl bei größerem Besucherandrang wohl schnell zu klein sein dürfte, werde bereits an einer Erweiterung der Parkflächen gearbeitet, erläutert Johannes Michel als Abteilungsleiter „Entwicklung ländlicher Raum“.

Steinau: Lern- und Erlebnislandschaft „Ardeas Seenwelt“ am Stausee - Stationen sollen bis September stehen

Benannt ist das Projekt einer modernen Lern- und Erlebnislandschaft nach der Wasservögel-Gattung der Reiher (Ardea), von denen am Kinzigstausee vor allem Graureiher (Ardea cinerea) oft zu sehen sind. Dieser große Reiher wird sowohl als Symbol für Ardeas Seenwelt als auch bei den natur- und umweltpädagogisch aufbereiteten Lerninhalten immer wieder auftauchen. Der Graureiher „erzählt“ entlang des knapp sieben Kilometer langen Rundwegs an den Haltepunkten eine durchgehende Geschichte von Wasser(technik), Tieren und Natur.

Dabei haben die Konzept-entwickler der ebenfalls österreichischen Firma Pronatour Angebote von Bewegung und Aktivität mit eher informativen Passagen sorgsam durchmischt, um die 17 Stationen auf dem Rundweg für alle Altersgruppen attraktiv zu gestalten. Die Themen reichen von „Fische im Stausee“ über „Bäume am Wasser“, „Flora, Mahd, Untergehölz“ oder der Vogelbeobachtungskanzel bis hin zu „Erlenbruchwald“ und dem Zukunftsthema Wasseraufbereitung. Auch technische Anlagen wie die nahe gelegene Kläranlage Steinau sowie die Kinzigtalsperre selbst sind Gegenstand von Themenstationen.

Lern- und Erlebnislandschaft am Stausee: Angebote von Bewegung und Aktivität mit informativen Passagen

An der Konzeption mitgewirkt haben neben dem Main-Kinzig-Kreis als Unterer Naturschutzbehörde der Wasserverband Kinzig, örtliche Vogelschutz- und Naturschutzverbände wie der Angelsportverein Eisvogel Birstein-Steinau, der Verband Spessart regional sowie die Spessart Tourismus und Marketing GmbH, die laut ihrem Geschäftsführer Bernhard Mosbacher Ardeas Seenwelt als ein „Leuchtturmprojekt im Main-Kinzig-Kreis“ über die Region hinaus vermarkten will. Zielgruppen sind neben Familien auch Radfahrer und Wanderer. Für Landrat Thorsten Stolz und Vizelandrätin Susanne Simmler (beide SPD) ist das Projekt eine Herzensangelegenheit.

So soll ein „Nest“ (Kanzel) für Zweibeiner zur Vogelbeobachtung im Areal des Zulaufs der Kinzig in den Stausee aussehen.

Über den Verband Spessart regional stellt das Land Hessen EU-Fördergelder in Höhe von 500.000 Euro bereit. Mit bis zu jeweils 50.000 Euro wollen die Städte Bad Soden-Salmünster und Steinau das Projekt unterstützen, von dem sie sich langfristig touristischen Nutzen versprechen. Die Beträge werden aber womöglich auch in Gestalt von Sach- und Betriebsmitteln von den beiden Kommunen zur Verfügung gestellt. Das Investitionsvolumen ist gegenwärtig in einem Betrag zwischen 1,2 und 1,4 Millionen Euro beziffert.

„Ardeas Seenwelt“: Zielgruppen sind neben Familien auch Radfahrer und Wanderer

Die Differenzsumme wird vom Main-Kinzig-Kreis finanziert. Formaler Vorhabenträger ist der Zweckverband Erholungsanlagen beim Stausee Kinzig, in dem der Main-Kinzig-Kreis und die Stadt Bad Soden-Salmünster verbunden sind.

Wenn die Neubauten für den Gastronomiebereich und die Steganlage am Südufer des Sees fertiggestellt sind, wird nach jetzigem Planungsstand die Kur und Freizeit GmbH der Stadt Bad Soden-Salmünster für deren Betrieb verantwortlich zeichnen. Personal des städtischen Kurbetriebs soll nach der Eröffnung von Ardeas Seenwelt für Wartung und Pflege der Einrichtungen zuständig sein.

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