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Ein „Manager“ für die Gemeinde: Thomas Henfling tritt als Bürgermeisterkandidat in Sinntal an

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Von: Marah Naumann

Thomas Henfling tritt bei der Bürgermeisterwahl als parteiunabhängiger Kandidat an. Seine größte Unterstützung: Ehefrau Anna-Maria und Sohn Bastian.
Thomas Henfling tritt bei der Bürgermeisterwahl als parteiunabhängiger Kandidat an. Seine größte Unterstützung: Ehefrau Anna-Maria und Sohn Bastian. © Marah Naumann

„Mit voller Kraft für Sinntal“ – unter diesem Motto tritt Thomas Henfling als parteiunabhängiger Kandidat zur Bürgermeisterwahl am 18. September an. Am Freitag stellte er sich als erster Anwärter auf das Amt offiziell vor.

Sinntal - „Heute ist ein wichtiger Tag für mich, auf den ich lange hingearbeitet habe“, betonte Henfling zu Beginn seiner Präsentation in der Mehrzweckhalle Sterbfritz vor rund 30 Anwesenden, darunter Brigitte Hartmann (BWG), Vorsitzende der Gemeindevertretung. Es sei einige Zeit her, dass er die Entscheidung getroffen habe, sich um das Amt des Bürgermeisters für die Gemeinde Sinntal (Main-Kinzig-Kreis) zu bewerben.

Aus beruflichen Gründen zog es Henfling einst aus seiner Heimatstadt Erfurt nach Hessen, der Liebe wegen schließlich nach Mottgers, wo er mit seiner Familie lebt. Er sei in der Gemeinde „toll aufgenommen worden“ und wisse um das Potenzial Sinntals. Der amtierende Bürgermeister Carsten Ullrich (SPD) hatte Ende 2021 angekündigt, im September nicht erneut für das Amt zu kandidieren. In seiner Rede lobte Henfling dessen Arbeit der vergangenen Jahre.

Main-Kinzig-Kreis: Thomas Henfling will Bürgermeister von Sinntal werden

„Ich sehe mich mehr als Gemeindemanager und weniger als Politiker“, betonte der 36-Jährige hinsichtlich seiner Qualifikationen für das Amt des Rathauschefs. Der Diplom-Betriebswirt geht ohne kommunalpolitische Erfahrungen ins Rennen, „das sehe ich aber nicht als Behinderung“. Seine betriebswirtschaftlichen Kenntnisse seien ihm zudem nicht absprechbar. Henfling hatte überlegt, 2021 für die Gemeindevertretung zu kandidieren, war wegen des „Fraktionszwangs“ letztlich von der Idee zurückgetreten.

Sein seit seiner Jugend bestehendes Interesse an Kommunalpolitik will er mit entsprechenden Kursen zum Thema Gemeindeverwaltung untermauern. Henfling ist vor allem wichtig, die Menschen „transparent zu informieren“. Hier bilde eine gute Zusammenarbeit mit der Gemeindeverwaltung die Basis. Als parteiunabhängiger Kandidat möchte der Rathauschef-Anwärter mit allen Fraktionen zusammenarbeiten: „Ich will ein Bürgermeister für alle sein.“

Zur Person

Thomas Henfling wurde am 29. Mai 1985 in Erfurt geboren. Seit 2016 wohnt der 36-Jährige gemeinsam mit Sohn Bastian und Ehefrau Anna-Maria in deren Heimatort Mottgers. Das Ehepaar erwartet derzeit sein zweites gemeinsames Kind.

2004 schloss der gelernte Einzelhandelskaufmann sein duales Studium als staatlich geprüfter Betriebswirt an der privaten Handelsschule Herrmann in Fulda ab. 2009 übernahm er die Filialleitung des Lidl-Markts in Schlüchtern und ist dort unter anderem für die Personalführung zuständig. Henfling ist Mitglied des Prüfungsausschusses für Handelsfachwirte der IHK Hanau-Gelnhausen.

In seiner Freizeit spielt der 36-Jährige Fußball und ist Mitglied beim FC Germania Mottgers sowie in Vereinen in Schwarzenfels und Weichersbach. Zudem engagiert er sich als Trainer.

Dies spiegelt auch das Wahlprogramm des parteiunabhängigen Kandidaten wider. Kindertagesstätten und Schulen fit für die Zukunft machen, Digitalisierung der Verwaltung, Ausbau des Glasfasernetzes, Stärkung der Vereine, Aufwertung der Ortsbeiräte – Henfling möchte, dass sich im Fall seiner Wahl „die Sinntalerinnen und Sinntaler in ihrer Gemeinde wohlfühlen“.

Henfling: „Ich will ein Bürgermeister für alle sein“

Als eine der größten Herausforderungen sieht er jedoch die Schaffung klimaneutraler Gebäude. Grundsätzlich sei er nicht gegen erneuerbare Energien: „Wir möchten die Energiewende haben, deshalb müssen wir sie auch vorantreiben.“ Er wisse um die Diskussionen bezüglich Windenergie in Sinntal, deshalb ist sein Standpunkt klar: „Wenn die Windkraft dem Landschaftsbild schon schadet, dann sollte jeder Bürger im Sinne der Umlagen auch davon profitieren.“

Eindeutige Stärken der Gemeinde sieht Henfling in der natürlichen Lage und der umgebenden Natur. „Wir tun noch zu wenig, um das nach außen darzustellen. Wir sollten Sinntal als eigene Region hochheben und uns nicht hinter den großen Freizeitregionen wie Rhön und Spessart verstecken“, stellte er fest.

Für die kommenden Monate hat sich der Bürgermeisterkandidat viel vorgenommen: Bis zur Wahl am 18. September will er mit allen Bürgerinnen und Bürgern in Kontakt getreten sein – am liebsten im persönlichen Gespräch, aber gern auch telefonisch oder per E-Mail. Interessierte können sich unter anderem auf seiner Internetseite sowie über die sozialen Medien Instagram und Facebook über ihren möglichen neuen Bürgermeister informieren.

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