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Wohnraum für Ukraine-Flüchtlinge benötigt - Main-Kinzig-Kreis nutzt seine Turnhallen

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Ukraine-Krieg - Thüringen
Der Main-Kinzig-Kreis nutzt nun seine kreiseigenen Turnhallen, um Ukraine-Flüchtlinge unterzubringen. © Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

Innerhalb von zwei Wochen sind mehr als 1000 Ukraine-Flüchtlinge im Main-Kinzig-Kreis angekommen. Um sie unterzubringen, wird der Kreis vorübergehend Turnhallen nutzen. Kreisbeigeordnete Susanne Simmler bittet Vereine und Schüler um Verständnis.

Main-Kinzig-Kreis - Der Verwaltungsstab im Main-Kinzig-Kreis hat am Montag entschieden, zur Erweiterung seiner Aufnahmekapazitäten für geflüchtete Menschen aus der Ukraine zusätzlich und vorübergehend kreiseigene Turnhallen zu nutzen. Dies teilte der Kreis am Montag mit.

Für eine größer angelegte Unterbringung wurden bereits größere Einrichtungen wie das Jugendzentrum Ronneburg und Hotels im Kreisgebiet angemietet. Nachdem mehr als 1000 Menschen aus der Ukraine binnen zwei Wochen Schutz und Unterbringung im Kreisgebiet gesucht haben und wöchentlich weiter mehrere hundert zugeteilt werden, seien die bestehenden Kapazitäten in Kürze absehbar ausgeschöpft, schreibt der Kreis.

Main-Kinzig-Kreis nutzt Turnhallen für Ukraine-Flüchtlinge

Insgesamt dürften sich im Main-Kinzig-Kreis aber mehr als 1000 geflüchtete Menschen aufhalten. Denn eine Pflicht, sich beim Kreis zu melden, besteht nicht. (Lesen Sie hier: So melden sich Geflüchtete aus der Ukraine im Main-Kinzig-Kreis an)

Zudem hat das Land Hessen die Landkreise und kreisfreien Städte darüber informiert, dass ihnen Geflüchtete aus der Ukraine zugewiesen werden, die derzeit in der Erstaufnahmeeinrichtung Gießen untergebracht sind.

Am Montag, 21. März, kommen mindestens 250 Menschen aus Gießen in den Main-Kinzig-Kreis. „In den folgenden Wochen werden es laut Ankündigung, Woche für Woche, ebenfalls mehrere hundert Menschen sein, wobei die Zahl noch nicht feststeht“, schreibt der Kreis.

Zwar habe man in den vergangenen Wochen nach Wohnungen gesucht und diese akquiriert und tut dies auch weitehrin, zusammen mit dem Jugendzentrum Ronneburg sowie den gemieteten Hotels und Herbergen seien diese Kapazitäten voraussichtlich in Kürze ausgeschöpft. In vier Landkreisen hat es einen Einsatzbefehl des Landes Hessen gegeben, um größere Unterbringungsmöglichkeiten in Turnhallen zu schaffen.

Schulmensen sollen Versorgung in den Turnhallen übernehmen

„Obwohl der Main-Kinzig-Kreis diesen Einsatzbefehl noch nicht erhalten hat, wird – aufgrund der Perspektive für die nächsten Tage – mit der Einrichtung einer Aufnahmestelle in der Turnhalle der Haupt- und Realschule Birstein direkt begonnen und auch die Stadt Hanau bereitet größere Unterbringungsmöglichkeiten vor“, heißt es in der Mitteilung.

Als weitere Standorte bereitet der Main-Kinzig-Kreis Turnhallen der Heinrich-Böll-Schule in Bruchköbel und der Käthe-Kollwitz-Schule in Langenselbold vor. Die Turnhallen verfügen jeweils über Kapazitäten für mindestens 200 beziehungsweise 250 Personen. Der Schul- und der Vereinssport in Bruchköbel und Langenselbold könne ungeachtet der Vorbereitungen im Hintergrund fürs Erste weitergehen.

An den drei Schulstandorten in Birstein, Bruchköbel und Langenselbold befinden sich Schulmensen. Diese werden laut Kreis die Versorgung der Geflüchteten übernehmen.

Kreisbeigeordnete Simmler bittet Schüler und Vereine um Verständnis

Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler sieht durch den russischen Angriffskrieg in der Ukraine mittlerweile eine Fluchtsituation in einer Dimension erreicht, „die von uns als Gesellschaft viel Verständnis und Mittun abverlangen wird“.

„Ich denke an die Schulgemeinde in Birstein und an die Kommune Birstein, ebenso an die anderen Standorte, in denen wir Ukrainerinnen und Ukrainern unterbringen. Dort wird sich der Alltag, der Schulalltag der Kinder und sicher auch der Trainingsalltag der Vereine für einige Zeit etwas verändern. Da hoffe ich auf das Verständnis aller Beteiligten, dass wir das als gemeinschaftliche Aufgabe angehen und den betroffenen Kindern und Mitgliedern entsprechend die Gründe erklären“, wird Simmler in der Mitteilung zitiert.

Schuldezernent Winfried Ottmann steht im Austausch mit den Schulleitungen und dem Staatlichen Schulamt, um gegebenenfalls schnellen, adäquaten Ersatz für den Schulsport zu finden.

„Wir können hier mittelfristig sicher unterstützen, wenn es um Ersatzhallen oder Ersatzkonzepte geht. Da helfen wir als Schulträger natürlich. Ich bin den Schulen hier aber auch ausdrücklich dankbar, dass sie schon jetzt über genau diese Ersatzkonzepte selbst nachdenken und mit voller Tatkraft den Main-Kinzig-Kreis in dieser Situation Entlastung geben“, lobt der Kreisbeigeordnete Ottmann. (akh)

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