Angelika Simon (links), Tochter Michelle und Labrador Kado von der Rettungshundestaffel Main-Kinzig retteten einem Mann in der Nikolaus-Nacht das Leben.
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Angelika Simon (links), Tochter Michelle und Labrador Kado von der Rettungshundestaffel Main-Kinzig retteten einem Mann in der Nikolaus-Nacht das Leben.

Mensch und Tier am Limit

Mutter-Tochter-Gespann findet Vermissten: Suchaktion mit der Rettungshundestaffel

Dank Angelika Simon, ihrer Tochter Michelle und Labrador Koda von der Rettungshundestaffel Main-Kinzig ist die Suche nach einem Vermissten in der Nikolaus-Nacht glücklich ausgegangen.

Freigericht - Gegen 17 Uhr am Sonntagabend ging bei der Polizei die Vermisstenmeldung nach einem 64-jährigen demenzkranken Bewohner eines Pflegeheims in Freigericht-Somborn im Main-Kinzig-Kreis ein. Der Mann ist auf medizinische Hilfe angewiesen und war nur leicht bekleidet unterwegs – bei den derzeit herrschenden Temperaturen eine durchaus lebensbedrohliche Situation.

Trotz Einsatzes eines Polizeihubschraubers mit Wärmebildkamera sowie der Freiwilligen Feuerwehr blieb die Suche zunächst erfolglos. Um 22 Uhr wurden daher auch die Mitglieder der Rettungshundestaffel Main-Kinzig mit zehn Vierbeinern alarmiert. Mit dabei: Angelika Simon aus Gelnhausen, Vorsitzende und Geschäftsführerin der Rettungshundestaffel, die seit 20 Jahren Mitglied des Trupps ist, und ihre Tochter Michelle. (Lesen Sie hier: Fußballer finden vermissten 83-Jährigen - Polizei bedankt sich mit Freundschaftsspiel)

Main-Kinzig-Kreis: Vermisster von Rettungshundestaffel gefunden

Diese ist erst seit zwei Jahren dabei und wartet derzeit darauf, in ihrer Ausbildung als Rettungshundeführerin die praktische Prüfung ablegen zu können, die wegen Corona bereits mehrfach verschoben wurde. Die 22-Jährige hat erst zwei oder drei „Ernstfälle“ mit dem Team bewältigt, bisher allerdings stets ohne Fund.

„Wir waren in der Nacht an unserem Limit“, berichtet Mutter Angelika Simon nach dem Einsatz. Neben eisigen Temperaturen setzten Mensch und Tier bei zunehmender Erschöpfung auch die Reifglätte im Wald, Wurzelwege und Dornen in der Dunkelheit zu.

Gegen 3.30 Uhr am frühen Montagmorgen schaffte es Labrador-Rüde Kado schließlich, den Vermissten aufzuspüren. Der 64-Jährige lag abseits eines Weges orientierungslos in Dornenbüschen. Das „Team Simon“ übermittelte sodann die GPS-Koordinaten des Fundorts. Angelika Simon kümmerte sich um den 64-Jährigen, bis die Kollegen der Rettungshundestaffel eintrafen, um das Mutter-Tochter-Duo bei der Bergung zu unterstützen.

Video: Vermisstensuche: Das ist die Vorgehensweise der Polizei

Stark unterkühlt, aber bei Bewusstsein wurde der Mann dem Rettungsdienst übergeben, der den 64-Jährigen für die weitere Versorgung in ein Krankenhaus brachte.

Nach der Einsatzpremiere für Michelle Simon an der Seite ihrer Mutter und dem ersten erfolgreichen Fund wurde es eine kurze Nacht für die Auszubildende beim Zoll: Nach zwei Stunden klingelte bereits wieder der Wecker. Noch in der Nacht mussten die eingesetzten Hunde gepflegt werden – die Dornensträucher hatten auch bei ihnen Spuren hinterlassen. (ml, mln)

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