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Mehr als 200 ukrainische Kriegsflüchtlinge im Main-Kinzig-Kreis angekommen

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Der Main-Kinzig-Kreis bereitet sich auf Flüchtlinge aus dem Kriegsgebiet um die Ukraine vor. Auf dem Bild ist die polnische Grenze zu sehen.
Der Main-Kinzig-Kreis bereitet sich weiter auf Flüchtlinge aus dem Kriegsgebiet um die Ukraine vor. Auf dem Bild ist die polnische Grenze zu sehen. © Alejandro Martínez Vélez/dpa

Im Main-Kinzig-Kreis und den Städten und Gemeinden im Kreisgebiet sind bislang 210 Geflüchtete aus der Ukraine eingetroffen. Der Kreis bittet Menschen, die auf absehbare Zeit Geflüchtete bei sich aufnehmen, sich über die Ukraine-Hilfe-Website zu melden.

Update vom 8. März, 20.28 Uhr: Über das Wochenende und am Montag sind in nahezu allen Städten und Gemeinden des Main-Kinzig-Kreises weitere Geflüchtete aus der Ukraine angekommen. Insgesamt zählt der Kreis inzwischen 210 Geflüchtete - überwiegend Frauen und Kinder. Dies teilte die Kreis-Pressestelle mit.

Sie alle haben sich über die Website „www.mkk.de“ über ein Formular im Kreis angemeldet. „Wir geben den Menschen die Zeit, die sie nach ihrer Ankunft brauchen. Wir wollen nicht mit Bürokratie kommen, wo Ruhe und Versorgung erst mal wichtiger sind“, erklärt Landrat Thorsten Stolz. „Wir brauchen aber diesen niedrigschwelligen wie notwendigen Kontakt, um unsere weitere Hilfe auf den Weg zu bringen.“

Der Kreis bittet zudem Menschen, die auf absehbare Zeit Geflüchtete aus der Ukraine im Main-Kinzig-Kreis erwarten, dies per Mail an „ukraine@mkk.de“ anzukündigen. Dabei sollten allerdings folgende Angaben enthalten sein: Um wie viele Personen handelt es sich? Ist eine Taxifahrt erforderlich? Ist eine ärztliche Notversorgung erforderlich? Ist akut eine Übersetzung vom Ukrainischen ins Deutsche erforderlich? Sind Kinder dabei, ganz gleich welchen Alters?

Weiterhin nimmt der Kreis Angebote für private Wohnungen entgegen. Dazu genügt laut der Pressestelle eine Mail an „wohnraum@mkk.de“.

Hilfsgesuche zusammenbringen - Freiwillige können sich beim Kreis melden

Update 19.52 Uhr: Die Bereitschaft der Bürgerinnen und Bürger sei groß, geflüchteten Menschen aus der Ukraine zu helfen. Davon berichteten Landrat Thorsten Stolz und Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler am Mittwoch im Verwaltungsstab zur „Ukrainehilfe MKK“.

„Wir haben binnen weniger Stunden mehrere Wohnungsangebote erhalten. Wir erhalten Nachrichten von Menschen, die ihre Tatkraft und Sprachkenntnisse anbieten. Teilweise bilden sich vor Ort schon Arbeitskreise oder bestehende Netzwerke werden gestärkt. Das ist großartig. Und wir ermuntern weiter alle, sich bei der zentralen Koordinierungsstelle beim Kreis zu melden. So können wir schnell Hilfe und Hilfegesuche zusammenbringen“, sagte Landrat Stolz.

Main-Kinzig-Kreis: Bürgerinnen und Bürger bieten Hilfe an

Für alle, die schnelle und einfache Hilfe anzubieten haben, von der Übersetzung Deutsch–Ukrainisch über Begleitungsangebote oder andere Hilfestellungen, hat der Main-Kinzig-Kreis zudem die Adresse helfer@mkk.de eingerichtet.

Sozial- und Ordnungsdezernentin Susanne Simmler freut sich über die Meldungen, die schon seit Tagen beim Main-Kinzig-Kreis eingehen. „Im Moment können wir noch nicht jedes Angebot nutzen und direkt vermitteln. Aber es ist einfach gut zu sehen, dass unsere Gesellschaft zusammensteht, wenn es um solch eine Situation geht. Wir bereiten uns gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern darauf vor, dass es in Kürze schon anders aussieht. Da brauchen wir die Mitwirkung vieler Menschen und Helferkreise.“

Erstmeldung vom 2. März, 10.09 Uhr: Main-Kinzig-Kreis - „Es haben sich schon die ersten Menschen aus der Ukraine bei der Ausländerbehörde des Kreises gemeldet, die bei Freunden oder Verwandten in unserer Region untergebracht worden sind“, berichtete Landrat Thorsten Stolz. „Wir gehen davon aus, dass noch viele weitere nach Deutschland und auch in unseren Landkreis kommen, die eben niemanden hier haben, an den sie sich privat wenden können. Es ist unsere gemeinsame Aufgabe, ihnen schnell und einfach zu helfen.“

Um diesem Anspruch gerecht zu werden, hat der Main-Kinzig-Kreis, gemeinsam mit allen Städten und Gemeinden, am Dienstag die Bitte an die Bürgerschaft erneuert, freie Wohnunterkünfte zu melden. Hinweise und Angebote nimmt der Kreis zentral über die Mailadresse „wohnraum@mkk.de“ entgegen. (Lesen Sie hier: Main-Kinzig-Kreis will Wohnraum für Ukraine-Flüchtlinge schaffen)

Main-Kinzig-Kreis bereitet sich auf Ukraine-Flüchtlinge vor

Die Kommunen und der Kreis verbanden ihre Bitte um Mithilfe zugleich mit einem Dank an jene, die vereinzelt schon Wohnungen und Sachspenden angeboten haben. Die Koordination teilen sich dabei verschiedene Akteure. Am Dienstag haben zum Beispiel die beiden Verbände des Deutschen Roten Kreuzes aus Hanau und Gelnhausen-Schlüchtern ihre Zusage gegeben, die Sammlung von Sachspenden in der Region zu übernehmen.

Das Deutsche Rote Kreuz Hanau beginnt am Freitag, 4. März, um 8 Uhr mit der Annahme und zwar in Hanau, Am Hauptbahnhof 14d, in einer Halle in der Nähe des Bahnhofsgebäudes. Die Anfahrt ist über die Daimlerstraße und die Boschstraße möglich – dann ist der Beschilderung zu folgen. Danach werden Sachspenden immer im Zeitraum montags bis samstags von 8 bis 20 Uhr entgegengenommen.

Kreis mit Schutzauftrag - Flüchtlinge bei Ausländerbehörde melden

Die Annahme und Prüfung von Wohn- und Hilfsangeboten läuft über einen beim Amt für Migration und Integration eingerichteten Umschlagpunkt. Die Stelle wird für die Beantwortung der individuellen aufenthaltsrechtlichen und weiteren Fragen, die sich im Laufe der nächsten Tage stellen können, zuständig sein.

„Im Moment kommen die ersten Geflüchteten bei uns an, ohne dass sie dringenden Bedarf nach einer Unterbringung haben. Das ist erst mal gut und wichtig und dafür sind wir den privaten Gastgebern auch dankbar. Die weiteren Themen schließen sich dennoch an, bei denen wir als Main-Kinzig-Kreis einen Schutzauftrag haben“, führt Sozialdezernentin Susanne Simmler aus.

„Wenn die Menschen medizinische Betreuung benötigen oder Kinder mit dabei sind, die wir im Blick haben müssen, dann wollen und müssen wir da helfen.“ Daher bittet sie auch mit Blick auf die Haushalte, die in diesen Tagen Freunde oder Bekannte aus der Ukraine aufnehmen, sich bei der Ausländerbehörde zu melden. Eine erste einfache Meldung per Mail genügt an „ukraine@mkk.de“.

22 Menschen aus der Ukraine bereits im Main-Kinzig-Kreis

Der Main-Kinzig-Kreis hat neben den Vorbereitungen auf Fachebene am Montag zudem eine Informationsplattform auf seiner Internetseite onlinegestellt, auf der sich „Helfer“ und „Hilfesuchende“ melden können. Ebenso finden sich dort zentrale Fragen und Antworten, die Geflüchtete aus der Ukraine betreffen. Eine Übersetzung des Textangebots wird derzeit vorbereitet.

Eine Infohotline mit direktem Draht zu Fachpersonen sämtlicher Fachbereiche des Ausländerwesens ist seit Dienstag geschaltet: Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind unter der Nummer (06051) 8518000 montags bis mittwochs von 8 bis 16 Uhr, donnerstags von 8 bis 17.30 Uhr und freitags von 8 bis 14 Uhr zu erreichen. Dort werden alle Fragen rund um Aufenthalt, Unterbringung, Sozialleistungen und Unterstützung beantwortet.

Am Dienstagvormittag hatte der Main-Kinzig-Kreis 22 Meldungen von Geflüchteten aus der Ukraine registriert. Sie waren nach Erkenntnissen des Kreises nach dem Grenzübertritt in die Europäische Union auf direktem Wege zu Bekannten in das Kreisgebiet gereist. Wie viele Menschen in den nächsten Tagen auf ähnlichem Wege Zuflucht suchen oder über eine zentrale Zuteilung des Landes Hessen im Main-Kinzig-Kreis ankommen werden, ist derzeit nicht quantifizierbar. (akh)

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