Mittels Autokran und Tauchern sind Stahlplatten versenkt worden.
+
Mittels Autokran und Tauchern sind Stahlplatten versenkt worden.

Sanierungsarbeiten

Taucher im Kinzigstausee im Einsatz: Arbeiten an der Kinzigtalsperre dauern bis Ende nächster Woche an

  • Hanns-Georg Szczepanek
    vonHanns-Georg Szczepanek
    schließen

In dieser Woche haben an der Staumauer der Kinzigtalsperre die Vorarbeiten für die vertiefte Sicherheitsprüfung begonnen. Diese steht 2022 an und findet alle 20 Jahre statt. Am Donnerstag und am Freitag kamen im Kinzigstausee unter anderem Taucher zum Einsatz.  

Ahl/Steinau - Auf der Staumauer finden sich für die Arbeiten, deren erster Bauschnitt Ende kommender Woche abgeschlossen sein sollen, derzeit ein Autokran, große Schlauchleitungen, etliche Stromverteilerkästen und Generatoren. Denn vor allem muss eine stattliche Pumpleistung von 500 Liter pro Sekunde gewährleistet sein, wenn der etwa zwei mal zwei Meter große Grundablass für eine Begehung wasserfrei gelegt werden muss. Dies soll nächste Woche für ein bis zwei Tage der Fall sein.

Im Mittelpunkt der Sanierungsarbeiten stehen die drei Verschlüsse im sogenannten Grundablass, von dem auch die Zu- und Ableitung der stromerzeugenden Turbine abzweigt. Hierzu mussten jetzt mithilfe des Krans ein großes Schutzgitter samt dazugehöriger Reinigungsanlage entfernt und drei Stahlplatten unterhalb der Steuerungskanzel der Talsperre versenkt werden, um den Grundablass seeseitig zu verschließen. Die schwerste dieser drei Platten wiegt etwa zweieinhalb Tonnen, erläutert Holger Scheffler vom Wasserverband Kinzig. Um die Platten unter Wasser in die richtige Position zu bringen, kamen auch Berufstaucher zum Einsatz. Bis zu zwei Stunden können die Taucher unter Wasser arbeiten, wo sie über einen etwa 20 Kilogramm schweren Spezialhelm mit Luft versorgt und zugleich gesichert sind. (Lesen Sie hier: Lern- und Erlebnispfad „Ardeas Seenwelt“ am Kinzigstausee: Stationen sollen bis September fertig sein).

Main-Kinzig-Kreis: Taucher im Kinzigstausee im Einsatz - Arbeiten dauern bis Ende nächster Woche an

Um die Arbeiten zu erleichtern, ist der Wasserspiegel des Kinzigstausees im Main-Kinzig-Kreis zwei Wochen lang um 1,50 auf vier Meter abgesenkt worden. Neben dem Grundablass wird auch der Zustand der Betonbauteile am Ablassbauwerk überprüft. Ab Ende Mai wird das Wasser wieder sukzessive aufgestaut, bevor im Juli der zweite Bauabschnitt der Sanierungsarbeiten beginnt. Manche Einrichtungen müssen nicht nur saniert, sondern komplett ausgetauscht werden. Im zweiten Bauabschnitt wird das Einlaufschütze erneuert. Danach folgt der Wiedereinbau der Rechenreinigungsmaschine. Der Beginn des zweiten Bauabschnitts hängt vom Zufluss der Kinzig ab. Voraussichtlich im Herbst wird das Auslaufschütz zum Tosbecken erneuert.

Verbandsingenieur Michael Moder appelliert an die Bevölkerung, weiterhin die Baustelle auf der Staumauer und die freiliegenden Schlammbereiche nicht zu betreten, weil in beiden Arealen Gefahr für Leib und Leben bestehe.

Das könnte Sie auch interessieren