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Sturm wütet auch im Main-Kinzig-Kreis: Baustellenzaun schleudert gegen Auto, Stromausfall in Elm

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Von: Alexander Gies, Walter Kreuzer, Hanns-Georg Szczepanek

Auch im Main-Kinzig-Kreis sind Sturmschäden sichtbar.
Auch im Main-Kinzig-Kreis sind Sturmschäden sichtbar. © Alexander Gies

Sturmtief „Ignatz“ ist in der Nacht zu Donnerstag auch über den Main-Kinzig-Kreis hinweggefegt, die Schäden hielten sich allerdings in Grenzen. Verletzt wurde niemand.

Main-Kinzig-Kreis - Wie das Polizeipräsidium Südosthessen mitteilt, wurden der Polizei in ihrem Gebiet am Donnerstag zwischen 2 und 12 Uhr rund 70 Vorfälle gemeldet. Dabei ging es hauptsächlich um umgestürzte Bäume, die zuweilen auf Autos landeten, oder durch die Luft fliegende Gegenstände.

Auch die Kreisverwaltung teilt mit, dass die Bilanz zum ersten Herbststurm der Saison im Main-Kinzig-Kreis „glücklicherweise moderat ausfällt“. Die Leitstelle hat in der Nacht zum Donnerstag sowie am Vormittag in der Folge des Unwetters insgesamt 23 Einsätze überwiegend in der Mitte und im Westen des Kreisgebietes erfasst. In 19 Fällen waren umgestürzte Bäume der Grund der Feuerwehreinsätze, davon siebenmal im Stadtgebiet Hanau. Außerdem listet die Tabelle rund um den Sturm noch vier „sonstige Einsätze“ auf. Personen sind nach Information der Leitstelle in dem Zusammenhang nicht betroffen gewesen. Auch im Kreis Fulda wurde trotz der starken Windböen glücklicherweise niemand verletzt.

Main-Kinzig-Kreis: Sturmtief „Ignatz“ wütet - zahlreiche Einsätze

In Schlüchtern meldete die Polizei drei Vorfälle: Im Steinhaagweg in Niederzell wurde im Laufe der Nacht ein Baustellenzaun gegen ein Auto geschleudert. Es entstand Sachschaden. Am Distelrasen in Höhe der Zufahrt zur Firma Bien-Zenker machte sich ein Trampolin selbständig und flog auf die Fahrbahn. Und in Elm gab es am frühen Morgen zwischen 4 und 5 Uhr einen kurzzeitigen Stromausfall. Als der Strom wieder lief, löste bei der Firma Veolia in der Gartenstraße in Schlüchtern eine Brandmeldeanlage aus. Es war allerdings blinder Alarm. Womöglich war das Gerät von dem Stromausfall irritiert worden.

In der „Alten Straße“ in Schlüchtern war eine morsche Fichte, der offenbar der Borkenkäfer ohnehin mächtig zugesetzt hatte, quer über die Fahrbahn gestürzt und hatte eine Telefonleitung heruntergerissen. Mit ein paar geübten Schnitten mit der Motorsäge zerteilte Stadtbrandinspektor Werner Kreß das Hindernis, das von einem Baggerfahrer des Bauhofs beiseite geräumt wurde. Kreß hatte schon den ganzen Mittwochnachmittag die Wettervorhersagen verfolgt und mit noch heftigeren Stürmen gerechnet. Am Donnerstag gegen 11 Uhr stellte er erleichtert fest, das Schlimmste sei überstanden.

Forstamt warnt vor umgestürzten Bäumen

Der Forstamtsleiter vom Forstamt Schlüchtern, Jörg Winter, bittet die Bevölkerung in den nächsten Tagen bei Waldbesuchen besonders vorsichtig sein oder den Wald am besten ganz meiden.

Es liegen vom Sturm umgeworfene Bäume über den Wegen, vom Sturm gelockerte Bäume können schräg und gefährlich über den Wegen hängen und vom Sturm abgerissene Äste, die in den Baumkronen hängengeblieben sind, können plötzlich herabfallen.

Das Forstamt fährt alle Wege zur Kontrolle ab und räumt diese, wo erforderlich frei und fällt gefährliche Bäume. Bei der Größe des Forstamtes dauere dies aber naturgemäß ein paar Tage, vermutlich bis Mitte nächster Woche. Auch das Forstamt könne die Schäden erst abschätzen, wenn alle Wege geräumt, also wieder für Autos befahrbar sind.

In Bad Soden-Salmünster konnte Bürgermeister Dominik Brasch erleichtert feststellen, dass sich der Sturm „glücklicherweise nur auf kleinere Vorkommnisse beschränkt“ habe. Dazu zählten Astwürfe oder beschädigte Fahrzeuge. Größere Sach- oder gar Personenschäden habe es bis Mittag nicht gegeben.

Feuerwehr in Langenselbold muss wegen großem Sonnenschirm ausrücken

In Freiensteinau im Vogelsbergkreis hatte die Feuerwehr einen Einsatz in Salz. Dort ist ein Baum an der ehemaligen Gaststätte Dorfschänke auseinandergebrochen. Die Einsatzkräfte haben die gebrochenen Äste abgeschnitten und aufgeräumt. Zehn Mann waren im Einsatz. In Steinau gab es keinen sturmbedingten Einsatz.

In Langenselbold musste die Feuerwehr um 7.30 Uhr ausrücken, um einen großen Sonnenschirm zu sichern. Dieser hing auf der Dachterrasse eines Restaurants in der Kinzigstraße über dem Geländer und drohte in die Tiefe zu stürzen. Mithilfe einer Drehleiter kletterten die Feuerwehrleute auf das Dach, wo sie den Schirm vom Geländer entfernen und auf der Dachterrasse sichern konnten.

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