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Porsche kracht offenbar bei illegalem Rennen auf Autobahn in Lkw - Fahrer schwer verletzt

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Von: Sebastian Reichert

Bei einem Unfall auf der Autobahn A45 im Main-Kinzig-Kreis ist ein Porschefahrer schwer verletzt worden. Der Sportwagen verbrannte.
Bei einem Unfall auf der Autobahn A45 im Main-Kinzig-Kreis ist ein Porschefahrer schwer verletzt worden. Der Sportwagen verbrannte. © Feuerwehr Langenselbold

Schwerer Porsche-Unfall im Main-Kinzig-Kreis: Offenbar bei einem illegalen Rennen auf der Autobahn A45 ist ein Mann mit seinem 911 Turbo gegen einen Lkw gekracht. Er wurde schwer verletzt. Der Porsche brannte aus.

Update vom 12. Mai, 12.04 Uhr: Wie die Feuerwehr aus Langenselbold mitteilte, hätten sich die Löscharbeiten schwieriger als gewöhnlich gestaltet. Das sei „aufgrund der großen Menge an verbauten Leichtmetallen und der damit verbundenen hohen Brandtemperaturen“, der Fall gewesen, sagte Dennis Ernst, Pressesprecher der Stadt Langenselbold.

Mit zwei Rettungswagen wurden der Porsche-Fahrer aus dem Märkischen Kreis und die Lkw-Fahrerin ins Krankenhaus gefahren. Zudem seien laut Feuerwehr mehrere Ersthelfer vor Ort durch eine dritte Rettungswagenbesatzung betreut worden. Der Einsatz konnte erst nach fast sechs Stunden gegen 4 Uhr am Donnerstagmorgen (12. Mai 2022) beendet werden. 

Main-Kinzig-Kreis: Porsche in Flammen - schwierige Löscharbeiten aufgrund verbauter Leichtmetalle

Erstmeldung vom 12. Mai, 7.24 Uhr: Langenselbold - Wie das Polizeipräsidium Südosthessen aus Offenbach am Main am Donnerstagmorgen berichtete, ist ein Porsche-Fahrer bei einem heftigen Zusammenstoß mit einem Sattelzug auf der Autobahn 45 bei Langenselbold im Main-Kinzig-Kreis am späten Mittwochabend schwer verletzt worden.

Der 50 Jahre alte Mann wurde mit schweren Verbrennungen und in kritischem Zustand in ein Krankenhaus eingeliefert. Am Mittwoch (11. Mai 2022) gegen 22.15 war der Mann aus Nordrhein-Westfalen mit seinem 911 Turbo in Richtung Aschaffenburg unterwegs (lesen Sie hier auch: Notlandung von Kleinflugzeug geht gut aus - 300 Quadratmeter Weizenfeld zerstört).

Main-Kinzig-Kreis: Porsche kracht offenbar bei illegalem Rennen in Lkw 

Laut Zeugen soll er sich „unmittelbar vor dem Unfall mit einem noch unbekannten Fahrer eines silberfarbenen VW Golf 8 ein illegales Kraftfahrzeugrennen geliefert haben“, berichtete Polizeisprecher Thomas Leipold. Zwischen der Anschlussstelle Langenselbold-West und dem Langenselbolder Dreieck soll der Fahrer den VW mit hoher Geschwindigkeit verbotswidrig rechts überholt haben.

„Offenbar übersah er dann den auf der rechten Fahrspur fahrenden Sattelzug. Der Porsche krachte in das Heck des Aufliegers, drehte sich und kam nach gut 150 Metern an der Mittelleitplanke zum Stillstand. Der Sportwagen fing sofort Feuer und brannte vollständig aus“, erklärte Polizeisprecher weiter.

„Der 50-Jährige konnte sich zwar noch selbstständig aus dem Fahrzeug befreien, er zog sich dabei jedoch erhebliche Brandverletzungen zu und wurde mit einem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht.“ Die Lkw-Fahrerin - eine 50 Jahre alte Frau - erlitt bei dem Unfall einen Schock und kam ebenfalls in eine Klinik.

Der offenbar beteiligte VW-Lenker beging Fahrerflucht und fuhr nach dem Unfall in Richtung Aschaffenburg weiter. Die weiteren Ermittlungen ergaben laut Polizei, dass der Porsche-Fahrer unter Alkoholeinfluss stand - 1,45 Promille ergab eine erste Untersuchung (lesen Sie auch hier: Gegenverkehr-Unfall - Auto kollidiert mit Spitzenfahrzeug einer Motorradkolonne).

Bei Porsche-Unfall im Main-Kinzig-Kreis entsteht Sachschaden von 130.000 Euro

Seinen Führerschein stellten die Beamten daraufhin sicher - genau wie den Porsche und den Sattelzug. Zur Klärung des genauen Unfallhergangs wurde ein Gutachter hinzugezogen. Der Sachschaden, so die erste Einschätzung der Polizei, beläuft sich auf über 130.000 Euro.

Für die Bergungsmaßnahmen und die Unfallaufnahme war die Fahrbahn bis etwa 3.45 Uhr in der Nacht zum heutigen Donnerstag vollgesperrt. Der Verkehr wurde bis dahin umgeleitet. Nach Einschätzung der Autobahnmeisterei Langenselbold bleibt die linke Fahrspur aufgrund des Brandschadens mindestens für den heutigen Donnerstag (12. Mai 2022) gesperrt. Dort muss zwecks neu asphaltiert werden.

Video: Faszination Turbo - von der ersten Generation bis heute

Die Polizei sucht nun besonders für das geschilderte verbotene illegale Autorennen auf der A45 weitere Zeugen, die neben Angaben hierzu auch Informationen zu dem gesuchten Golf 8 machen können. Hinweise nimmt die Polizeiautobahnstation Langenselbold unter der Telefonnummer (06183) 911550 entgegen.

Der 911 Turbo (3,0 Liter) war der erste Porsche-Straßensportwagen mit Turbo-Motor. Mit ihm setzte der Stuttgarter Sportwagenbauer neue Maßstäbe in Sachen Beschleunigung: Mit dem drei-Liter-Hubraum-Motor beschleunigte der Sportwagen in 5,2 Sekunden auf 100 km/h. Der Turbo-Porsche wurde im September 1974 erstmals auf dem Automobilsalon in Paris vorgestellt. (sar)

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